Inventur am 11. März 2018

News 11.3.2018 2 comments

Eggers & Franke wird verkauft und auf einer winzigen Insel in den USA wird mehr Angostura konsumiert als sonstwo auf dem Planeten. Was noch? Genau: Die Partner der Made in GSA Competition gibt es nun auch in bewegten Bildern und Coca-Cola Japan macht jetzt in Alcopops.

Wir grüßen Sie ganz herzlich inmitten des hanseatischen Messetrubels. Ja, es ist InterNorga, viele von Ihnen dürften diese Zeilen während eines Besuchs dieser Fachmesse für das Gastgewerbe lesen. Ob wir auch dort sind? Im Trubel würden wir uns ohnehin nicht finden. Lehnen wir uns also lieber zurück und genießen die aktuellen News der Woche. Diesmal mit ordentlich Bitters – versprochen!

Eggers & Franke mit neuem Eigentümer

Am Freitag wurde bekannt, dass einer der größten und renommiertesten deutschen Spirituosen-Importeure demnächst unter neuer Flagge segeln wird. Das Bremer Traditionshaus Eggers & Franke wird vom Schaumweinriesen Rotkäppchen-Mumm geschluckt und somit Teil einer der größten Sektfirmen der Welt.

Für die Firma aus dem sächsisch-anhaltinischen Freyburg scheint die Übernahme der bewusste Schritt zur Kompetenz im Premiumbereich zu sein – hält man doch bislang zwar verkaufsstarke, aber wenig prestigeträchtige Marken wie, neben Rotkäppchen Sekt, etwa Mariacron, Chantré oder die günstige Weinlinie Blanchet. Jene bekommen nun Gesellschaft durch die zahlreichen hochwertigen Importmarken, die bislang in Deutschland durch die Firmen der Eggers & Franke Gruppe distribuiert wurden, darunter z.B. Gin Mare, sämtliche Produkte der Bodegas Osborne, Bushmills, Fassbind und die starke Aquavit-Range des norwegischen de-facto-Monopolisten Arcus. Einen Kaufpreis geben die beiden Häuser nicht bekannt, der bisherige Eggers & Franke-Eigentümer Christoph Meier wird die weitere Entwicklung vorerst beratend begleiten. Die Übernahme soll, sofern das Kartellamt keinen Einspruch einlegt, zum 1. Mai wirksam werden.

Wenn ein kleines Örtchen Angostura-verrückt ist… 

Einige Meldungen und Storys sind so abstrus, dass sie nur einem Film der Cohen-Brüder oder aber schlicht und ergreifend dem wahren Leben entstammen können. So zum Beispiel auf Washington Island, einer kleinen Insel im Norden des US-Bundesstaats Wisconson. Dort, auf dem vom Lake Michigan umspülten Eiland nämlich, trinken die Leute für ihr Leben gern Angostura Bitters – und zwar nicht als Drink-Zutat, sondern pur.

Das „Nationalgetränk“ der 718 Einwohner zählenden Insel jedenfalls ist ein satter 1-Unzen-Shot (3 cl) Angostura Bitters. Was sonst nur tropfenweise in Drinks gelangt und höchstens mal von Bartendern untereinander als Spreu-vom-Weizen-Trenner pur gereicht wird, ist den Insulanern der Drink für jede Situation, was – wie so viele eigentümliche Trinkrituale – seine Wurzeln wiederum in den Zeiten der Prohibition hat. Doch lesen Sie lieber die ganze, herrlich amüsante Geschichte direkt bei den Kollegen von AtlasObscura. Und zwar unbedingt!

Made in GSA Competition 2018: Die Trinkrunden

Es gibt was Neues in Sachen unserer hauseigenen Made in GSA Competition. Erstmals stellen MIXOLOGY-Herausgeber Helmut Adam und Chefredakteur Nils Wrage alle Partnerprodukte der diesjährigen Competition in detaillierten Präsentationsvideos vor. Doch keine Angst – wer jetzt bierernste Horst-Lühning-Gedächtnisclips befürchtet, liegt falsch. Denn wir wollen vor allem eines zeigen: Spirituosen und Barprodukte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz machen Freude. Das wollen wir Ihnen, und natürlich allen teilnahmeinteressierten Bartendern, gerne demonstrieren. Das erste Video finden Sie hier, alle weiteren folgen in Kürze.

Coco-Cola in Japan probiert’s mit Alkohol

Einen Schritt in Richtung Premix-Longdrinks tut Coca-Cola Japan. Wie Jorge Garduño, Präsident des dortigen Konzern-Ablegers bestätigte, plant der Limonadenriese, ein im Land der aufgehenden Sonne populäres Mischgetränk auf Basis von Soda und der Nationalspirituose Shōchū auf den Markt zu bringen.

Ob man darin nun ein Zeichen sehen soll, das die Firma aus Atlanta/Georgia auch global in diesem Segment experimentieren will? Ist der Versuch in Japan womöglich ein Prototyp? Schließlich würden sich einige Märkte von ihrer Systematik her jenem in Japan annähern, wie Garduño betont. Grundsätzlich verneint die Firma derartige Absichten jedoch und distanziert sich von solchen Vermutungen. Andererseits hätte auch vor 20 Jahren niemand gedacht, dass Red Bull mal ein Tonic Water aus rein natürlichen Zutaten herstellen würde. Warten wir’s also ab.

Photo credit: Shutterstock

2 comments

  1. Whiskydrinker

    Ich kann dem Autor wirklich nur empfehlen, bei einem flauen Gefühl im Magen mal einen Kurzen Angostura zu trinken. Bester Magenbitter ever….

    • Redaktion

      Liebe Whiskydrinker,

      definitiv! Der Autor wollte keinesfalls den Eindruck erwecken, als würde das nicht schmecken (oder bei Bedarf auch wirken) – selten und unüblich ist es doch aber trotzdem 😉

      Cheers! // Nils

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