Ginger Cat. Verschärfter Likör aus Köln.

Liköre 17.4.2013 5 comments

Immer wieder gibt es Aromen, die sich für eine gewisse Zeit vermehrt in den Vordergrund drängen. Diese spielen dann sowohl an der Bar als auch an der Küche eine verstärkte Rolle. Aus Hamburg kam vor einigen Jahren das für die Bar „neue“ Kraut Basilikum. Andere Sommergetränke wurden von bitteren Aromen wie Aperol und Campari geprägt. Und spätestens seit Alfons Schubeck sämtliche Kochsendungen des Landes besucht und uns in jedem Supermarkt aus dem Gewürzregal angrinst, ist auch Ingwer fester Bestandteil jeder Küche und jeder Bar.

Nun kommt aus Köln ein Likör, an dem Herr Schubeck sicherlich seine pure Freude hätte. Als Shot zum Karneval dürfte die Reaktion aber meist wie auf eine Senffüllung im Krapfen ausfallen. Dies soll aber nicht missverstanden werden. Es ist nur so, dass sich scharfe Ingweraromen nur für die wenigsten als Shot eignen.

Ginger Cat heißt der Likör aus Köln. Die Halbliterflasche mit stylischen Etikett macht neugierig und die Silhouette der Katze mit Fliege lässt auf einen charmanten Gaumenschmeichler hoffen. 30 % Vol. Alkohol bringt die Katze mit sich und bezeichnet sich selbst als „Organic Liqueur“, was einem Bio-Siegel gleichkommen dürfte, allerdings ohne das Etikett zu verschandeln.

Ingwer. Schon lange kein Trend mehr.

Die Flasche stand eine Weile vor der Verkostung auf dem Schreibtisch und am Boden hatte sich ein ordentlicher Bodensatz abgesetzt. Vor dem Genuss also der sportliche Einsatz – schütteln. Dies ist auch auf dem Etikett vermerkt und soll aus diesem Grunde nicht als Kritik angemerkt sein, auch wenn man sich fragt, ob eine zusätzliche Filtration etwas am Geschmack ändern würde.

Kein Drehverschluss, sondern ein Plastikkorken schützt den Inhalt vor Luft und Durst und der geschüttelte Inhalt präsentiert sich im Glas als goldgelbe Flüssigkeit, die an naturtrüben Apfelsaft erinnert.

Die Nase ist vorerst vollkommen unbeeindruckt. Recht neutral scheint zu sein, was sich im Glas befindet. Aber Schärfe ist ja meist schwer zu erriechen. Ganz spät kommt ein leichtes Aroma, das sofort an Ingwer erinnert. Aber der Geruch ist wirklich minimal und bringt keinerlei Unerwartetes mit sich. Ingwer halt.

Und dieser Eindruck setzt sich fort. Eine unaufdringliche Süße begleitet eine deutliche Ingwerschärfe. Der Alkohol ist hervorragend eingebunden und entfaltet keine zweite Schärfe. So stellt man sich einen Ingwerlikör vor. Relativ wenig Zucker und klar definierte Aromen von Ingwer mit einer dominanten Schärfe. Auf der Zunge Ingwer und mit einem langen Nachklang im Hals auch diese deutliche Ingwerschärfe.

Ein geschmacklich hervorragendes Produkt, welches, was uns auf Nachfrage versichert wurde, nur aus Zutaten aus Bio-zertifiziertem Anbau und in einer CO2 neutralen Produktion hergestellt wird. Gut vorstellbar ist eine Verwendung in Cocktails, um ihnen eine leichte Schärfe zu verleihen. In Kombination mit kräftigem Rum oder Bourbon ergeben sich bestimmt hervorragende Drinks.

Also Alfons. Kaufen.

 

// Kaufen: Eine Bestellung ist derzeit per Mail oder im cocktailian.de Shop möglich. Die 0,5l Flasche kostet ca. 22,90 Euro. //

 

(Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung Produktproben von Ginger Cat erhalten. Außer den Produkten – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!)

5 comments

  1. kisi

    Hab die Ingwer- Katze auch schon getrunken, ein geiler Stoff. Eignet sich prima zum Mixen, schmeckt mir aber auch als Shot sehr gut!

  2. SKOERPER

    Echt nix gegen einen neuen Likör. Aber Herrn Bohns „Bio-Ingwer-Likör nach dem Rezept seiner Mutter“ (Quelle: gibt es doch schon seit ein paar Jahren. Da firmierte der Spaß im Glas als „Gold Cat“ (siehe z.B. hier http://tastings-blog.de/?p=782 oder oder hier http://www.barfish.de und hergestellt wurde (wird?) der von der Firma Dwersteg, die auch eine Eigenabfüllung im Portfolio hat ). Also eine alte Katze im neuen Sack…

  3. GINGER CAT

    Hallo Skoerper,
    bedingt haben Sie mit Ihrem Kommentar recht!
    Unter dem Namen Gold Cat habe ich von September 2009 bis September 2012 einen Ingwerlikör vertrieben.
    Seit Herbst 2012 produziere ich allerdings mit einem neuen Produktionspartner GINGER CAT nach dem Rezept meiner Mutter. Das spiegelt sich auch im Geschmack wider, weshalb man ruhig von einer neuen Katze im neuen Sack sprechen kann.

  4. SKOERPER

    Na dann danke für die Richtigstellung. Miau!

  5. Marie

    seeehr lecker! und wenns draußen mal wieder regnet auch im Tee nicht falsch 😉

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