INVENTUR AM 22. APRIL 2018

News 22.4.2018

Happy Sunday! Wir schauen auf ein besonderes Lob für die deutsche Barszene, blicken nach Paris und reden wieder über mentale Gesundheit. Außerdem: Warum die Kältefiltration immer mehr verschwindet und wie man auf Festivals an miesen Drinks vorbeikommt. Cheers!

Am Sonntag darf auch mal ein bisschen Selbstbeweihräucherung sein. Doch keine Angst: Es geht nicht um unser Magazin, dafür aber um die heimische Barszene. Die erhielt nämlich am Donnerstag erhebliches Lob von niemand geringerem als dem weltberühmten Londoner Bartender, Gastronom und Konzeptzimmerman Ryan „Mr Lyan“ Chetiyawardana. Jener ließ es sich, nach einem erneuten Deutschlandbesuch, nicht nehmen, einmal öffentlich die Frage zu stellen, warum eigentlich in der internationalen Szene so wenig über die seiner Meinung nach herausragenden deutschen Bars und Bartender gesprochen wird. Da können wir uns doch nur anschließen und aus unserer Erfahrung heraus (und ohne Lokalpatriotismus!) sagen: Recht hat er, die Bartender aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz mögen vielleicht nicht die gleiche mediale Präsenz genießen wie Kollegen aus anderen Ländern. Mit ihren handwerklichen Fähigkeiten und ihren hohen Gastgeberstandards müssen sie sich aber auch niemals verstecken. Wir freuen uns über die Würdigung durch Mr Lyan und schreiten dann mal zu den interessantesten Themen und Texten der Woche. Prost!

Julia Rahn gewinnt Courvoisier The Toast Of Paris in Berlin

Zum dritten Mal lädt das traditionsreiche Cognac-Haus Courvoisier in diesem Jahr bereits zu seiner internationalen „The Toast Of Paris“-Competition. Das Motto des Wettbewerbs in diesem Jahr: Café Courvoisier. Am vergangenen Montag fand im Berliner Prinzipal Kreuzberg der deutsche Vorentscheid statt. Darin setzte sich die erfahrene Wettbewerbsbartenderin Julia Rahn aus der Frankfurter Roomers Bar mit ihrem Cocktail „French Toast“ aus Courvoisier VSOP, Kaffee-Masala, Sahne und hausgemachtem Zimtbrot-Sirup gegen die nationale Konkurrenz. Sie beeindruckte die Jury aus Vorjahressiegerin Sarah Deuss, dem Berliner Bartender Thomas Altenberger und Courvoisier-Markenbotschafterin Rebecca Asseline durch die Assoziation an die Pariser Kaffeehaus-Tradition und wird nun in der kommenden Woche zum internationalen Finale nach Paris und Jarnac, die Heimat von Courvoisier, reisen. Wir wünschen Julia Rahn auch dort viel Erfolg!

Sother Teague setzt sich für mentale Gesundheit in der Gastronomie ein

Nicht wenige Bartender kämpfen mit Depressionen, Angstzuständen und Drogenmissbrauch. Sother Teague, ein bekanntes Gesicht der New Yorker Barszene, wurde sich 2017 erstmals der enormen psychischen Belastung bewusst, als er sich nach einem Fahrradunfall von der vielen Arbeit plötzlich nicht mehr mit mehr Arbeit ablenken konnte. Der Mixologe und Koch entschloss sich, seine Gedanken auf Facebook zu teilen. Zum Glück: Denn die befreundete Food-Journalistin Kat Kinsman, bereits mit der Thematik vertraut, entdeckte seinen Post. „Es besteht so eine schreiende Dissonanz, wenn diese Leute, die ihr Leben dafür hergeben, andere Menschen zu versorgen (…), nicht auf sich selber Acht geben oder auf sie Acht gegeben wird“, sagt Kinsman gegenüber Imbibe. Sie bat Teague, seinen Weg an die Spitze der Gastronomie New Yorks, samt all der düsteren Facetten, einem größeren Publikum zu erzählen. Der Artikel, der kurz darauf im Online-Magazin „Chefs With Issues“ erschien, erhielt reges Feedback und Teague eine Menge Unterstützung. Zwei Jahre nach seiner Genesung sieht er sich als Fürsprecher seiner Kollegen und arbeitet mit einer Benefizaktion zusammen: „Restaurant Recovery“ soll in der Gastronomie arbeitenden Menschen Zugang zu Psychotherapien ermöglichen. Darüber zu sprechen, so der Bartender, half ihm. Jetzt geht es ihm darum, die nächsten Schritte einzuleiten. Die komplette Geschichte gibt es hier.

Kaltfiltration: Gut. Schlecht. Oder beides.

Kaltfiltrierung sorgt dafür, dass Spirituosen klar bleiben – erfolgt also meist aus kosmetischen Gründen. Der technische Prozess kühlt Flüssigkeiten auf 32 Grad Fahrenheit (0 Grad Celsius) oder noch tiefer ab, bevor sie durch ein Filtersystem fließen und anschließend in ihre Flaschen gelangen. So flockt oder trübt der Alkohol später nicht. Schon lange kleben Destillateure jedoch oft „Nicht kaltfiltriert“-Sticker auf ihre Flaschen – besonders im Single-Malt-Bereich kommt das Statement quasi einen Gütesiegel gleich.

Kleine Unternehmen erhalten sich so ihre Authentizität und sparen sich die teuren Filter-Instrumente. Doch auch größere Produktionsstätten schließen sich vermehrt an. „Es ist ein Abzeichen mit Stolz geworden“, schreibt Seven Fifty Daily. Ob Kaltfiltrierung den Geschmack beeinflusst? „Ja, nein und vielleicht“, so das Online-Magazin. Die große Bestandsaufnahme.

Fünf mal Schmuggelschnaps auf Festivals

Von By The Lake, Lollapalooza und Maifeld Derby bis Wacken: Die kommenden Monate erwarten uns mit großartigen Festivals. Und natürlich: Dort geht es um die Musik. Ein bisschen aber auch um die Stimmung zwischen den Gigs – und das Getränke-Angebot auf diesen Events, um es milde auszudrücken, macht oft nicht gerade gute Laune – und mitgebrachter Alkohol ist in vielen Fällen verboten. Liquor.com hat jetzt anlässlich der Festival-Saison einige clever getarnte Fläschchen gelistet, mit denen durstige Besucher ihre eigenen Kreationen mit aus Gelände schmuggeln können. Schon mal an einen Flachmann in Regenschirm- oder Smartphone-Gestalt gedacht? Oder einen hohlen Armreifen mit Stöpsel? Nein? Dann wäre da ja auch noch die Sonnencremetube!

Photo credit: Shutterstock

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