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Matthias Straka im Porträt.

Ende der 90er-Jahre gestaltete Matthias Straka Mocktails für Kinderfeste. Etwas später schenkte er Champagner im Rotlichtmilieu aus. Sein bewegtes Leben führte ihn als Barchef in die Leipziger Bar Bellini. MIXOLOGY-ONLINE traf Matthias Straka zum Gespräch.

Fast alles hat er schon erlebt. 2002 wirkte er mit Thorsten Spuhn im Modern Master’s in Erfurt. Aufregende Erfahrungen konnte er mit der Eröffnung  des Titty Twister Stripclub als Barchef sammeln. Das Comeback in Leipzig feierte Matthias Straka 2006. Das Sol y Mar, das für seine südländische Atmosphäre bekannt ist und die Eröffnung des La Provence waren die letzten Stationen, vor dem Wechsel in die Bellini Bar.

Das Erfolgsrezept

„Das Bartending sollte vom ganzem Herzen kommen und man darf niemals den Boden unter den Füßen verlieren“, so die treibende Kraft der Bellini Bar über seine ganz persönliche Arbeitseinstellung und zum Leitbild der Bar. Herzlichkeit und Offenheit sind die maßgebenden Qualitäten die das Haus besitzt und vermitteln möchte. Mit italienischer Cucina und Interpretationen, wie Ti-Punch, Sazeroni und einem Knusperflocken Colada, setzt das Bellini auf neue Trends und angenehme Optik für ihre Drinks.

Der Rückhalt

Neben dem Auge für das Schöne und stets auf der Suche nach dem rechten Geschmack, vereint Straka in sich zwei vollkommen unterschiedliche Menschen. Zum Einen: Straka der Familienmensch. Seine Tochter und seine Frau sind sein Leben. Wenn man eine lange und erfolgreiche Karriere in der Gastronomie pflegen möchte, bedarf es Rückhalt, Stabilität und eines ehrlichen Ausgleichs im Leben eines Bartenders. „Sie geben mir die Kraft, um meinen (Bar-)Mann zu stehen (…)“, so Straka.

Mit geballten Fäusten

Straka liebt diese Kontraste. Mal taucht er gerne ab und lässt sich treiben, wie in der Chocolate Bar in Leipzig. Oder er schwimmt gegen den Strom und will Siegen. Für Straka, den Gewinner, ist es daher nicht verwunderlich, dass er Erfolge wie den 3. Platz der Diageo World Class (2012 im Dresden/Germany Flight) und den 2. Platz bei der Grand Marnier Trophy (2010) verbuchen konnte. Als amtierender Mitteldeutscher Cocktailmeister der Deutschen Barkeeper Union (DBU) sieht er es als seine Pflicht an, seinen Gästen die Barkultur näher zu bringen. Erlerntes weiter zu geben, ist Straka ein Anliegen. So sieht er auch Thorsten Spuhn als ein „Vorbild“ an. Er ist trotz der eigenen Erfahrung stets ein interessierter Verfolger von Kollegen und deren Wegen. Voller Respekt sagt Straka: „(…) Andre Pintz zum Beispiel – von ihm können wir noch einiges Erwarten. Ich bin sehr gespannt.“

Kämpfer wie Straka können allerdings nicht nur einstecken, sondern auch austeilen. Im Boxgym hält er seinen Körper firm. Das Fitnessboxen sei der richtige Sport, um die allgemeine Koordination und die Reaktionen  für den Working Flair, mit dem er seine Gäste begeistert, zu bewahren. Seinen Geist vergnügt er mit der Recherche nach Kostbarkeiten und seltenen Stücken der Barwelt und vertieft sich gerne in seine private Sammlung an Büchern über Bars und Brände.

Erklärbär hinter der Bar

Neben der heimischen Bibliothek und der Home-Bar, genießt Straka auch gerne schöne Momente  und Drinks, am liebsten auf einer süßsauren Rumbasis, im Reichenbach in München oder auch in der Twist Bar in Dresden. Abwechslung braucht der Mann. So ist er ein großer Freund des Laphroig 18 Years Whiskys, wie auch vom Blanton’s Straight From The Barrel oder einem Don Julio Anjeo. Unter den gestandenen „Lieblingstropfen“ versteckt sich auch der ein oder andere Likör aus dem Hause Ziegler. Straka ist nie abgeneigt seine Lieblingstropfen mit Gästen zu teilen und ihnen die Wissenschaft dahinter näher zu bringen.

Fragt man Straka, den Erklärbär mit Flair und Meister des Shakerschwingens, nach seiner Zukunft, kann er mit einem zufriedenen Lächeln sagen: „Was für die Zukunft geplant ist? Ganz deutlich sehe ich mich hinter der Bar. Vielleicht aber doch irgendwann hinter der eigenen.“

 

Bildquelle: Sandro Jödicke

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