Inventur am 17. Juni 2018

News 17.6.2018

Einen schönen Sonntag für Euch! Wir widmen uns heute dem Bier-Trend „alkoholfrei“ und fragen uns, ob Leitungswasser in Cafés etwas kosten sollte.  Danach stellen wir die Frage, ob ein 15-Euro-Whisky tatsächlich zu den besten der Welt gehört. Außerdem: Eine Wirtin berichtet, wie sie sexuellen Übergriffen in ihrem Restaurant beikommt.

Zum ersten Deutschlandspiel der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft geben wir die weisen Worte der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung weiter: „Im Gegensatz zur Zahl der Tore heißt es in punkto Alkohol beim Fußball: Weniger ist mehr! Die beste Strategie ist der Griff zum alkoholfreien Bier – damit schießt sich keiner ins Abseits“, so Marlene Mortler (CSU) am Donnerstag in Berlin. Die Bundeszentrale rät, Alkohol nicht als Durstlöscher einzusetzen. Soso. Wir wünschen also, ganz nüchtern, einen wunderbaren Sonntag (mit Limo und Schorle) und werfen vorher noch einen Blick auf die Nachrichten der Woche:

Wird alkoholfreies Bier zum neuen Trend?

Vielleicht muss es heute doch kein Saft sein. Tatsächlich scheinen nämlich immer mehr Handwerksbrauer alkoholfreies Bier herzustellen. Laut Imbibe ist das keine Überraschung: Zahlen würden belegen, dass die 16- bis 24-Jährigen heutzutage weniger Alkohol trinken als jede andere Altersgruppe. Die Nachfrage nach „geschmackvollen“ Alternativen abseits Mineralwasser, Cola, Orangensaft und dünnem sogenanntem Bier sei also da. Könnte alkoholfreie Variante der Kreativbier-Revolution kommen?, fragt das Online-Magazin. Steve Dass von der Londoner „low & no alcohol“-Brauerei Nirvana Brewing rechnet damit: „Der Buzz um non-alkoholische Biere in der Industrie fühlt sich so an wie 2008.“ Damals begann die Kreativbier-Szene erstmals Furore zu machen. Auch der Sektor um alkoholfreie Biere müsse Neuerungen vornehmen, sagt Dass. Die „neuen“ Konsumenten würden „Qualität und Handwerkskunst“ schätzen.

Die Debatte um das Glas Leitungswasser

In manchen Münchner Cafés kostet das Glas Leitungswasser keinen Cent, berichtet die Süddeutsche Zeitung, in anderen verlangen Kellner etwa einen Euro dafür. Laut Europäischer Kommission haben alle Europäer ein Recht auf sauberes Trinkwasser, Restaurants sind allerdings nicht gezwungen, Wasser kostenlos anzubieten – es wird ihnen nur empfohlen. Der Hotel- und Gaststättenverband Bayern rät offenbar zum Gegenteil. Sollten Gastronomen also für Leitungswasser Geld verlangen?

Café-Inhaber vor Ort erzählen, dass sie beispielsweise zum Kaffee oder Wein kostenlos ein Glas servieren würden, es sich aber nicht leisten könnten, dass Gäste nur Leitungswasser bestellen. In einer Stadt wie München, sagt eine Besitzerin, müsse sie für Wasser ebenso Geld verlangen, schließlich fülle das auch jemand ab, bringe es an den Tisch und spüle später das Glas.

Rezept gegen Übergriffe im Restaurant

Als eine kalifornische Wirtin erfuhr, dass ihre Kellnerinnen oft belästigt wurden – 80 Prozent der weiblichen Restaurant-Angestellten sei das bereits passiert, berichtet das Süddeutsche Zeitung Magazin –, führte sie einen Drei-Stufen-Plan ein, der das Problem fast gänzlich löste. „Stufe Gelb ist ein unangenehmes Gefühl oder ein Blick, der einen unwohl macht. Stufe Orange ist zum Beispiel ein anzüglicher Kommentar, der als Belästigung aufgefasst werden kann oder auch nicht, je nachdem wie er gesagt wurde, zum Beispiel ‚Ich mag dein T-Shirt‘. Rot ist eine eindeutig sexuelle Bemerkung oder eine Berührung.“, erklärt Erin Wade, die Restaurant-Chefin, dem SZ-Magazin. 

In einer akuten Situation würde das System so funktionieren: Die Kellnerin müsse lediglich zum Manager sagen „Gelb an Tisch drei, übernimmst du bitte?“ und müsse nichts weiter erklären. Bei dieser ersten Stufe bliebe es ihr überlassen, ob sie an dem Tisch weiter bedienen will. Bei Orange übernehme der Manager sofort, bei Rot fordere er (oder sie) den Gast auf, zu gehen. Früher, so Wade, wäre es im Restaurant ständig zu Rot gekommen. Drei Jahre nachdem sie die Maßnahme ergriffen hatte, passiere das nur noch höchstens einmal im Jahr.

Whisky für 15 Euro bekommt angeblich Höchstauszeichnung

Günstig müsse nicht immer billig heißen. Der Business Insider berichtet, ein Aldi-Whisky für 15 Euro sei „gerade zu einem der Besten der Welt gewählt“ worden – wir erinnern uns an letztes Jahr, als schon der ebenfalls von Aldi UK verkaufte Oliver Cromwell Gin zum angeblich „besten“ der Welt gekürt worden war. Tatsächlich hat der Highland Black 8 Year Old Scotch Whisky, den es in Aldi-Filialen in Großbritannien zu kaufen gibt, eine Auszeichnung erhalten. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die Jury des Spirits Business Scotch Whisky Masters verlieh dem Scotch in der Kategorie „Blended – Aged up to 12 Years“ eine Gold-Medaille, ähnlich einer Verbraucherorganisation wie Stiftung Warentest, die ebenfalls Produkte bewertet. Aldi überrascht wohl viele damit, eine Ballatine’s-Abfüllung in dem Rennen zu übertrumpfen – automatisch zu den besten Whiskys der Welt, gehört er dadurch aber nicht. Denn die beschrieben Kategorie ist eine der niedrigsten, die bei den SWM ausgelobt wird. Des Weiteren bedeutet „Gold“ eben nicht einmal, der Highland Black habe in seiner kleinen Sub-Kategorie gewonnen, sondern Gold stellt nur ein Prädikat dar. Auch zwei weitere erhalten dort Gold – übrigens nicht einmal das Beste der Competition, das bei den SWM nämlich „Master“ lautet.

Wo man 2018 in Schönheit trinkt

Bis zur Verleihung der MIXOLOGY Bar Awards am 7. Oktober (Achtung, diesmal ein Sonntag!) ist noch ein wenig Zeit, eine andere Shortlist ist aber diese Woche veröffentlicht worden. Nicht der Inhalt der Drinks, sondern die Optik der Bar bewerten die „Restaurant & Bar Design Awards“. In der zehnten Auflage haben Mitteleuropas Bars gute Karten, den Titel „Best Bar Europe“ zu holen: Neben der „Krypt“ in Wien und der „Walther-Bar“ im schweizerischen Pontresina hat es auch das Prager „Jetlag“ auf die Liste der zehn Besten geschafft. Die Konkurrenz in Sachen Bar-Einrichtung sitzt offenbar in Russland, gleich drei nominierte Bars – „Community“ und „Big Wine Freaks“ (beide Moskau) sowie das „Made in China“ (St. Petersburg) – stammen von hier.

Die Gewinner werden am 4. Oktober in London’s King’s Cross bekannt gegeben. Wer dabei sein will, Tickets gibt es ab 1. Juli unter der Website der Awards.

Photo credit: Shuttertsock

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