Inventur am 16. September 2018

News 16.9.2018

Wir wünschen einen schönen Wochenausklang und fassen die News der vergangenen Tage für Sie zusammen.  Eine britische Pub-Kette liefert einen Vorgeschmack auf den Brexit und Bier gibt es bald aus Pappflaschen. Außerdem: „Öko“ macht Bier erfolgreich und regt Konzerne zum Klauen an.

Es muss nicht unbedingt ein Hurricane à la Florence toben, damit man seine vier Wände einige Tage nicht verlassen kann. Könnte ja auch ohne Sturm mal irgendwas sein, oder? Wir haben uns deswegen mal die Survival-Tipps der Washington Post angesehen, die uns helfen sollen, unsere Küche in solchen Situationen optimal zu nutzen. Schauen Sie doch mal:

Life-Hacks im wahrsten Sinne

Ein vollgepackter, freistehender Gefrierschrank (der geschlossen geblieben ist) bleibt offenbar zwei bis vier Tage lang bei einigermaßen kalten Temperaturen. Ein 23-Kilo-Block Trockeneis hält den Inhalt eines vollen 500-Liter-Gefrierschranks außerdem anscheinend zwei Tage lang kalt. Kein Strom, kein Problem. Als Rezepte schlägt die Post unter anderem gebackenes Wurzelgemüse mit Apfel-Rösti und Eiern, Linsensalat mit Kartoffelspalten und Dutch Baby Pancakes vor. Es gibt wahrlich Schlimmeres. 

Vorgeschmack auf den Brexit

Die britische Pub-Kette JD Wetherspoon verbannt mehrere europäische Spirituosen aus dem Sortiment, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Darunter etwa Jägermeister (den Aufschrei der Studenten beim Jagerbomb-Aus hätten wir gerne gehört). Firmenchef Tim Martin betreibt mit seinem Gastronomieunternehmen 880 Pubs und ist erklärter Brexit-Befürworter. Französischer Champagner und deutsche Weißbiere sind ebenfalls bereits aus dem Repertoire verschwunden. Ende September sollen auch die französischen Cognacs Courvoisier und Hennessy durch Produkte aus Großbritannien und Nicht-EU-Ländern ersetzt werden. Weniger EU-Produkte, so die Tageszeitung, bedeuteten weniger Komplikationen, sollten die Brexit-Verhandlungen scheitern.

Bier gibt’s bald aus Pappflaschen

Die dänische Carlsberg-Gruppe will ihr Bier künftig in Flaschen aus Papier abfüllen statt wie bisher in Glasflaschen oder Dosen, berichtet „jetzt“. Das Gewebe der neuen Flaschen, die 2019 zum ersten Mal erhältlich sein sollen, komme laut Unternehmen aus verantwortungsvollem Anbau, in dem Bäume in der gleichen Anzahl nachgepflanzt würden, in der sie auch gefällt werden. Viele Flaschen würden ihren Weg nämlich nicht wieder zurück ins Mehrwegsystem finden, sondern zerbrechen oder in den Müll geworfen werden, so Carlsberg-Sprecher Christoph Boneberg. Das mache Pappe zu einer umweltfreundlichen Alternative. Und wie’s schmeckt? Wird sich wohl zeigen, doch Boneberg betonte gegenüber dem Online-Magazin, dass es natürlich elementar sei, dass das Bier so schmeckt, wie der Kunde es mag und die Pappe von innen beschichtet sei.

Öko rocks

Bio ist beliebt. Das zeigt auch Lammsbräu, das wächst, während die Bier-Branche allgemein keine guten Zahlen zu verzeichnen hat. Seit 23 Jahren produziert das Unternehmen ausschließlich Getränke aus ökologischen Rohstoffen, schreibt „Reinheitsgebot”. 2017 sei der Umsatz erneut gestiegen, inzwischen auf 24,1 Millionen Euro. Der Bier-Blog der Frankfurter Allgemeinen machte sich auf, um mal in das Erfolgssudhaus zu blicken und traf die Brauerei-Chefin Susanne Horn, die offenbar einige Pläne hegt, die viele für absurd halten. Dennoch ist sie von ihnen überzeugt – und das aus gutem Grund: Die Brauerei ist laut FAZ Marktführer im Bio-Segment.

Lidl klaut bei Lemonaid

Und weil Bio so gut ankommt, hat sich der Discounter Lidl für das Design einer eigenen Limonaden-Serie in ziemlich dreister Manie bei Lemonaid bedient – eine Firma, die seit jeher auf Bio-Rohstoffe sowie faire Bedingungen für Zulieferer setzt und die von jeder Flasche einen Anteil an wohltätige Zwecke spendet. Nun wehrt sich Lemonaid mit einem offenen Brief. Darin heißt es unter anderem: „Weil Ihre Limo unserer zum Verwechseln ähnlich sieht, glauben Konsumenten nachweislich, sie täten mit dem Kauf des Produktes etwas Gutes. Mit der Kopie von Lemonaid schmücken Sie sich mit unseren Werten, die Ihnen nicht zustehen. Sie täuschen derzeit Kunden, die mit dem Kauf einen sozialen Beitrag leisten wollen.“

Gewerbeschein für Flaschensammler? Shitstorm für Getränke Lehmann

Der Geschäftsführer von Getränke Lehmann in Berlin wollte von Vielsammlern von Pfandflaschen einen Steuerbescheid verlangen und so vermutlich Obdachlose abschrecken, berichtet der Tagesspiegel. In einer „Hausinfo“ („dringend“) schrieb er, laut Tageszeitung, an alle Märkte: „Sog. Flaschensammler“ müssten „wie alle Wiederverkäufer Angabe über ihre Adresse, USt-IdNr. etc. machen. Das Flaschensammeln ist dann ein Gewerbe, wenn es eine selbstständige, auf Dauer angelegte Tätigkeit ist, die zum Zwecke der Gewinnerzielung verfolgt wird und nicht geringfügig ist. Hierzu ist bitte der ‚Flaschensammler‘ höflich zu befragen. Verweigert er die Auskunft, kann keine ordnungsgemäße Gutschrift erstellt werden.“

Das Schreiben löste einige Kritik aus. Der Caritasverband des Erzbistums Berlin beispielsweise bezeichnete die Regelung als „entwürdigend“. Der Inhaber und Gründer des Unternehmens, Horst Lehmann, reagierte allerdings schnell und teilte kurz darauf mit, er distanziere sich „von dem Schreiben der Geschäftsführung. Der zuständige Geschäftsführer wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Weiterhin werden alle Pfandflaschen zurückgenommen. Es tut mir leid, dass es zu diesem Missverständnis gekommen ist.“ Um welchen der beiden aktiven Geschäftsführer es sich handelt, wurde nicht bekannt.

Photo credit: Shutterstock

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