Inventur am 22. November 2015

News 22.11.2015

Treten Sie ein, die aktuelle Inventur ist da. Worum es heute geht? Um Kate für Campari. Außerdem um die neue The Oriole Bar der Nightjar-Macher.Daneben gibt es ein Comeback in Borcos Portfolio, weltweit wird immer mehr Whisky getrunken und es gibt eine französische Vodka-Bäckerei in Berlin – Grey Goose macht’s möglich.

Kommendes Wochenende, am 29.November 2015, treiben wir uns auf der RAW-Messe für „Artesian Wine“ herum. Die findet in diesem jahr zum ersten Mal in Berlin statt und ist quasi ein Export-Produkt aus London. Das große Thema ist Vin Naturelle, Winzer unter anderem aus Polen, Frankreich und England werden dort ihre Weine präsentieren. Die Tickets kosten 28 Euro und sind hier zu erwerben. Details zur Messe (und was genau eigentlich „Artesian“ heißt) gibt es hier.

1) Antica Formula & Punt e Mes: Wermut wechsel Dich

Wermut für den Norden: Die beiden Carpano-Abfüllungen Punt e Mes und Antica Formula wandern mit dem 1. Januar 2016 vom Portfolio Camparis zurück in das von Borco-Marken-Importe. Was genau meinen wir mit “zurück”? Bereits von 2007 bis 2012 wurden die beiden Wermuts, die zur Mailänder Fratelli Branca Distillerie S.r.l gehören, von dem Hamburger Unternehmen vermarktet. 2016 gibt es jetzt das Comeback und damit legen die Italiener der Fratelli Branca Distillerie die Geschicke von jetzt insgesamt drei Marken in die Hände von Borco: auch der klassische Fernet-Branca ist im Portfolio der Hamburger.

2) Mehr Whisky für alle!

Der IWSR – International Wine & Spirit Research – hat vergangene Woche in die Kristallkugel geblickt und verrät uns die Zukunft der Spirituosenindustrie. Beim IWSR verkündet man jetzt, dass angesichts des massiven Wachstums Whisk(e)y neben Tequila zu den am schnellsten wachsenden Gruppen gehört. Und das werde auch so bleiben. So sollen die Menschen weltweit im Jahr 2020 ganze 467,4 Millionen (!) 9-Liter-Cases Whisk(e)y ver-trinken. Das wäre dann eine Steigerung um 122 Millionen Einheiten über den Zeitraum von gerade einmal sechs Jahren. China und Indien sind die Länder, in denen  der IWSR das größte Wachstum sieht.

3) Einfach mal „Craft“ sein

Wäre auch langweilig, wenn der Begriff “Craft” nur kleinen Unternehmen, die unter bestimmten Bedingungen produzieren, überlassen würde. Natürlich wollen auch Getränkegiganten am großen Craft-Kuchen mitschneiden, auch wenn diese den Begriff selten mit Inhalt füllen. Diageo präsentiert nun nach dem Orphan Barrel Whiskey den zweiten Streich mit Anspruch auf „Craft“: Kürzlich hat das Unternehmen in München, Berlin, Hamburg und in Wien zwei Blended Scotches lanciert, die eben genau dieses Label tragen sollen.

„Smoky Goat“ und „Boxing Hares“ heißen die beiden ersten Produkte aus der Reihe sogenannter “experimenteller Blends” unter dem Whisky Union-Label, die man bei Diageo selbst als “unorthodox, weird and wonderful” bezeichnet. Whisky Union selbst sieht man bei Diageo als „kreatives Kollektiv aus Whiskyherstellern, Genießern und Vordenkern“, die gemeinsam auch in Zukunft noch weitere experimentelle Blends kreieren sollen. Bei der “rauchigen Ziege” handelt es sich um einen “recht süßen Blended Scotch”, beim “boxenden Hasen” hingegen um einen mit Hopfen infundierten Scotch Whisky. Wir bleiben gespannt, beobachten weiter die Gebärden um den Begriff des Wortes „Craft“ und warten ab, was noch so alles an “unorthodoxen” Produkten von dem Spirituosengiganten unseres Weges kommt.

4) Campari mit Kate

Wie wir in einer vergangenen Inventur bereits bekannt gegeben haben, ist die US-amerikanische Schauspielerin Kate Hudson, die Tochter von Goldie Hawn, das Campari-Kalender-Model für das Jahr 2016. Thematisch dreht es sich um die Präseidentschaftswahl, die für nächstes Jahr in den USA ansteht – und Kate tritt quasi gegen Kate an. “The Voting Begins” heißt der Kalender und es tritt “Bitter” gegen “Sweet” an. Der Betrachter soll sich entscheiden, mit welchem Geschmackselement von Campari er sich mehr identifiziert. Bevor wir das zu sehr in Kontext mit den US-Wahlen stellen, belassen wir es lieber dabei und sehen uns lieber die Bilder vom renommierten Modefotografen Michelangelo De Battista an. Den Kalender mit allen 13 Aufnahmen (inklusive Cover) gibt es hier zu betrachten.

5) Die Schladerer Wässer und Geiste-Tour

„Wir haben ja nun wirklich nichts zu verbergen“, grinste Philipp Schladerer Anfang des Monats in der Berliner Bar Immertreu. Es war der letzte Stop der „Schladerer Wässer und Geiste-Tour“, die Bartendern in Köln, Frankfurt, Hamburg und der Hauptstadt die Abfüllungen der Schwarzwälder näher bringen sollte. Doch gemeinsam mit den Markenbotschaftern Tanja Rudlophi und Bartender Boris Gröner hatte der sympathische Badener nicht nur Kirschtorte und Obstwasser im Gepäck.

Vielmehr setzte die Roadshow ein Zeichen für Brände und Wässer am Tresen, gab einen tiefen und ehrlichen Einblick in die Produktion der Brennerei, bot Bartendern die Möglichkeit, sich durch die diversen Qualitäten der Schladerer-Range zu trinken und die Hochprozenter in Cocktails auf ihre Mixbarkeit zu prüfen. Neben allem vermittelten flüssigen Wissen jedoch ist vor allem ein kleines, graues Büchlein das nachhaltige Highlight, das im Zuge der Tour veröffentlicht wurde: „BarObst“. Auf knapp 70 Seiten finden sich historische Erklärungen vom Autorenpaar Anastatia Miller und Jared Brown, eine Waren- und Herstellungskunde der Obstbrände und natürlich genügend Rezepte für lange Nächte am Tresen. Für alle Interessierten, die sich vor Ort kein Exemplar sichern konnten, gibt es das digitale Dokument hier zum Download.

6) Grey Goose Boulangerie François: Brot & Vodka

Brot und Vodka gab es vergangene Woche für leider nur insgesamt vier Tage in der Friedrichsstraße 124 in Berlin zu probieren. Die Boulangerie François von Grey Goose hatte vergangene Woche am 17. November 2015 ihre Pforten geöffnet. Ein bisschen savoir vivre gab es für insgesamt vier Tage in Berlin-Mitte zu erleben, dann wurde die Pop-up-Bäckerei mit Bar leider auch schon wieder geschlossen. Das Pop-up-Konzept, hinter dem die französische Edelmarke steht, vereinte klassisch-französische Boulangerie mit einem einem Speakeasy-Bar-Konzept im hinteren Teil des Veranstaltungsortes. Die Bäckerei bot Brot, das aus demselben Getreide gefertigt wurde, aus dem auch der Vodka gemacht wird. In der Bar hingegen gab es – oh Wunder – eine Karte mit Grey Goose-Drinks. Am 17. November 2015 waren bei der Eröffnungsveranstaltung rund 150 Gäste zugegen. Hier gibt es Eindrücke in Form eines Films.

7) The Oriole Bar: das Nightjar bekommt Zuwachs

Expansion scheint derzeit das große Ding zu sein in Londons High-End-Bars. Nachdem in diesem Jahr bereits die Betreiber des Whity Lyan und des Callooh Callay mit dem Dandelyan und der JubJub Bar neue Trinkadressen in der Metropole etabliert haben, ziehen die Macher des Nightjar – für gar nicht mal so wenige Experten und Bartender die beste Bar der Welt –  jetzt nach. Und siehe da, wieder hat der Vogel seine Finger, oder besser gesagt Flügel, mit im Spiel: denn während „Nightjar“ das englische Wort für die Nachtschwalbe ist, steht der Singvogel Pirol, englisch „Oriole“, Pate für die neue Oriole Bar.

Das Barkonzept im Stadtteil Farringdon, so heißt es, sei jenem des Nightjar gar nicht unähnlich: neben natürlich herausragenden Drinks will man vor allem auf gutes Barfood und ein hochwertiges musikalisches Angebot setzen. Es sieht also alles nach einer weiteren fulminanten Familienerweiterung in Europas führender Barstadt aus. Die Kollegen vom Time Out Magazine durften als erste mit der Kamera in die Räume der künftigen Bar.

Photo credit: Zwei Männer via Shutterstock

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