Inventur am 02. Dezember 2018

News 2.12.2018

Herzlich willkommen bei unserem wöchentlichen Rückblick auf die Ereignisse der vergangenen Woche. Die InterWhisky in Frankfurt feiert ihr 20. Jubiläum und lässt dies am heutigen Sonntag ausklingen, während Österreichs Tourismus händeringend nach Fachkräften sucht und die Spreewood Distillers ihren eigenen Vertrieb starten. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und einen schönen ersten Adventssonntag. 

Unsere erste große Leserumfrage seit fünf Jahren ist beendet. Das soll Sie aber nicht daran hindern, trotzdem und weiterhin mit uns in Kontakt zu treten. Denn gerade wir als Magazin für Barkultur wachsen im direkten Austausch mit Ihnen und fühlen uns dadurch inspiriert. Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre Teilnahme mit Meinung zu und Kritik an unserem Periodikum, das wir seit 16 Jahren mit großer Ambition sechs Mal pro Jahr in Print und nahezu täglich Online für die gewachsene Bar-Community und Barflys im In- wie Ausland veröffentlichen. Vielen Dank! Derzeit befindet sich die Umfrage noch in der Auswertung. Umfrageteilnehmer, die ihre Mailadresse für das Newsletter-Abonnement hinterlegt haben, haben automatisch an einer Verlosung teilgenommen. Der Gewinn, ein Cocktailian-Hoodie und ein Exemplar der druckfrischen, sechsten Auflage von Cocktailian I, das Handbuch der Bar, befinden sich bereits auf dem Weg zum Gewinner. Nun aber wollen wir erfahren, was sich in der letzten Woche ereignet hat. „Alles Whisky“ hieß es im übrigen bei der diesjährigen und 20. InterWhisky in Frankfurt. Die dreitägige Whiskymesse findet mit dort mit dem heutigen Sonntag ihren Ausklang. 

Spreewood Distillers bauen eigenen Vertrieb auf 

Die Spreewood Distillers GmbH, Betreiber von Deutschlands erster 100-prozentiger Rye-Whiskey-Destillerie und u.a. Produzent von Stork Club Whisky, hat sich von ihrer Vertriebsagentur Schlumberger getrennt. Den Vertrieb aus eigenen Kräften zu stemmen war schon immer das Ziel der Spreewood-Gründer Steffen Lohr, Bastian Heuser und Sebastian Brack. Nach knapp zwei Jahren seit der Übernahme der im Jahr 2003 gegründeten Spreewald-Destillerie fühlt sich das Trio nun unternehmerisch dem eigenen Vertriebsweg gewachsen. Für Kunden haben diese Entscheidung, die fokussierte Ausrichtung auf die Gastronomie sowie die Erweiterung der Produktionskapazitäten durch Investitionen den positiven Nebeneffekt von Preissenkungungen ab nächstem Jahr. „Stork Club wird die erste Whisk(e)y-Marke Deutschlands sein, die ihr Angebot konsequent an den Bedürfnissen einer wachsenden Bar- und Gastronomieszene ausrichtet. Wir verstehen uns als europäische Antwort auf American Whiskey“, erläutert Bastian Heuser die Strategie für 2019. 

Pusser’s segelt von Bremen aus

Auch aus dem Bremer Hafen ereilen uns Neuigkeiten: Die Traditionsmarke Pusser’s British Navy Rum ist ab sofort in Deutschland exklusiv beim Bremer Spirituosen Contor an Bord. Über 300 Jahre war der legendäre Royal Navy Rum nur den Matrosen der britischen Marine als tägliche Ration namens „Tot“vorbehalten. Ausgeteilt wurde diese vom „Purser“ genannten Proviantmeister, der von den Matrosen „Pusser“ gerufen wurde. Oftmals stand der Pusser unter dem Verdacht, den Rum mit Wasser gestreckt zu haben. Um das Gegenteil zu beweisen, mischte er ein paar Körner Schießpulver in den Rum und versuchte, diesen zu entzünden. Gelang dies, galt er als als unverfälscht – „at proof“. Wenn nicht, fand sich der Pusser schneller am Grunde des Meeres wieder als ihm lieb war. Die Tradition des Tots endete am 31. Juli 1970 mit der letzten Ration an Rum für die Matrosen, heute bekannt als Black Tot Day. Der oft als „Single Malt“ des Rums bezeichnete Pusser’s ist in Deutschland nun in den drei Qualitäten Pusser’s Blue Label, Pusser’s Gunpowder Proof und ab 2019 als Pusser’s 15 Years Old in limitierter Auflage im gut sortierten Fachhandel und vom Bremer Spirituosen Contor direkt erhältlich. 

Death’s Door Gin geht in die Insolvenz

Für den international mittlerweile wohlbekannten und, aber noch immer jungen Death’s Door Gin aus Middleton/Wisconsin dürfte die weltweite Gin-Flut für den Zukunftsbestand leider zu hoch geraten sein. Am vergangenen Mittwoch wurde seitens des Unternehmens die Insolvenz beantragt und die Zusammenarbeit mit Serallés USA beendet. Wie etwa The Capital Times erwähnt, hat die Destillerie, die inzwischen einen Ausstoß von 250.000 Cases Gin, Vodka und Whiskey verbucht, Verbindlichkeiten in der Höhe von mehr als 5 Millionen Dollar offen. Die ursprünglich von sechs Mitarbeitern geführte Brennerei Death’s Door Spirits wird am 19. Dezember zur Versteigerung preisgegeben. 

Ramsbury Gin entert Deutschland

Im Südwesten Englands, inmitten der sanften Hügel von Wiltshire, liegt das kleine Dorf Ramsbury mit seinen reetgedeckten Häusern und gemütlichen Pubs. Hier stellt die Brennerei Ramsbury den milden Single Estate Gin her, der seit gestern auch in Deutschland unter anderem über Bardealer erhältlich ist. Die britische Destillerie legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Ihre Philosophie dazu: Alles, was zur Verfügung steht, zu nutzen, ohne es zu verschwenden. Das Abwasser bei der Destillation wird durch eine Reihe von Schilfbänken als natürliche Filter zurück in die Natur geleitet, das Holz aus nahegelegenen Wäldern beheizt die Brennblasen, jede Flasche wird von Hand befüllt und etikettiert. 

Die „Heiße Oma“ gönnt sich erzwungene Ruhetage

Probleme in der alpenländischen Gastroszene: Im Oktober waren in ganz Österreich laut Arbeitsmarktservice insgesamt 9.000 Stellen in der Gastronomie und in den Beherbergungsbetrieben unbesetzt. Das meldet die Kleine Zeitung und wirft einen Blick über die Grenzen. Auch nach Deutschland, das ab nächstem Jahr mittels Fachkräfteeinwanderungsgesetz Menschen aus Nicht-EU-Ländern bei ausreichender Qualifizierung und Arbeitsvertrag den Aufenthalt erlaubt. Mittlerweile sei die Personalknappheit in Österreich so stark, dass Betriebe zusätzliche Ruhetage einführen müssten. Davon seien gerade zu Beginn der Wintersaison in den Alpen viele Saisonbetriebe und sogar die ersten Skihütten betroffen. Der kulinarische Einkehrschwung zum Après-Ski mit einer „Heißen Oma“ oder einem Jagatee führte in solchen Fällen besser zur Talabfahrt. 

Frankfurt: Drink-Schmiede gesucht

Auch die Drinksmith Neighbourhood Bar in Sachsenhausen Frankfurt sucht nach Verstärkung im BartenderInnen-Team. Neben Englischkenntnissen, Flexibilität und Teamfähigkeit sind auch Humor und eine dicke Haut gefragt. Bewerbungen richten Sie an drunk@drinksmithbar.com. Wir richten an dieser Stelle die besten Sonntagsgrüße an Sie und wünschen einen guten Start in die kommende Woche. 

Photo credit: Shuttertsock

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.