Inventur am 4. Mai 2014

News 4.5.2014 1 Kommentar

Während am Donnerstag in Berlin die Steine und Bengalos flogen, fliegen bei MIXOLOGY ONLINE die Branchennews der Woche herein: Der Platzhirsch verliert. Ein Österreicher vertreibt einen Spanier. Kündigung wegen Zucker. Vodka-Produzenten in der Ukraine. Die Übernahme von Beam Inc. durch Suntory. Das Nachtleben in Tunis nach der Revolution.

Nach einer Woche wie dieser, in der ein Mittwoch zum gefühlten Freitag mutiert, sieht man sich nicht nur dazu gezwungen, das Büro zwei Mal aufzuräumen, sondern auch den 1. Mai und das Wochenende beides mal mit einem Feierabendbier einzuläuten. Darauf wurde uns von Thomas Kaiser und Christian Wassermann nahe gelegt, wie wir auf der einen Seite weniger Müll sortieren und auf der anderen Bier lässiger trinken können. Die beiden Designer entwickelten ihren Flaschenöffner Johnny Catch, der an der Wand befestigt wird und die Kronkorken auffängt, um ein Magnet-Gadget weiter, der die herabfallenden Kronkorken fixiert und sich somit noch unauffälliger in den Haushalt oder der Bar integrieren lässt.

Alles andere als unauffällig war dagegen der abgewiesene Einspruch von Jägermeister gegen die Eintragung des neuen Kräuterlikörs HirschRudel.

Platzhirsch Jägermeister verliert den Rechtsstreit gegen HirschRudel

Im Februar 2013 wollte Dirk Verpoorten seinen neuen Kräuterlikör HirschRudel als Marke eintragen lassen. Dies wurde jedoch umgehend durch eine Widerspruchsklage von der Mast-Jägermeister SE verhindert, da laut Jägermeister die Wortmarke Hirschrudel zu nah an der Bildmarke von Jägermeister sei, dem Hirsch. Nach fast einem Jahr ist die Rechtsfrage zugunsten von Hirschrudel, dem Produkt von Verpoorten, ausgegangen, da laut Gericht die Abbildung einer Gruppierung von Hirschen nichts mit dem stilisierten Hirschkopf in Kombination mit einem Kreuz zu tun hat.

Durch die nun genehmigte Markenanmeldung startet der Verkauf des HirschRudel-Kräuterlikörs laut Dirk Verpoorten ab Mai. Der Name geht auf ein Kindheitserlebnis und einen Eintrag aus dem Poesiealbum von Elly Verpoorten zurück, die Großmutter vom Firmengründer Verpoorten. Die geheime Rezeptur der Spirituose setzt sich aus 31 Kräutern zusammen, hat 35 % Vol. und wird zunächst in Kleinstmengen produziert. Der Preis pro 0,5 Liter Flasche beträgt noch offiziell unbestätigt 20 Euro und wird über die Gesellschaft Wein Wolf Import mbH & Co. Verwaltungs KG vertrieben. – AA

Licor 43 in Österreich bei Franz Bauer

Die 1920 gegründete Destillerie Franz Bauer GmbH vertreibt künftig den spanischen Likör Licor 43. Dieser gehört mittlerweile zu den bekanntesten spanischen Getränkemarken und hat in vielen europäischen Märkten beeindruckende Wachstumszahlen vorgelegt. In Deutschland ist die seit über einer Dekade veranstaltete Licor 43 Competition einer der Wettbewerbe mit den höchsten Teilnehmerzahlen. Der Vertrieb in Deutschland liegt derzeit bei der Campari Deutschland GmbH. – SL

Mit Zucker in die Arbeitslosigkeit

Das Tafelspitz-Imperium von Plachutta in Wien steht wieder stark in der Kritik dieser Tage. Grund dafür: einem Mitarbeiter des Restaurants wurde fristlos gekündigt, nachdem er seine selbstgekauften Erdbeeren mit rund 50 Gramm Zucker süßte, was einem Warenwert von weniger als 10 Cent entspricht. Der Zucker war jedoch der Zucker des Restaurants. Mario Plachutta kündigte dem Kellner auf der Stelle und spricht von „massivem Fehlverhalten“.

Die Tatsache, dass der Angestellte süßte, ohne vorher den Dienstgeber zu fragen, wog als Verletzung der Treuepflicht für den Chef schwerer, als das eigentliche Benutzen des Plachutta’schen Zuckers. Das Arbeitsgericht widerspricht und eine fristlose Kündigung ist nicht gerechtfertigt.

Der Umgang mit den Mitarbeitern bei Plachutta stand schon in der Vergangenheit in der Kritik. So führt nicht nur ungefragtes Erdbeerensüßen, sondern auch das Ausleben eines sonnigen Gemüts zur Kündigung. Eine Plachutta-Angestellte verlor ihren Job, weil sie für den Plachutta-Chef regelmäßig zu laut lachte.  Auch damals bekam die Mitarbeiterin Recht. Fälle dieser Art mehren sich im Hause Plachutta und Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske fordert zu mehr Respekt vor den Angestellten auf. – SL

Vodka-Produzenten in der Ukraine

Die Krise um die Krim und die Ukraine tangiert natürlich auch die Wirtschaft. Ging es der ukrainischen Ökonomie schon vorher nicht gut, so dümpelt sie jetzt am Rande des Staatsbankrotts. Das betrifft natürlich auch die Spirituosen-Hersteller. Drinks International hat sich umgehört  und die großen Produzenten wie Nemiroff und Bayadera befragt. Die gaben sich entspannt und sogar vorsichtig optimistisch, verwiesen aber gleichzeitig auf die bestehende Unsicherheit am Markt.

Trotz der Krise: Es wird weiter länderübergreifend produziert und getrunken. Nur das Geschäft mit der Krim hat Schaden genommen. Als größtes Problem sieht man offenbar die rasch wachsende Zahl der illegalen Schnapsbrenner. – MO

Drittgrößter Spirituosenkonzern heißt nun Beam Suntory

Die Übernahme von Beam Inc. durch den japanischen Multi Suntory ist nun abgeschlossen, wie das neue Unternehmen kommuniziert. Man übernimmt beide Marken in das neue Konstrukt, das nun die Spirituosen-Segmente der Japaner mit denen der amerikanischen Firma vereint. Das laut eigener Aussage “weltweit drittgrößte Premium-Spirituosen-Unternehmen” verfügt nun über Marken wie Maker’s Mark, Knob Creek, Hakushu, Hibiki, Kakubin, Teacher’s, Laphroaig, Bowmore, Canadian Club, Courvoisier, Sauza, Pinnacle und Midori.

Die Hauptnierderlassung des Unternehmens wird am bisherigen Unternehmenssitz von Beam Inc. in Deerfield in den Vereinigten Staaten sein. Das Wachstum bei den Kernmarken des neuen Unternehmens soll nämlich vor allem in den Vereinigten Staaten generiert werden. Den Umsatz für das Spirituosengeschäft dss vergangenen Jahres gibt man bei Beam Suntory mit 4,6 Milliarden US-Dollar an. – HA

Nachtleben in Tunis nach der Revolution

In coolen Bars abhängen, dem Meer lauschen oder einem angesagten Konzert? Schöne Menschen beim feiern beobachten, mit Frauen flirten, die eine Flasche Bier oder einen Cocktail trinken? Ja sicher, kennt man von vielen Städten, aber nicht unbedingt vom islamischen Tunis.

Das hat sich offenbar stark verändert. Der ehemals restriktive Staat greift nicht mehr so stark in die Freiheit ein und Genehmigungen für den Alkoholausschank werden relativ zügig erteilt. In einer eindrucksvollen und schön geschriebenen Reportage von Sarah Kanning in der Süddeutschen Zeitung, lässt sich das Flair dieser Nächte am Mittelmeer vor dem geistigen Auge betrachten. –  MO

Photo credit: Nachrichtensprecher via shutterstock

Ein Kommentar

  1. alex

    Klasse Artikel! Thumps up!

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