Inventur

INVENTUR AM 10. JUNI 2018

News 10.6.2018

Einen wundervollen Sonntag allerseits! Wir sichern uns heute erstmal Karten für den BCB im Oktober und verfolgen anschließend Whisky-Zwiste von Europa bis in die USA.   Außerdem sehen wir uns an, wie Bier in der Politik ankommt und schauen, ob Energydrinks nun bald vielleicht wirklich nur noch mit Ausweis erhältlich sind.

Erstmals in diesem Jahr findet der Bar Convent Berlin an drei statt nur zwei Tage lang statt. Vom 8. bis 10. Oktober geht die internationale Messe für die Bar- und Getränkebranche, bei der sich Besucher auf elf Bühnen zu Fachthemen weiterbilden können, zum mittlerweile zwölften Mal an den Start. Vorträge von internationalen Experten, Tastings, Masterclasses und Podiumsdiskussionen – der BCB hat eine Menge zu bieten, im vergangenen Jahr waren über 12.200 Gäste zugegen. Da der Ticketverkauf diese Woche begonnen hat, empfehlen wir also schnell zu sein. Karten gesichert? Dann widmen wir uns in aller Ruhe den Themen der Woche.

Kanada braut politisches Bier

Anlässlich des G7-Gipfels hat eine kleine kanadische Brauerei speziell ein Bier gebraut. Das Gebräu enthält sieben Prozent Alkohol und besteht aus sieben Zutaten, eine aus jedem Teilnehmerland. Die Rezeptliste lese sich wie aus einem Handbuch der internationalen Diplomatie, schreibt die Berliner Morgenpost: „Aus Deutschland stammt die Hefe, das Malz aus Kanada und aus Großbritannien. Dazu kommen drei verschiedene Sorten Hopfen – jeweils eine Sorte aus den USA, aus Frankreich und aus Japan. Verfeinert wird das Bier schließlich mit kleinen Nudeln aus Italien.“ Ob es keinen italienischen Hopfen gab?

Bourbon-Brenner protestieren gegen Trump

Die Vergeltungsabgaben der EU, die europäische Antwort auf Trumps Strafzölle, sollen ab dem 1. Juli gelten und rufen nun auch den Destillerie-Fachverband auf den Plan. Der Handelsstreit zwischen USA und EU betrifft laut Spiegel neben US-Produkten wie Orangensaft, Tabak, Jeans und Motorrädern nämlich auch American Whiskey. 2017 sollen die USA Spirituosen im Wert von fast 790 Millionen Dollar in die EU exportiert haben – davon Kentucky Bourbon allein im Wert von 154 Millionen Dollar. Im „tiefsten Trump-Territorium“ Kentuckys kämen jetzt Zweifel am Präsidenten auf: „Die Einsicht, dass Trumps Zollmanöver nach hinten losgehen könnten, sickert langsam überall durch“, schreibt Marc Pitzke.

Schotten sorgen sich um ihren Scotch

Und noch ein Whisky-Konflikt erregt erneut Aufsehen: Eine schwäbische Brennerei nennt ihren Single Malt Whisky „Glen Buchenbach“. „Glen“ sei als Herkunftsbezeichnung bei fast jeder dritten schottischen Destillerie (von Glenmorangie bis The Glenlivet) Teil des Namens, schreibt die Welt. Die schottische Industrie ist daher wohl davon überzeugt, das Unternehmen täusche auf diese Weise vor, in den Flaschen sei Scotch. Dass die schottischen Whiskybrenner so sensibel sind, habe mehrere Gründe, so die Zeitung. Unter anderem sei die Sorge groß, „dass die Welt vergessen könnte, dass der Heilige Gral der Whiskyherstellung in Schottland liegt“. Denn die Kunst habe sich in den vergangenen Jahren weltweit stark verbreitet.

Verkaufsverbot für Energydrinks?

Die SPD-Gesundheitspolitikerin Ursula Schulte will Kinder und Jugendliche mit einem Verkaufsverbot stärker vor den Gefahren von Energydrinks schützen, berichtet die Saarbrücker Zeitung. In Litauen ist ein solches Verbot laut Spiegel schon 2014 in Kraft getreten und auch in Großbritannien haben Schulte zufolge einige Handelsketten bereits den Verkauf an Jugendliche unter 16 Jahren gestoppt – darunter auch die deutschen Discounter Aldi und Lidl. „Was in Großbritannien geht, muss auch hierzulande möglich sein“, sagte die Gesundheitspolitikerin. Sie forderte CDU-Bundesernährungsministerin Julia Klöckner auf, „mit der Industrie darüber zu verhandeln“. Ein zu hoher Konsum der extrem koffeinhaltigen und aufputschenden Getränke könne insbesondere bei Kindern fatale Nebenwirkungen haben.

Miami verliert seinen bekanntesten Barmann

Es war eine Bar im Souterrain, laute House-Musik dröhnte aus den Lautsprechern, so dass man kaum sein eigenes Wort verstehen konnte. Doch das Cocktailprogramm der Bar – präsentiert von einem jugendlich wirkenden, agilen Barmann – konnte sich sehen lassen. Wo in Miami sonst zu überhöhten Preisen lieblos dahingepfuschte Standards im Plastikbecher über den Tresen geschoben wurden, behauptete sich hier tapfer eine anspruchsvolle Oase der Barkultur. 

Unser Freund Angus Winchester hatte uns, beim Besuch der Stadt vor bald einem Jahrzehnt, zu John Lermayer geschickt. An eine seiner ersten Wirkungsstätten in der Partymetropole Floridas. In den Folgejahren, die wir aus der Ferne beobachteten, führte Lermayer in Miami nahezu im Alleingang eine gehobene Cocktailkultur ein. Völlig überraschend ist der mehrfach prämierte Bartender und Unternehmer nun im Alter von nur 45 Jahren verstorben, wie amerikanische Medien vermelden. Er hinterlässt einen Sohn, für dessen Ausbildung Freunde eine Gofundme-Seite aufgesetzt haben. Die internationale Community trauert um John Lermayer, der für eine ganze Riege heute führender US-Bartender ein wichtiger Mentor war. 

Photo credit: Shutterstock

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