Inventur

Inventur am 19. August 2018

News 19.8.2018

Sonntag ist Inventur-Tag! Heute zieht es uns sauer den Mund zusammen, da Zitronen und Limetten neuerdings durch ein Fertigprodukt ersetzt werden sollen. Macht das Sinn oder klopfen nur die 90er wieder an? Außerdem expandiert die Frankfurter Gekkos Gruppe und einen Aviation Cocktail sollte man sich auch weiterhin gönnen. Prost!

Es geht weiter in Deutschland mit dem mediterranen Klima. Aber auch wenn die Temperaturen weiterhin täglich die Schwelle von über 30° Celsius überspringen, können wir hier in der Redaktion den Herbst schon riechen. Denn die Woche haben wir die Sonderausgabe in den Druck gegeben, die Anfang September einerseits die Short List der MIXOLOGY BAR AWARDS 2019 verkünden wird, anderseits aber auch die Getränke-Trends der kommenen Bar-Saison aufgreift.

Und die größte Welle an Neupräsentationen im flüssigen Kosmos wird dabei wieder der Bar Convent Berlin erleben. Wir geben entsprechend eine Vorschau auf die große Branchenzusammenkunft, für die der bekannte Barmann Angus Winchester ein spannendes Programm zusammengestellt hat. Aber erst Mal putzen wir hier, wie jede Woche, in unserer Inventur die Flaschen und prüfen, ob die Ausschankdisziplin gehalten hat.

Gekko Group plant Roomers Park View in Frankfurt

Die Gekko Gruppe hat offenbar einen langfristigen Mietvertrag für das 160 Park View unterschrieben. Das berichtet Konii. Gemäß dem Immobilienportal werde die Unternehmensgruppe in dem 19-stöckigen Hotelturm das Roomers Park View betreiben – die Eröffnung sei für 2020 erwartet.

„Auf 13.000 m² Brutto-Grundfläche entstehen 136 Hotelzimmer und -suiten. Neben dem Blick auf den Grüneburgpark erwartet die künftigen Gäste ein gastronomisches Angebot, eine Bar mit Skyline-Blick im 19. Stockwerk sowie ein Spa-Bereich im 18. Stockwerk. Das Interieur des Roomers Park View entwickelt der Mailänder Stardesigner Piero Lissoni.“ heißt es weiter.

Hotels der Gekko Group gewannen in der Vergangenheit mit ihren Bars mehrfach bei den MIXOLOGY BAR AWARDS.

Aufstieg und Fall des Aviation Cocktail

Aviation – zu Deutsch: Luftfahrt – kündige ein Auf und Ab ja bereits an, schreibt Punch. Der Drink sei in den 90er Jahren eine Zeit lang kultig gewesen und wäre dann wieder von den Tresen der Bars verschwunden. Jeffrey Morgenthaler, Barmanager im Clyde Common in Portland, Oregon, sagte dem Online-Magazin, inzwischen bereite er nur noch etwa sechs Stück im Jahr zu.

Zum Glück des Drinks, erschien er über die Jahrzehnte in einigen Bar-Bibeln (zuerst bereits 1916) und wurde so von Zeit zu Zeit wiederentdeckt – verhalf sogar der Crème de Violette zu Berühmtheit. Weil es so schwierig war an den Likör zu kommen, sorgte der im Gegenzug dafür, dass der Aviation Cocktail viele Bartender faszinierte und zu einem der ersten „Lost Classics“ zählte, die wieder gemixt wurden. Seine kurze Hochzeit, die nur etwa eine Dekade dauerte, sei sicherlich vorüber, schlussfolgert Punch. Aber ganz verschwinden, werde er wohl nie. Wie das eben so ist mit den „Klassikern“.

Jörg Meyer wird Importeur und vertreibt Sour Mix Supasawa

Wie der umtriebige Barbetreiber, Podcaster und Systemfachmann für die 25hour-Gruppe diese Woche mitteilte, wird er mit der Firma Highballer GmbH und unter dem Namen Tender Spirits künftig Getränke für die Bar importieren. Den Anfang macht Supasawa von der Firma Deluxe Distilleries in Belgien. Diese hat den Sour Mix als “The Alternative to Lemon und Lime” entwickelt.

Das Produkt besteht aus Wasser, das mit fünf verschiedene Säuren, Zucker, Salz und Natriumbenzoat angereichert wird. Neben der Behauptung, Zitrusfrüchte ersetzen zu können, prangt auf dem reduzierten Designer-Logo der Flasche als Bekräftigung auch die medizinisch anmutende Zeichnung einer Schlange, die sich um eine Zitrone schlingt.

In einem auf LinkedIn veröffentlichten Text weist der deutsche Importeur Jörg Meyer nun darauf hin, dass die Etiketten abgeändert würden, da das Produkt diesem Anspruch, Zitrusfrüchte zu ersetzen, nicht wirklich gerecht werden könne. Wofür soll Supasawa dann verwendet werden?

Jörg Meyer stellt es in seinem langatmigen und apologetisch klingenden Text so dar, als sei die Branche ohnehin auf der Suche nach neuen Säurequellen. Das mag stimmen. Eine weitere Veröffentlichung von Jörg Meyer vom 24. Juni 2018 allerdings beschäftigt sich allerdings mit der Frage, wie man die Kosten in der Herstellung frischen Zitronensafts vermeidet und endet in der Frage an seine Leser, welche Säurealternativen sie in ihren Bars verwenden würden.

Mit “Finest Call” nennt eine magere Antwort einen der größten Hersteller von fertig abgefüllten Süß-Sauer-Mixes. Was ist nun Supasawa im Vergleich dazu? Eine wirklich ernsthafte Säurealternative für “kristallklare Drinks” oder ein für hochvolumige Kettenkonzepte geeignetes Convenience-Produkt? Was meinen unsere Leser?

Photo credit: Shutterstock

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