Inventur am 20. Mai 2018

News 20.5.2018

Genießen Sie den Sonntag mit einer Bloody Mary, denn wir beschäftigen uns heute mit Tomatensaft. Außerdem: Brauer dürfen ihr Bier künftig nicht mehr als „bekömmlich“ bezeichnen.

 Und für die japanische Destillerie Suntory beginnt ein neues Kapitel.

Als United Airlines kürzlich den Tomatensaft aus dem Sortiment nehmen wollten, gab es einen Aufschrei. Die Kritik war offenbar so groß, dass die Fluglinie ihre Entscheidung sogar revidierte. Das bewegte den Guardian dazu, Recherchen anzustellen, weswegen wir dieses Getränk so gerne an Bord eines Flugzeugs trinken, nie aber daran denken würde, es mit den Füßen fest auf der Erde zu bestellen. Eine Theorie lautet: Der Geräuschpegel des Flugzeugmotors würde süße Geschmäcker abschwächen, Umami, der im Tomatensaft vorherrscht, jedoch verstärken. Andere wissenschaftliche Ergebnisse wollen belegen, unser Geschmacks- und Geruchssinn sei ab einer gewissen Höhe geschwächt, man würde also die Frische genießen können ohne dem erdigen Aroma. 

Die beiden Begründungen widersprechen sich jedoch und es gibt auch psychologische Erklärungsversuche: Ein Getränk an Bord eines Flugzeuges zu bestellen, sei eine ungewöhnliche Situation. Dazu käme, dass alles umsonst ist und Reisende das irgendwie ausnutzen möchten. Der Tomatensaft sei das einzige Angebot auf dem Wagen, das gesund und extravagant erscheint. Außerdem haben es schon so viele Menschen bestellt, es sei inzwischen eine Art Tradition, schreibt die Zeitung. So wie Popcorn im Kino und Hot-Dogs im Stadion. Wir machen heute jedenfalls eine Bloody Mary daraus (die ist ja durchaus auch an einem Sonntag an Land genießbar) und sehen uns an, was diese Woche alles passiert ist.

New Suntory times

Nachdem einige Whiskybestände in Japan leerlaufen, muss Suntory in diesem Jahr zwei Serien einstellen: Der 12-jährige Single-Malt Hakushu und der aus „Lost in Translation“ berühmte 17-jährige Hibiki. Vor allem das Ende des Signature-Drinks von Bob Harris aka Bill Murray sei deprimierend, sagte Brian Ashcroft dem Guardian. Der Mitverfasser von „Japanese Whisky: The Ultimate Guide to the World’s Most Desirable Spirit” erklärte: „Vor 17 Jahren tranken die Leute nicht so viel japanischen Whisky, also machten Santory und (ihre Konkurrenz) Nikka nicht viel Umsatz.“ Neue, vor allem internationale Märkte, die es zu der Zeit noch gar nicht gegeben hatte, hätten dafür gesorgt, dass die Vorräte nun zur Neige gingen.

Immerhin hat die japanische Destillerie dieser Tage auch freudige Nachrichten zu verkünden, denn sie leistet Gegenarbeit: Im Juni bringt Beam Suntory den neuen Suntory Whisky Toki auf den Markt. Damit will das Unternehmen die wachsende Nachfrage nach japanischen Whiskys bedienen. Und auch der Name passt zur aktuellen Situation: Toki bedeutet übersetzt „Zeit“ und spielt auf die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an. Der Blend aus Whiskys der Hakushu Destillerie, der Yamazaki Destillerie und der Chita Destillerie von Suntory soll einerseits die japanische Kultur würdigen, gleichzeitig aber auch die Moderne verkörpern.

Brauer dürfen nicht mehr behaupten, Bier sei „bekömmlich“

Der Bundesgerichtshof hat einen langjährigen Streit beendet und entschieden: Bier ist nicht bekömmlich. Künftig dürfen Brauereien das jedenfalls nicht mehr in ihrer Werbung behaupten. Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) aus Berlin hatte 2015 eine einstweilige Verfügung gegen die Leutkircher Brauerei erwirkt. Der Brauereichef Gottfried Härle wollte sich gegen das Verbot wehren, blieb aber vor dem BGH erfolglos. „Bekömmlich“ sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die für alkoholische Getränke in der EU nicht erlaubt sei, lautete das Urteil. Da half auch nicht, dass der Begriff laut Härles Anwalt in der deutschen Bierkultur verankert sei. Erlaubt bleibt nur „süffig“, „herzhaft“ oder „würzig“. Mit diesen Bezeichnungen werde nicht „suggeriert, dass Bier keine negativen Folgen hat“.

Fakten um die schädlichste Droge

Apropos negative Folgen: Es ist wirklich keine Neuigkeit, dass Alkohol ungesund ist. Sehen wir ein! Zeit Online wollte aber genau wissen, welche Gefahren von Alkohol überhaupt bekannt sind und machte mit 38.000 Leserinnen und Lesern eine Umfrage. Die Ergebnisse lieferten dann doch ein paar Überraschungen: 10,4 Prozent der Befragten wussten nicht, dass Alkohol das Risiko für Gewalt und Missbrauch erhöht, 33,4 Prozent hatten keine Ahnung, dass für die meisten Personen Alkohol keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit hat (auch nicht beim Konsum geringfügiger Mengen, wie beispielsweise ein Glas Wein am Abend). 

Außerdem waren sich 31,5 Prozent der Teilnehmer nicht im Klaren, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigsten Todesursachen bei Personen mit starkem Alkoholkonsum sind, 60,9 Prozent ahnten nicht, dass weniger trinken das Risiko für sieben verschiedene Krebsarten senkt und 26,8 Prozent waren nicht darüber informiert, dass sogar Personen mit starkem Alkoholkonsum das Risiko für Lebererkrankungen reduzieren, wenn sie weniger Alkohol konsumieren. Also: drink mindfully! Und einen schönen Sonntag.

Photo credit: Shutterstock

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