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Erdbeeren aus dem Ruhrpott

Der Name lEreebdremag etwas eigenartig daherkommen. Dahinter versteckt sich jedoch eine würzige Kreation des Esseners Max Bergfried.  Und wer bei Erdbeeren nur an die 1990er denkt, liegt glücklicherweise auch falsch. Marco Beier auf einer Expedition ins Ruhrgebiet.

Die Verwendung frischer Zutaten aus der Küche an der Bar ist längst eine Selbstverständlichkeit und gehört zu einer guten Bar wie hervorragendes Eis oder der Vollbart beim Personal. Eigentlich bedarf diese Handlung mittlerweile nicht mehr mit einem eigenen Titel wie Cuisine-Style versehen zu werden — so normal ist Frische glücklicherweise geworden.

Nicht erst, seitdem in der Hamburger Bar Le Lion der Basilikum zentnerweise zerdrückt wird, beschäftigen sich Bartender mit saisonalen und frischen Produkten und vor allem mit ungewöhnlichen Kombinationen. Eine der innovativsten Bars im Ruhrgebiet dürfte die Bar Gin & Jagger sein, die bis zum letzten Jahr Balthazar hieß. Hier konnte und sich unter anderem Lars Bender, der aktuell mit einem Jägermeister-Stipendium im „Bramble“ in Edinburgh den Barlöffel schwingt, einen Namen machen.

Gehobene Cocktailkultur in Essen

Nun ist es der erst 20jährige Max Bergfried, der als Barchef im Gin & Jagger fungiert, und der in der letzten Woche auf der Long List als Newcomer des Jahres 2016 bei den MIXOLOGY BAR AWARDS nominiert wurde. Gratulation an dieser Stelle!

Seinen Arbeitsplatz beschreibt Bergfried dabei nicht als reine Bar, sondern als einen gesunden Mix aus Café, Bar und Brasserie, in der von asiatischer Küche über Burger bis zu solider Hausmannskost für jeden Geschmack etwas geboten wird. Ähnlich ist es mit den Cocktails. Vom klassischen Manhattan oder Sazerac über verschiedene Longdrinks wird auch dem erfahrenen Cocktailtrinker etwas geboten mit verspielten Eigenkreationen und modernen Interpretationen althergebrachter Drinks.

Erfrischung mit holprigem Namen

Der Cocktail, um den es heute gehen soll, heißt „l’Ereebdre“. Zugegeben, der Name ist etwas sperrig, und das Wort Erdbeere rückwärts zu lesen ist, sagen wir mal, bedingt kreativ. Dennoch ist der Drink eine jener erwähnten Interpretationen. Bergfried beschreibt ihn als einen „leichten und fruchtig-frischen Twist auf einen Vodka Collins, bei dem der Erdbeere passende, aber nicht alltägliche Aromen an die Seite gestellt werden.“ Erdbeere, Pfeffer und Basilikum vereinen sich zu einem erfrischendem Geschmackserlebnis und machen bereits seit einem Jahr die Gäste des Gin & Jagger glücklich. Kreiert im Sommer 2014, war der Drink so beliebt, dass er auch in diesem Jahr wieder in den heißen Monaten serviert wird. Ein toller Grund, ihn an dieser Stelle einmal der breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

L’ereedbre

Zutaten

40 ml Erdbeer-Pfeffer-Vodka*
20 ml Limettensaft
15 ml Zuckersirup (2:1)
Soda Water
Basilikumschaum**

Zubereitung

Alle Zutaten bis auf Soda und Schaum in einen großen Tumbler auf frische Eiswürfel geben und verrühren. Mit einem Schuss Sodawasser auffüllen und mit Basilikumschaum toppen.

Erdbeer – Pfeffer – Vodka

750 ml Vodka
300 g Erdbeeren (gewaschen und geviertelt) 2 EL grüner Pfeffer, gemörsert

Alle Zutaten in ein Einmachglas geben und an einem kühlen, dunklen Ort für 8-10 Tage ziehen lassen. Regelmäßig probieren. Dann durch ein Passiertuch abseihen und kühl lagern.

** Basilikumschaum

2 große Hände voll Basilikum
300 ml Wasser
50 ml Zuckersirup
80 ml pasteurisiertes Eiweiss
70 ml Limettensaft

Den Basilikum für etwa 15 Sekunden in kochendes Wasser geben und dann in Eiswasser abschrecken. Basilikum mit Limette, Wasser und Zucker in einen Mixer geben und fein pürieren. Abseihen und mit dem Eiweiß in einen 0,5-l-iSi-Syphon geben, mit zwei Sahnekapseln laden und kühl lagern.

Glas

Großer Tumbler

Garnitur

Basilikumblatt

Credits

Foto: Essen via Shutterstock

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