Inventur am 3. Juni 2018

News 3.6.2018

Kommen Sie, kommen Sie, denn Ahoj-Brause darf nicht so werben wie gewollt. Außerdem: In Brooklyn steht das Fine-Tuning an und es geht Whisky-Bloggern an den Kragen. Zusätzlich blicken wir nach Paris, Frankfurt, Basel und auf die besten Roof-Tops in Europa.

Was für eine Woche: Beinahe das ganze Land dürfte sich angesichts der Hitze praktisch durchgehend nach einem kühlen Gin & Tonic oder Moscow Mule gesehnt haben –  so auch wir! Und auch heute und morgen bleibt es spannend. Denn da findet in Paris zum elften Mal die Cocktails Spirits statt, eine der führenden Bar-Fachveranstaltungen in Europa. Unter dem bewährten Motto „In Bartenders We Trust“ gastiert die Show unter der Ägide von Thierry Daniel und Eric Fossard 2018 zum ersten Mal im historischen Palais De Tokyo, die Location in der Maison Rouge hat man verlassen – doch keine Angst: die zentrale Bühne namens „Le Bar Rouge“ ist natürlich in den neuen Venue mit umgezogen. Trifft man sich in Paris? Sicherlich werden einige von Ihnen diese Zeilen bereits in der französischen Hauptstadt lesen, oder auch auf dem Weg dorthin. Für alle Hiergebliebenen schauen wir uns wie gewohnt die interessantesten News und Themen der verflossenen Woche an. Auf zur Inventur!

Red Bull zeigt sich abermals humorlos

Dass die Österreicher mit dem Energy Drink alles andere als untätig bleiben, wenn sie ihre Markenrechte gefährdet oder angegriffen fühlen, ist keine Neuigkeit. Das musste etwa die kleine US-Brauerei Old Ox im Jahre 2015 lernen, wehrte sich aber auch auf recht amüsante Weise. Nun bekam der deutsche Brausepulverhersteller Ahoj den heißen juristischen Atem des roten Bullen zu spüren: Wie z.B. AboutDrinks kolportiert, hatte man für die aktuelle Werbekampagne mit dem früheren, „supergeilen“ Edeka-Testimonial Friedrich Liechtenstein u.a. einen Spot geplant, in dem Liechtenstein über Ahoj sagt: „Verleiht keine Flügel, wozu auch?“ 

Dort sah Red Bull offenbar rot bzw. seinen legendären Werbespruch in dessen schöpferischer Integrität angegriffen. Eine einstweilige Verfügung untersagt nun die Ausstrahlung und Verbreitung des einschlägigen Spots, zwei weitere, in denen Liechtenstein über „Deine Mutter“ und „Die Dose“ schwadroniert, bleiben natürlich von dem Verbot unberührt. Von Ahoj-Inhaber Katjes oder der verantwortlichen Werbeagentur Jellyhouse scheint es bislang noch keine Stellungnahme zu der Abmahnung durch Red Bull zu geben. Warum bloß?

No Sleep Till Brooklyn – bald geht’s los!

Nur noch eine Woche, dann steht ein gewichtiges Debüt ins Haus: Der Bar Convent Brooklyn öffnet als erster offizieller Ableger des Bar Convent Berlin zur Premiere seine Tore. Unter der inhaltlichen Leitung von niemand geringerem als Angus Winchester kommen dann am 12. und 13. Juni 2018 mehrere Tausend Fachleute im Trendbezirk Williamsburg zu der neuen Fachmesse zusammen, die wie die Mutterveranstaltung in Berlin auf eine Mischung aus Produktausstellung und unabhängiger Education setzt.

Zahlreiche Bartender und Spirituosenhersteller aus dem deutschsprachigen Raum werden vor Ort sein, das komplette Aussteller- und Bühnenprogramm gibt’s zur Vorbereitung natürlich auf der Website des BCB Brooklyn. Mit dem Bar Convent Brooklyn geht der BCB-Inhaber Reed Exhibitions, der die Marke im Frühjahr 2015 von den Gründern Helmut Adam, Jens Hasenbein und Bastian Heuser übernommen hatte, den ersten entscheidenden Schritt zur Etablierung des BCB als globaler Marke für erstklassige Fachveranstaltungen rund um die Bar- und Getränkeindustrie. Für die kommenden Jahre ist vorläufig ein weiterer Ableger in Südamerika geplant, wie BCB-Direktorin Petra Lassahn am Rande der Made in GSA Competition 2018 am vergangenen Montag nochmals bestätigte. Zunächst freuen wir uns aber auf die Eindrücke, die der erste Bar Convent Brooklyn hinterlassen wird!

Martin Bornemann „vergoldet“ seinen Drink

A propos Made in GSA: Jene hauseigene Cocktail-Competition von MIXOLOGY ging am Montag zum insgesamt sechsten Mal über die Bühne, diesmal in der berühmten Frankfurter Gekkos Bar. Und einen wahrhaft goldenen Sieger hat sie ebenfalls hervorgebracht. Martin Bornemann aus Basel gelang es erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs, sowohl den ersten Platz in der Gesamtwertung zu gewinnen, als auch in beiden Sonderkategorien („Limonade & Filler“ sowie „Likör & Wermut“), überdies holte er den Sieg damit zum zweiten Mal in Folge in die schweizerische Rhein-Metropole. Doch damit nicht genug: Sein Drink „Aureum“ (lat. für „golden“) ist der erste Highball, der einen Gesamtsieg für sich verbuchen kann. Bis dato waren die Siegerdrinks stets Shortdrinks gewesen. Den Nachbericht und natürlich das Rezept für Bornemanns würzig-frischen Cocktail finden Sie hier. 

Whisky-Blogger: Die Meister des Malts oder Trittbrettfahrer?

Wie viele Whiskyblogger gibt es wohl mittlerweile? Blair Bowman stellt in seinem Beitrag für Scottish Field eine vage, eher humoristische Schätzung an. Und wie viele von ihnen, gerade unter den jüngeren Semestern, sind wirkliche Fachleute – wie viele wiederum nur Wichtigtuer, die auf Freiware, Bekanntheit und Gratisreisen hoffen?

Was eigentlich für fast jeden Bereich gilt, ist auch beim Whisky ein kleines Problem geworden: Zu viele Menschen tun auf Blogs als vermeintliche Experten ihre Meinung kund, generieren damit möglicherweise große Reichweiten und verbreiten Auffassungen, die wiederum Konsumenten beeinflussen. Das kann Gefahren bergen.

In seinem Text widmet sich Bowman einer kleinen Historie der Whisky-Bloggerei und geht detailliert auf die Probleme und Fragestellungen ein, die die unüberschaubare Landschaft selbsternannter Fachleute für die Branche mit sich bringt. Denn die zentrale Frage lautet ja: „Are whisky bloggers really the masters of malt? 

Ab aufs Dach!

Um noch einmal aufs Wetter zurückzukommen: Dachterrassen sind schon was Schönes. Erst recht, wenn man auf ihnen einen fulminanten Ausblick genießen kann. Und am allerschönsten sind sie, wenn man dort einen Drink genießen kann. Passend zu den heißen Tagen veröffentlichten die Kollegen vom The Guardian daher am Donnerstag das Ergebnis einer großen Leserumfrage nach den zehn besten, schönsten Roof-Top-Bars in Europa. 

Das Tolle an dem Ergebnis und der daraus resultierenden Liste? Es ist kein reines London-Paris-Barcelona-Ballett, sondern wir bekommen auch Tipps für Städte wie Ljubljana, Tiflis, Lissabon und sogar das feine Freiburg. Ob die besagten Bars denn auch alle wirklich gute Drinks liefern, steht auf einem anderen Blatt. Aber diese Frage ist vielleicht auch nur sekundär, wenn man in der Abendsonne vom Liegestuhl aus die Skyline betrachtet.

Photo credit: via Shutterstock

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