Empirical Spirits

Inventur am 18. Februar 2018

News 18.2.2018

Ein sonntägliches Willkommen! Heute gibt’s akademischen Gin, neuen Mezcal in Bremen und einen Besuch bei Empirical Spirits.  Außerdem schauen wir uns den frischesten PR-Coup von Stone Brewing etwas genauer an. 

Hereinspaziert, hereinspaziert! Das gilt nicht nur für unsere sonntägliche Inventur, sondern in zwei Wochen auch schon wieder für die Destille Berlin, die bereits zum 7. Mal abgehalten wird. Das Craft-Spirits-Festival unter der Leitung von Theo Ligthart und Thomas Kochan gehört mittlerweile zu den wichtigsten Fachveranstaltungen seiner Art in Europa. Ort ist wie schon in den Vorjahren das historische Gemäuer der Heeresbäckerei in Kreuzberg, die Messe geht am 3. und 4. März über die Bühne. Tickets gibt es zu mehr als fairen Preisen direkt online. Sehen wir uns dort?

Wer wiederum direkt am morgigen Montag um 16 Uhr noch nichts vor hat, der wird sich vielleicht dafür interessieren, dass Dominique Simon morgen zu einem Live-Interviewchat in der neuen Facebook-Gruppe zu Gast ist. Weshalb? Simon, Betreiber der beiden prämierten Bars Spirits und Sudermann, gehört zu den Initiatoren des ersten Barsymposium Cologne. Verpassen Sie nicht das Interview mit ihm und MIXOLOGY-Herausgeber Helmut Adam – natürlich mit anschließender Fragestunde.

Und wir kommen jetzt für den Moment natürlich zu den wichtigsten Branchen-News der Woche.

Wenn der Gin-Hype bis nach Oxford weht

Die vielleicht traditionsreichste Universität der westlichen Welt hat nun auch einen – ja, Sie ahnen es – Gin. Unter dem Label Oxford Botanic Garden – Physic Gin ist ein Gin aus 25 Botanicals entstanden, dessen Name immerhin nicht trügt: Denn die verarbeiteten Gewürze stammen in der Tat zum größten Teil aus dem historischen Botanischen Garten der Universität, wie die Kollegen von neatPour berichten, wobei man nicht verhehlt, dass für die nötige Menge an Wacholder zusätzlich auf andere Ware zurückgegriffen werden musste.

Gefertigt wird der Gin von der ebenfalls in Oxford ansässigen Toad Distillery, die sich der Arbeit mit alten, heimischen Getreidesorten verschrieben hat. Es wäre also vermessen, hier nun von einem klassischen Lohnbrenn-Gin zu sprechen, wie er einem heutzutage so oft begegnet. Zu haben ist der Universitäts-Gin ausschließlich direkt in Oxford.

Stone sieht einen Stein des Anstoßes

Wer sich in der aktuellen Bierwelt ein wenig auskennt, der weiß um die Medienkompetenz und das Sendungsbewusstein der amerikanischen Groß-Craft-Brauerei Stone Breweing und deren SEO Greg Koch. Kleckern statt Klotzen, so kann man das kommunikative Motto einer Brauerei ganz gut bezeichnen, die ihr wichtigstes und bekanntestes Bier „Arrogant Bastard“ nennt.

Einen allerdings sehr unterhaltsamen Coup hat Koch anfang der Woche gelandet: Denn in einem ausgiebigen Video erläutert er, warum Stone Brewing (im Craft-Zusammenhang zwar eine große Nummer, aber aus globaler Sicht noch immer kein Riese) nun den US-Braugigant MillerCoors verklagt. Der Grund? MillerCoors labelt sein ziemlich charakterloses Leichtbier namens „Keystone“ auf eine Weise, dass man auf der Dose quasi nur noch den Schriftzug „Stone Light“ lesen kann. Für Koch eindeutig zuviel und ein Fall von Markenraub. Die Kollegen unseres Schwestermagazins Bier, Bars & Brauer haben den Fall aufgerollt und stellen die Zusammenhänge dar.

Empirical Spirits – Akademisches Brennen in Kopenhagen

Vor einem Jahr starteten Lars Williams und sein Partner Mark Emil Hermansen ihr Projekt Empirical Spirits. Der Gedanke dahinter: Viele quasi global als Wahrheit geltende Gepflogenheiten des Brenn- und Brauwesens kritisch und – siehe der Name – empirisch zu hinterfragen.

Da verwundert es nicht, dass die beiden zuvor im wegweisenden Restaurant Noma tätig waren, bevor sie sich auf die „geistige“ Seite der Kulinarik geschlagen haben. Mit Empirical Spirits erforschen die beiden, wie man bestimmte Parameter der Spirituosenherstellung weiterentwickeln oder optimieren kann – angefangen bei Hefetypen, über Fragen nach Destillationsdruck oder -temperatur, bin hin zum sensiblen Kritikpunkt, woher eigentlich die Versteifung auf Trinkstärken von um die 40% Vol. kommt. Das Wired Magazine stellt die beiden und ihr Unternehmen in einem überaus lesenswerten Portrait vor.

Bremer Spirituosen Contor erweitert Bozal-Range

Mezcal bleibt eine schwierige Spirituosenkategorie, die wie kaum eine andere die Geister scheidet – einige (darunter sehr viele Bartender) verehren den mexikanischen Agavenbrand geradezu kultisch, andere wiederum unterstellen der Gattung, dass sie letztlich viele unsauber gebrannte Destillate zur Methode erklärt. MIXOLOGY-Autor Stefan Adrian schrieb 2015 von einer „Spirituose, die seit Jahren vor dem Durchbruch steht“. Und auch, wenn Mezcal noch lange kein Mainstream ist, bleibt das Interesse der Importeure ungebrochen.

Die neueste Erweiterung im Mezcal-Portfolio stellte in dieser Woche das Bremer Spirituosen Contor (BSC) vor. Die schon länger vertriebene Marke Bozal (die aus dem US-Haus 3 Badge Beverages stammt) bekommt bei den Bremern nun Zuwachs durch vier limitierte, reinsortige Abfüllungen, die allesamt ebenfalls in der eleganten, schlanken Tonflasche ausgeliefert werden. Alle liegen bei hochpreisigen € 144,99 à 700 ml. Das BSC baut damit die Kompetenz in diesem schwierigen Wachtumsmarkt um echte Kennerqualitäten deutlich aus.

Photo credit: Shutterstock

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