FÜNF! Ideen für die Reste

News 4.1.2015

Gerade nach den Feiertagen bleiben viele Reste. Das sind einerseits die Überbleibsel festlicher Braten, die auch an den Folgetagen noch zum Knabbern und Nagen einladen. Dazu gehören allerdings oft genug auch zweifelhafte Getränke, die es auf Umwegen in die Hausbar geschafft haben. Wir haben FÜNF! Ideen, was man mit diesen ungenießbaren Resten anstellen kann.

Gäste bringen ja so einiges mit. Und sie meinen es – unterstellen wir einfach mal – auch nur gut. Die schöne Tradition des Gastgeschenkes wird leider bei so mancher Gelegenheit ungewollt in ein unschönes Ereignis umgewandelt. So bringen Gäste zu den Weihnachtsfeiertagen oder an Silvester gern “was Leckeres” zu trinken mit, um die Feier zu bereichern.

Nicht jeder kann ein Kenner ernsthafter Getränkekultur sein. Das zu fordern wäre arrogant und utopisch, denn jeder hat andere Interessen. Und solange unseren Gästen schmeckt, was sie selbst mitbringen, sind ja auch alle zufrieden. Nur bleiben meistens Reste. In der eigenen Wohnung. Was soll man damit jetzt anfangen? Wo doch die freundlich gemeinten Hinterlassenschaften dem eigenen Geschmack so komplett zuwiderlaufen. Und zum Wegschütten ist dann doch noch zuviel political correctness da. Es ist schwierig. Wir hätten FÜNF! Ideen, was mit schlechten übrigen Getränken noch gemacht werden könnte.

1) Sogenannter Cognac

Der Begriff Cognac ist im Prinzip streng geschützt. Das hindert die Menschen nicht daran, ihn auch für alle möglichen anderen braunen oder braun gefärbten Weinbrände zu verwenden. Besonders zu den Weihnachtsfeiertagen bringen viele Leute gerne ein Fläschchen “Cognac” mit, wenn Sie eingeladen sind, denn ein guter Schluck tut nach einem gehaltvollen Essen wahrlich gut.

Leider sind weitaus weniger Personen auch bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen, weswegen sich auf den festlichen Büffets des Landes grässlich viel Ware findet, die an sich nicht einmal die Kennzeichnung Weinbrand verdient hätte. Das einzige, was sich nun noch damit anfängen lässt, ist Kochen. Bratenfond kann man damit ablöschen, dabei verdampfen wenigstens die Fuselöle. Oder Marinieren sollte vielleicht auch noch gehen. Oder Flambieren. Aber nicht Trinken!

2) Sahnelikör

Zugegeben: Sahne ist aus Bar-Sicht irgendwie ein “easy target”. Unter einer breiten Verbraucherschicht hingegen erfreut sie sich konstant großer Popularität. Davon singen Sahne- und Toffeeliköre ein beständiges Lied. Nicht nur der irische Gigant, auch viele andere Marken bespielen den cremig-zuckrigen Markt. Unter Bartendern hingegen ist die Fangemeinde überschaubar: zu viel Zucker, zu wenig Aroma, zu klebrig.

Besonders nach dem Essen oder zum Dessert sind die süßen Zeitgenossen überaus gefragt, und so mancher Gast bringt gern ein Fläschchen mit, wenn er eingeladen ist. Zusätzlich kommen zur kalten Jahreszeit einige Hersteller freudig mit sogenannten “Winterlikören” um die Ecke, deren Aromengebung dann leider meist eher an alte “Big Red”-Kaugummis als an Weihnachten erinnert. Was mann dann mit so etwas noch machen kann? Vielleicht lässt sich der “Winterlikör” in homöopathischen Dosen in ein Parfait einarbeiten, das man bei Gelegenheit als Nachtisch serviert. Oder man kocht ihn kräftig auf und macht Eis am Stiel daraus. So ist etwas Besonderes da, wenn das nächste Mal Kinder zu Besuch sind. Aber nicht Trinken!

3) Sambuca

Sambuca wurde entweder erfunden von einem Menschen, der starke sadistische Veranlagungen aufgewiesen hat oder von einem solchen, der selbst riesenhafte Freude an pochendem Kopfschmerz hatte. In Italien, dem Land seiner Herkunft, hat der sämig-sirupige Kram daher auch ziemlich flächendeckend genau den Ruf, der ihm zusteht: den eines Alte-Säufer-Schnaps. In Deutschland hingegen ist das Teufelszeug gerade als Shot auf Partys so dermaßen populär, dass es wehtut.

So kann man sich bei einer Silvesterparty von einer bestimmten Personenzahl an fast sicher sein, dass irgendjemand eine Flasche Sambuca mitbringen wird. Freilich, diese Flasche wird zunächst unerbittlich und mitleidlos dafür sorgen, dass mehrere Menschen am Neujahrsmittag den Alkohol generell verfluchen. Und wenn das geschehen ist, dann steht die Neige Sambuca in der Wohnung herum, womöglich sogar in der eigenen Hausbar, zwischen exzellentem Rum und Whiskey. Was tun, bevor die penetrante Aniskeule die anderen Flaschen kontaminiert? Es dauert wirklich lange, bis sich da eine Lösung finden will.

Die einzige Idee, die sich nach längerer Rücksprache mit Fachleuten einstellt, wäre vielleicht, den Sambuca in geringen Mengen bei der Zubereitung eigener Pralinen zu verwenden. Ansonsten darf es aber das Spülbecken sein. Aber nicht Trinken!

4) Schlechter Sekt

“Kommt her, ich trinke Sterne!” Diesen Satz soll der Mönch Dom Pérignon seinerzeit ausgerufen haben, als er entdeckte, wozu die Flaschengärung im Wein führt: nämlich zu Champagner.

“Ich trinke und sehe Sterne”, wäre ein oft angemessener Ausruf bei vielen anderen Schaumweinen, die zu den Feiertagen auf den Tisch kommen. Dabei muss es ja gar nicht unbedingt Champagner sein.

Aber mehr als drei Euro sollte die Flasche Sekt, Cava oder Crémant doch kosten, was vielen Konsumenten noch immer zuviel scheint. Wenn man zusätzlich zu den üblichen Aufschlägen noch die in Deutschland gültige Schaumweinsteuer bedenkt, wird einem klar, dass ein Wein für weniger als einem Euro pro Liter nicht schmecken kann. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gehen minderwertige Sekte tonnenweise über den Verkaufstisch. Was zuhause übrig bleibt, kann evtl. für den Sommer aufgehoben werden, um Bowle daraus zu machen (aber nur mit viel Verdünnung). Ansonsten darf der Schaumwein zur Hand genommen werden, um Teigen und Mousses etwas mehr Fluffigkeit einzuhauchen. Aber nicht Trinken!

5) …der Wein, der Wein

Natürlich, beim Wein scheiden sich sowieso die Geister. Zu den Festtagen gönnen sich viele Leute etwas Gutes. Leider ist dieser Begriff sehr, sehr relativ. So wechseln auch hunderttausende Weinflaschen jeglicher Güte den Besitzer. Und wenn die Schwiegereltern eine lieblich ausgebaute Rotweincuvée mitbringen, muss eben tapfer gelogen werden. Aber nur bei der ersten Flasche, die weiteren werden dezent übergangen. Schließlich haben die Tante, der Onkel, Großmutter und die eigene Eltern ja auch noch Wein mitgebracht. Gott sei Dank!

Bis man dann beim Aufräumen nach Silvester die übrigen Flaschen wiederfindet und sich fragt, was man damit nun anfangen soll. Klar, kochen kann man auch mit süßem Wein, obwohl er sich dann schon in vielen Saucen anders verhält als sein trockener Bruder. Hervorragend eignet sich lieblicher Wein jedoch zur Zubereitung von Rotweinbirnen, die als Dessert im Winter ganz wunderbar daherkommen. Da hier ohnehin große Mengen Zucker zum Einsatz kommen, macht das mit dem Wein nichts. oder man versucht sich an einem Rotweinsirup, der tatsächlich erstaunliche Old Fashioneds hervorbringen kann. Aber nicht Trinken!

Photo credit: Altglas via Shutterstock

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