Inventur

Inventur am 29. März 2015

News 29.3.2015

Londons eigener Vodka, Diversa holt zwei Bourbons ins Portfolio und Captain Morgan hat einen dritten Kapitän. Wir heißen Sie herzlich willkommen zurück zur neuesten Inventur. Los geht’s!

 

Spring forward, fall back – unserer Meinung nach der beste Spruch, um sich das mit der Zeitumstellung zu merken. Wir springen heute eine hochmotivierte Stunde voraus und streifen über den ersten Flohmarkt des Jahres in den Kreuzberger Prinzessinnengärten, um ein paar Vintage-Baruntensilien abzustauben.

Übrigens, in der kommenden Woche ist es soweit: das neue MIXOLOGY MAGAZIN flattert bei unseren Abonnenten in den Postkasten und in die Kioskregale. Im MIXOLOGY TASTE FORUM haben wir Pilsner und Gin verkostet, sind auf der Suche nach spannenden Bars durch die deutsche Provinz gereist und haben uns mit Cocktail-Garnituren auseinander gesetzt. All das nächste Woche, heute erst einmal die Inventur!

1) London – jetzt auch mit eigenem Vodka

Our/Berlin-Vodka kennt man bereits, im Sommer 2015 eröffnet Pernod Ricard jetzt auch in London eine Mikrodestillerie, um die Metropole mit ihrem persönlichen „Our/London Vodka“ zu beglücken. Bereits Detroit und Seattle haben ihren lokal produzierten “Stadt-Vodka”, nun geht es weiter im Osten der britischen Metropole.

Das Konzept hinter der Our/-Linie ist, so viele Inhaltsstoffe „wie möglich“ lokal zu beziehen, daraus den Vodka zu brennen und von Hand abzufüllen. Die Grundrezeptur bleibt allerdings dieselbe. Die Our/London-Destillerie wird in Hackney unter der Führung von Neil Chivers und Clive Watson arbeiten. Beide waren in der Vergangenheit in Gastronomie und Musikindustrie tätig. Mehr zu Our/London bei Spirits Business.

2) Bourbons für Deutschland

Es wird nicht ruhig um Diversa. Letzte Woche haben wir von einem Verlust im Portfolio berichtet, diese Woche kommen dafür wieder zwei Spirituosen hinzu. Zusammen mit „Team Spirit Internationale Markengetränke“ bringt die Diversa Spezialitäten GmbH zwei Bourbons auf den deutschen Markt.

Das geschieht in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sazerac Brennerei. Deutsche Bourbon-Freunde dürfen sich ab 1. April 2015 über den Buffalo Trace Kentucky und den Eagle Rare 10 Years freuen, beides Kentucky Straight Bourbons. Aber das soll’s nicht gewesen sein: laut Diversa sind weitere Zuwächse des Sortiments noch in diesem Jahr geplant.

3) Der Dritte im Bunde

Drei Kapitäne sind besser als zwei. Zum Goldenen und Gewürzten gesellt sich ab April 2015 auch der Captain Morgan White Rum. Mit gewohnt lauten Marketingkampagnen wird Captain Morgan die Einführung des weißen Rum auf dem deutschen Markt begleiten. Bis jetzt musste der Kapitän beim White Rum auf vielen Märkten passen, aber angesichts des Wachstums von Konkurrenten wie Havana Club oder Bacardí war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis der „Käpt’n“ sich anschicken würde, um in diesem großen Geschäft mitzumischen.

Ein Blend „karibischer Rums“ – wozu auch präziser werden? –  findet da in der Flasche zusammen und wird ab April für knapp 13 € in den Regalen Deutschlands stehen, für etwa 14 € in Österreich.

4) Doppelt hält besser

Der Mate-Zug tingelt ja schon einige Jahre durch die Lande. Eine wahre Erfolgsgeschichte, die der koffeinhaltige Tee aus Südamerika da im Kreise der Nachteulen Europas hingelegt hat. Club-Mate machte den Anfang, und der gesüßte Tee aus der Flasche kam im Lauf der 2000er-Jahre zunehmend in Party- und Clubkreisen als natürlicher Wachmacher an.

Angekommen im Jahr 2015, macht jetzt auch Thomas Henry mit. Und das frei nach dem Motto des neuen Mate-Produkts im Portfolio:“Wir mögen keine halben Sachen, lieber doppelte”. Man scheint sich dem leicht verspäteten Aufspringen zudem auch bewusst zu sein, denn Philipp Raddatz von Thomas Henry kommentiert den Schritt im Interview mit About Drinks folgendermaßen: „man muss das Rad nicht neu erfinden, aber man kann es runder machen.“

Mit Bitterlimonaden wurde Thomas Henry bekannt, mit Limonaden stockten sie 2014 auf und jetzt also auch Mate, um genau zu sein „Mate Mate“, wie das Erfrischungsgetränk heißt. Der Unterschied zu den vielen anderen Mate-Produkten, und es wollen so einige ein Stück vom Trend-Kuchen ab haben, sind die überwiegende Süßung mit Agavendicksaft und der erhöhte Koffeingehalt (150 mg Koffein pro Flasche).

5) Im Vodka? Keine Kalorien

„Durchsichtige Drinks sind für reiche Frauen auf Diät!”, sagt ein Charakter aus der bekannten Sitcom „Parks and Recreation“, Ron Swanson, doch da liegt er massiv falsch. Wie so viele andere.

Dem Irrglauben, in Vodka etwa seien keine Kalorien enthalten, hängen mehr Menschen an, als man meinen möchte. Dass dem einerseits nicht so ist und was Diageo damit zu tun hat, darüber berichtet John Kell für das Fortune Magazine.

Bislang stehen auf Spirituosenflaschen in den Vereinigten Staaten nur Angaben zur Spirituosenart, enthaltener Alkohol und ein Warnhinweis. Dem will Diageo nun ein Ende setzen – eine detaillierte Nährwerttabelle ist das erklärt Ziel des Konzerns. Kalorien, Proteingehalt und Fette sollen nun genau aufgeschlüsselt auf der Flasche stehen wie bei alkoholfreien Getränken.
Was das für Europa heißt? Diageo UK will die Hinweise bald global auf alle von dem Konzern vertriebenen Produkten aufbringen. Der erste Schritt ist allerdings, dass man sich auf eine realitäsnähere Mengenangabe einigen muss. Der aktuelle 100 ml-Standard ist besonders bei Hochprozentigem mehr als verwirrend.

Photo credit: Zwei antoßende Männer via Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.