Fentimans Ginger Beer

Fentimans Tonic und Ginger Beer sprudeln nicht mehr.

Limonaden 12.8.2011 4 comments

Zum zweiten Mal scheint sich ein Importeur in Deutschland mit Fentimans übernommen zu haben. Seit Wochen ist die Firma Media & Design für Kunden nicht erreichbar, die mit Vorkasse Ware bestellt haben. MIXOLOGY ONLINE fragte im Mutterhaus von Fentimans nach.

Die kleinen, leicht antik angehauchten Flaschen mit ihrer für professionelle Trinker perfekt geeigneten Füllmenge von 125 ml haben mittlerweile Liebhaber weit außerhalb der Gastronomieszene gefunden. Barbetreiber berichten von Kunden, die sich bei ihnen ganze Trays zu teuren Preisen bestellen, um ihre „Lieblingsbardroge“ auch zu Hause genießen zu können. Vor allem die Sorten Fentimans Tonic Water und Ginger Beer sah man in den letzten Jahren in immer mehr Bars auftauchen. Trotz ihrer Beliebtheit glich der Markteintritt von Anfang an eher einem Stolpern als einem sicheren Durchmarsch. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Zuerst war die Firma Spirits Worldwide in Pforzheim die Bezugsquelle. Diese schloss aber irgendwann die Pforten, nach Aussage von Betreiber Eikerling auch entnervt von den Gängelungen des deutschen Pfandsystems. An der Stelle von Spirits Worldwide betrat dann plötzlich ein neuer Spieler den schwierigen deutschen Softdrinkmarkt. Markus Hohle von der Firma Media & Design aus Bad Hönningen präsentierte sich als Importeur. Die Pfandfrage war laut Firmeneigner gelöst. Die Flaschenfarbe änderte sich von braun zu grün.

Das ständige Sorgenkind Fentimans

Im Januar dieses Jahres begannen Gastronomen auf dem sozialen Netzwerk Facebook allerdings plötzlich die Seite der Marke mit Protesten zu traktieren. Sie bekämen keine Ware trotz gegenteiliger Versicherung des Importeurs. Dieser war auf Anfrage erreichbar und teilte mit, dass er genügend Ware im Markt hätte, aber keine entsprechenden Bestellungen kämen. Nun scheint sich die Situation verschärft zu haben. Wie uns aus unterschiedlichen Quellen zugetragen wurde, ist der Importeur seit Wochen nicht erreichbar. Händler und Gastronomen, die mit Vorkasse Ware bestellt haben, warten vergeblich auf ihre Lieferung.

Wir versuchten, Markus Hohle zu erreichen, um Antwort auf die Frage nach der Importsituation zu erhalten. Aber bis heute geht niemand ans Telefon unter den angegebenen Kontaktadressen. Blieb nur noch der Hersteller in Großbritannien als Anlaufstelle für Auskunft über die Verfügbarkeit am deutschen Markt. Die Mail mit Fragen war gerade Mal fünf Minuten im digitalen Äther, da klingelte auch schon unser Telefon. Der CEO von Fentimans, Geoff Wright, war am Apparat. Eine ungleich schnellere Reaktion als sie die deutschen Importeure jemals an den Tag legten. Offenbar haben die Briten doch Interesse am größten Getränkemarkt Europas.

Geoff Wright, der nach eigenen Angaben im engen Kontakt mit einigen der betroffenen Kunden steht, teilte uns mit, dass die Situation in Deutschland auch für ihn „unglaublich frustrierend“ sei. Man sei auf der Suche nach einer „längerfristigen Lösung“. Die deutsche Importsituation wieder grade zu biegen, dauere möglicherweise „bis zu einem Monat“. Man suche nach Wegen, die enttäuschten Kunden zu kompensieren. In Frankfurt gebe es offenbar noch Ware, allerdings konnte er den Kontakt nicht nennen, versprach aber, ihn nachzuliefern. Da Fentimans gebraut werde, gebe es eigentlich die Möglichkeit, die Marke als „prepared wine“ zu klassifizieren. Als Weine würden die Produkte nicht der Pfandpflicht unterliegen.

Es scheint aber zweifelhaft, ob im abmahnfreudigen Haifischmarkt Deutschland jemand jemals ein solches Risiko eingehen wird.  Es scheint fast, als wäre Fentimans in Deutschland mit einem Fluch belegt. Bleibt abzuwarten, ob andere Marken wie das neue Tonic 1724 von Global Premium Brands die Lücke füllen können.

 

Internet: fentimans.com

4 comments

  1. Stefan Heinrich

    Ich kenne etliche Menschen, die googeln nach Fentimans Tonic und landen dann in Lübbecke bei greatbritishfood.de, wo sie zu reellen Konditionen ihr Tonic beziehen. Cheers!

  2. Hubert Staudenmaier

    Schade, dass es in Deutschland keine Spirituosen gibt, die internationales Renommee haben. Nur Massenware.
    Man muß auf britischen Gin, französischen Wermut, französische Liköre (Marie Brizard) zurückgreifen. Schade.
    Auch Tonic Water sollte man hier herstellen können.

  3. wilfried Starkl

    Herr Staudenmaier das stimmt doch gar nicht und ich bin nicht mal deutscher….

    ihr habt den monkey 47 weltklasse gin aus dem Scwarzwald oder den Duke GIn aus München danemben gibt es nocht die geniale Fritz Cola…

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