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Morning Glory Fizz Cocktail | Mixology Magazin für Barkultur

What’s the Story, Morning Glory Fizz? Plädoyer für den frischen Schotten

Der Morning Glory Fizz wurde früher, wie sein Name bereits sagt, zu morgendlicher Stunde konsumiert. Glory Days. Heute empfiehlt sich für diesen kräftig-frischen Fizz wohl besser der Abend. Oder zumindest der Nachmittag.

Ein bisschen weniger Respekt bitte

Dass Scotch, sowohl als Blend wie als Single Malt, eine hervorragende Mixspirituose ist, haben wir hinreichend thematisiert. Die meisten Barkarten allerdings werden nach wie vor mit Bourbon befeuert. Preis jedenfalls sollte kein Ausschlusskriterium sein, um mit Scotch zu mixen.

Und seine Komplexität und Aromenvielfalt lädt geradezu dazu ein, mit ihm zu spielen. Vielleicht hat es eben immer noch damit zu tun, dass bei vielen Gästen eine andere Zugabe als Wasser zu ihrem Scotch nach wie vor als Blasphemie gilt.

Morning Glory Fizz Cocktail | Mixology Magazin für Barkultur
Auch am Abend eine wunderbare Erfrischung: der Morning Glory Fizz

Morning Glory Fizz

Zutaten

6cl Scotch Whisky (z. B. Monkey Shoulder Vatted Malt)
1,5 cl Limettensaft
1,5 cl Zitronensaft
2 cl Zucker
3 Dashes Absinth
1 Eiweiss
Soda

Paradebeispiel Morning Glory Fizz

Diese Blasphemie wollen wir jedoch gerne wagen. Also hinweg mit der Ehrfurcht vor den fein zerfließenden Tränen im Nosing-Glas. Füllen wir die Shaker mit großen Schotten! Als Paradebeispiel, wie gut ein Scotch in einem Cocktail funktioniert, soll an dieser Stelle der Morning Glory Fizz stehen.

Zu einer Zeit, als man sich über die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums nicht in dem Maße bewusst war wie heute, war dieser Drink tatsächlich einer, den man morgens zu sich nahm, um die Nerven zu beruhigen und gelassen in den Tag zu gehen. Aber auch am Abend bietet der Morning Glory Fizz eine wunderbare Erfrischung.

Und bis wir dann in ein paar Jahren mit diesem und ähnlichen Drinks den Tanztee in der Seniorenresidenz aufpeppen, feilen wir am perfekten Rezept.

Zitrone oder Limette? Beides

Der Morning Glory Fizz wird erstmals 1884 in einem Buch namens How to mix drinks von einem gewissen Winter erwähnt – und das noch als erste Rezeptur in diesem Buch überhaupt. Wir möchten uns jedoch am Rezept in Harry Johnsons vier Jahre später veröffentlichtem „Bartender`s Manual“ orientieren.

Die Ursache liegt in der Säure. Während Winter nur Zitronensaft erwähnt, erscheint die Kombination aus Limette und Zitrone ausgewogener. Mit Zucker und einem frischen Eiweiß ergibt sich eine tolle Textur, in der sich Scotch und Absinth gegenseitig aufbauen können. Der erfahrene Bartender macht an dieser Stelle dem Commis eine Freude und macht aus langem, intensivem Shaken eine Unterweisung.

Die Wahl des Whiskys ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Er sollte allerdings genug Volumen mitbringen, um vom Absinth nicht erschlagen zu werden. Sowohl Blended Scotch wie auch Single Malts konnten im Test überzeugen. Freunden torfintensiver Islay-Whiskys sei ein Versuch mit Lagavulin ans Herz gelegt.

Morning Glory Fizz bei jedem Wetter

Nicht zuletzt beweist ein Drink wie der Morning Glory Fizz zweierlei Dinge: Zum einen eignet sich Whisky hervorragend als Fizz-Basis, eine Gattung, die man durchaus unterschätzt nennen darf. Zum anderen kann man mit dem Cocktail wunderbar Vorurteile aushebeln, dass Whisky eine Art Kaltwetterspirituose sei. Ob nun morgens oder abends.

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Credits

Foto: ©Caroline Adam

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