Mixology: Magazin fur Barkultur

Red Bulls 'Simply Cola' jetzt auch in Deutschland

Alkoholfrei 2.7.2008 5 comments

Red Bulls neue Cola, über die wir bereits berichteten, ist jetzt auch in Deutschland erhältlich. Letzten Freitag entdeckte ich sie bereits an einer Autobahnraststätte und am Samstag lag ein Promo-Päckchen im Büro. Viel mehr als ein kleiner Folder mit den bereits bekannten Informationen ("keine Konservierungsstoffe", "alles natürliche Zutaten" etc.) lag nicht bei.

An beiden Tagen hatten ich auch weibliches Testpersonal zur Hand. Die Reaktion von allen: "Danke, ich mag kein Red Bull!" Von meiner Frage: "Möchtest Du das neue Red Bull Cola probieren?" hatten sie nur die Worte "Red Bull" verstanden.

Ein erstes Fazit: die neue Marke kommuniziert sich schwer. Der Auftritt der Dose ist auch mehr "Red Bull" und weniger "Cola", wie man an der Abbildung sehen kann. Nun zum Geschmack.

Bastian und ich fanden ihn durchaus annehmbar. Charakteristisch ist allerdings die bereits an anderer Stelle geäußerte Assoziation von "gelutschten Kolafläschchen", die wohl jeder aus seiner Kindheit kennen dürfte. Was als dominanter Grundton auffällt, ist eine starke Zimtnote. Die ist wohl nicht jedermanns und vor allem nicht jederfraus Sache.

Wir mischten Simply Cola noch mit dem Standard für Cuba Libre, Havana Club 3y, und auch dieses Mischergebnis ging in Ordnung. Abgesehen vom Red Bull-Image und der Dose ist das eigentlich eine Connaisseur-Kola. Speziell und nicht jedermanns Geschmack. Sie läßt auch völlig den "Kick" einer Coca Cola vermissen, was auf den geringeren Zuckergehalt zurück zu führen sein dürfte.

Was kann man von der Marke erwarten?

Ich denke, Simply Cola wird kein Selbstläufer. Das Produkt muss erklärt werden. Die Schwierigkeit sehe ich auch darin, dass Red Bull eine starkes Image und eine starke, eigenständige Werbewelt erschaffen hat, in die dieses neue, "natürliche" Produkt nicht hineinpasst. Bei anderen Marken wie Sabai oder Carpe Diem hat Red Bull einen komplett separaten Auftritt erschaffen. Dass man sich bei Simply Cola dazu entschieden hat, sich an den Energieklassiker anzulehnen, dürfte pragmatische Gründe haben. Die Vertriebswege für Red Bull sind bereits breitest erschlossen und man muss hier nur noch die Cola neben den Energy-Drink ins Regal stellen, wie man es schon mit der Diätvariante von Red Bull gemacht hat.

Mit Simply Cola scheint bei Red Bull auch der Übergang von der quirligen, wachstumsgesteuerten Innovationsmaschine mit dem unorthodoxen Auftritt zum Softdrink-Multi stattzufinden. Die Markenkommunikation bei Simply baut sich auf klassischen Produktanzeigen auf, wie man sie in Großbritannien bereits sehen konnte. "Große Dose in der Mitte einer Seite", da war man von Red Bull doch bisher anderes gewöhnt.

Und noch ein Gedanke: Wenn ich oben "Coannaisseur-Kola" schreibe: ich bin bis heute der Meinung, dass es ein großer Fehler war, sich bei Red Bull von den Flaschengebinden für die Gastronomie zu verabschieden. Für dieses neue Produkt wäre diese Flasche perfekt.

Link:

www.redbull.com

 

Übrigens: in Österreich sagt man "das" Cola, falls sich jemand über die Wortwahl auf den Foldern wundern sollte.

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