Paloma Lemonade Mango

Die MIXOLOGY-Verkostungsrunde Juni 2018

News 27.6.2018

Mit dem Bacardí Añejo Cuatro und der Paloma Lemonade Mango stehen gleich aus zwei großen Häusern Neuheiten auf dem Tisch. Aber auch die kleinen Hersteller dürfen nicht fehlen, diesmal aus Bayern, Württemberg und in Form einer steirisch-berlinerischen Kooperation.

Der Launch des Bacardí Añejo Cuatro vor ein paar Wochen wurde viel beachtet. Nun steht er in den Regalen und auch bei der Verkostungsrunde auf dem Tisch. Passend zum Sommer (und weil immer mehr Limonaden den Weg in die Redaktion finden) starten wir auch heute mit gleich zwei alkoholfreien Produkten. Für den Anfang gehen wir nach Bayern.

M.A.T. Craft Lemonade Rosmarin

Es ist natürlich immer ein kleines bisschen eigenartig, wenn der Begriff „Craft“ als Teil der Marke genutzt wird. Das soll aber nichts daran ändern, dass M.A.T. Drinks aus dem schönen Bad Tölz mit seinen fünf Limonaden ein sehr interessantes Anfangsportfolio auf den Markt gebracht hat. In die überaus hübschen Keulenflaschen mit dem Affenlogo finden die Sorten Enzian, Salbei, Gurke, Preiselbeere und Rosmarin ihren Weg, letztere hat sich die Runde zum Text vorgenommen.

Dabei überzeugt gleich zu Beginn ein wahrhaft dichter, ätherischer und leicht deftiger Rosmarin-Duft, der dank einer begleitenden Zitrusnote eine feine Leichtigkeit und Eleganz erhält. Definitiv ein anregendes Aroma! Dieser olfaktorischen Intensität kann der Eindruck im Mund leider nicht ganz gerecht werden. Die Kohlensäure macht trotz vorsichtigen Einschenkens einen relativ flachen Eindruck, die Limonade vermittelt dadurch ein vergleichsweise dünnes Mundgefühl. Bestehen bleibt die herbale Note des Rosmarins, der allerdings im Vergleich zum Nosing die charakteristische Harzigkeit abgeht. Neben der Kohlensäure dürften nach Ansicht der Tester auch Bitterkeit und Säure ein wenig mehr Raum bekommen, um der Limonade zu etwas mehr Intensität und damit der Nutzbarkeit als Filler zu verhelfen. Insgesamt ein interessantes Produkt, das aber noch Luft nach oben hat. Zum fairen Preis kann man sich selbst von den M.A.T. Craft Lemonades überzeugen.

0,25 Liter

0% Vol.

€ 1,55 z.B. sprit-shop.net

matdrinks.com

 Paloma Lemonade Mango

Mit der Grapefruit-Limonade Paloma, angelehnt an den gleichnamigen Tequila-Highball, bietet Borco aus Hamburg seit Jahren ein flächig verbreitetes deutsches Pendant zu den internationalen Marken wie z.B. Ting. Nach der ersten Line-Extension mit der Sorte „Watermelon“ erhält die Taubenfamilie nun mit der Abfüllung „Mango“ ihr drittes Mitglied. Passend zur Terrassensaison dürfte die Sorte mit dem seit Jahren trendigen Aroma schnell vielerorts gelistet worden sein.

Wie bei vielen Mango-Produkten ist auch das Kernaroma der Paloma Lemonade Mango angesiedelt zwischen Mango und Passionsfrucht. Die typische Mango-Süße mit Assoziationen an Honig ist nur sehr dezent zu erahnen, es dominieren herbe Anklänge, eben von Passionsfrucht, aber auch von der Grapefruit der „älteren Schwester“. Erst nach ein paar Augenblicken offenbart die Paloma Lemonade Mango ein wenig mehr klassischen Mango-Duft. Der Gesamteindruck lässt mehrere Verkoster an den urigen Tropifrutti-Mix denken. Auch der Geschmack erinnert mit seiner leichten Adstringenz zunächst eher an Maracuja, die Mango gesellt sich eher als Partner mit hinzu. Recht leichte Kohlensäure und eine kraftvolle Süße lassen im gekühlten Zustand durchaus Erinnerungen an Wassereis aufkommen. Eine gut eingebundene, dezente Säure rundet die Paloma Lemonade Mango ab und unterstreicht den Anspruch an die Mixability des Produktes.

0,35 Liter

0% Vol.

€ 1,29

paloma-lemonade.de

Freimeisterkollektiv Wermut Extra Trocken

Es wird nicht still um das von Theo Ligthardt initiierte Netzwerk aus Brennern und Getränkeproduzenten, das sich einem unverhandelbaren Qualitätsanspruch, Innovation und dem Fokus auf die hochwertige Bar verschrieben hat. Laufend kommen neue Abfüllungen auf den Markt (aktuell entsteht in Kooperation mit mexikanischen Handwerksbrennern gar ein Mezcal), zu den jüngsten zählt der Wermut Extra Trocken aus der Hand der Winzerin und Brennerin Lisa Bauer aus der südöstlichen Steiermark. Erinnert man sich an den von Florian Faude kreierten Curaçao, der aufgrund fehlenden Zuckers eigentlich gar keiner ist, ahnt man, was man im Falle des Freimeisterkollektivs beim Begriff „trocken“ erwarten darf.

Dem wird das Aroma auch sofort gerecht: Die Nase des strohgelben Wermut ist zunächst ein wenig irritiert vom Reichtum, der sich allerdings schnell in eine komplexe Verbindung von Zimt, Mineralität, deutlichem Wermutkraut und floralen Noten wie Veilchen und Lavendel aufschlüsselt und ein harmonisches, jedoch spannungsvolles Bild vermittelt. Am Gaumen zeigt sich die kraftvolle Trockenheit in der Tat mit viel Biss und der leicht salzigen Erdigkeit eines Fino Sherry, dazu flankiert mit leicht erdigen Noten. Besonders fein kommen außerdem Nuancen von Kumquat, Pampelmuse und abermals Veilchen zum Tragen – alles natürlich mit einer satten, charakteristischen Bitterkeit. Ein aufregender, hochinteressanter Wermut für zahlreiche Mix-Experimente. Wie alles vom Freimeisterkollektiv auch mit überaus attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis. Unbedingt probieren!

0,5 Liter

19% Vol.

€ 15,- im eigenen Webshop

freimeisterkollektiv.de

Bacardí Añejo Cuatro

Vor knapp einem Vierteljahr gab Bacardí die Lancierung der neuen Abfüllung mit dem klangvollen Namen Bacardí Añejo Cuatro bekannt. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein Blend von mindestens vier Jahre lang gereifter Rums, das Haus mit der Fledermaus bietet mit dem Cuatro also ein neues dezidiertes Bindeglied zwischen den Standardabfüllungen und dem höherwertigen, acht Jahre gereiften „Ocho“ – während letzter bei Bacardí das Sipping-Segment eröffnet, ist der Bacardí Añejo Cuatro hingegen ausdrücklich als Mix-Rum vorgesehen.

Ins Glas kommt der Cuatro mit einer ansehnlichen, satten Bernsteinfarbe, er zeigt nur minimale Viskosität. Neben einer leichten, alkoholischen Schärfe zeigen sich zuerst typische Aromen von Honig, Karamell und Vanille, etwas später kommen klassische Gewürze wie Piment, Cassiazimt und eine Spur Nelke dazu. Gerade die leichte, typische und blumig-erdige Nelkenschärfe setzt sich am Gaumen deutlich fort, während eine deutliche Süße dem Bacardí Añejo Cuatro ein rundes Volumen gibt, dessen Verweis auf Crème-brûlée allerdings manchem Liebhaber zu sehr von der trockenen, leichten Eleganz des kubanischen Stils wegführen könnte. Das ändert nichts daran, dass man mit dem Bacardí Añejo Cuatro einen interessanten goldenen Mix-Rum vorgelegt hat, dessen Preis ihn für viele Bars hochattraktiv machen dürfte.

0,7 Liter

40% Vol.

€ 17,90

 bacardi.com

 Heimat Gin

Mit dem Begriff „Heimat“ meinen die drei Macher der gleichnamigen Gin-Marke nichts anderes als das württembergische Schwaigern nahe Heilbronn. Ganz besonders vor allem die dortigen Streuobstwiesen, von denen Äpfel und Birnen in den Heimat Gin gelangen. Insgesamt 18 Botanicals, darunter Thymian, Wiesensalbei und Spitzwegerich, finden den Weg in die Brennblase, die tatsächlich noch mit Holz befeuert wird.

Diesen urigen, wertigen Anspruch unterstreicht nicht nur die rustikale schwarze Steingutflasche, sondern auch das Aroma des Heimat Gin: Dichte, würzige Pinie gesellt sich zu harzigen, moosigen und leicht floralen Noten – dazu tatsächlich ein Hauch Birne, der aber dezent und hintergründig bleibt. Wer zu starke Fruchtaromen in Gins jüngeren Datums fürchtet, kann beherzt zum Heimat Gin greifen. Jene Kernobstnoten treten zwar geschmacklich etwas deutlicher zutage, sie bleiben allerdings harmonisch eingebunden zwischen balancierten und komplexen, klassischen Gin-Aromen – insgesamt sehr crisp, stringent und immer noch klar an die London Dry-Stilistik gemahnend. Pur kurioserweise gleichzeitig füllig-cremig und dennoch leicht. Eine interessante Gin-Bereicherung zum mittlerweile gängigen Preis, der absolut in Ordnung geht, wenn man die komplette Fertigung von Hand bedenkt.

0,7 Liter

43% Vol.

€ 33,- im eigenen Webshop

heimat-gin.de

Photo credit: Kathrin Bischoff

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