Inventur am 24. Juni 2018

News 24.6.2018

Schon wieder Sonntag, schon wieder Inventur. Diesmal mit der neuen Competition von Italicus Rosolio, der Suche nach dem Mezcal-Signature und dem perfekten Shake. Wir wünschen einen erholsamen Tag!

Es ist Fußball-WM und viele Favoriten straucheln, nicht zuletzt die deutsche Nationalmannschaft hat die Qualifikation fürs Achtelfinale noch immer nicht in trockenen Tüchern. Erfolg bleibt eben niemals komplett planbar. Fast genauso unplanbar wie im Sport ist er in der Gastronomie, wie es Ralf Klümper in seinem Gründer-ABC beim Nomyblog immer wieder anspricht. Diesmal etwa unter D – wie Durststrecke. Darin thematisiert der ehemalige Gastronom und heutige Berater die oft schwierigen ersten Monate nach der Eröffnung des vielbesungenen ersten „eigenen Ladens“. Denn falls die nicht so laufen wie erwartet oder erwünscht, schleichen sich schnell Panik, Frustration und Antriebslosigkeit ein. Zwar gibt es niemals eine Garantie, dass man nicht scheitert, Klümper gibt jedoch eine ganze Reihe von Tipps, mit denen man sich aktiv zur Wehr setzen kann. Wer also den Sonntag mit dem Träumen von der eigenen Bar verbringt, möchte dort vielleicht mal reinschauen. Wir widmen uns ansonsten in gewohnter Manier den interessantesten Themen und Texten der zurückliegenden Woche. Prost!

Mezcal: Auf der Suche nach dem Kategorie-Cocktail

Rum hat Daiquiri, Mojito oder den modernen Klassiker Old Cuban; Bourbon hat seinen Whiskey Sour; Cognac hat den Side Car; Rye hat den Manhattan – und beim Gin sind es so viele, dass wir mit der Aufzählung gar nicht erst anfangen. Jede der traditionellen Barspirituosen hat mindestens einen (oder eben oft mehrere) großen Kategorie- bzw. Signature-Cocktail, der so etwas wie eine Standard beim Mixen mit ihm ist. Was der Coq-au-vin und der Hahn für die französische Küche sind, ist dem Bartender beim Thema Gin der Dry Martini.

Dieses bequeme Glück, seinen eigenen Referenzdrink zu haben, fehlt dem Bartender-Shootingstar der letzten Jahre noch. Ja, die Rede ist vom Mezcal. Der ist zwar mittlerweile zumindest in den Augen vieler Bartender und Barflys interessanter als sein großer Bruder, der Tequila. Doch einen echten Signature-Cocktail hat der charaktervolle Agavenbrand bis heute nicht. Anlass genug für SevenFiftyDaily, sich mit offenen Augen und durstiger Kehle der Frage zu widmen: Gibt es ihn vielleicht doch schon irgendwo und irgendwie, den Mezcal-Signature? Hat er sich nur noch nicht genug verbreitet? Begleiten Sie doch einfach Kara Newmann auf ihrer Suche.

 Alle Jahre wieder: Das Sprechen über den Shaking-Style

Ein wenig scheint es ja immer wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau: Die Diskussion um den korrekten Shaking-Stil. Horizontal? Oder doch vertikal? Diagonal mit doppelt verzwirbelter Achse? Ist man mit dem doppelten, beidhändigen „Oktopus“ wirklich schneller, als wenn man die zwei Drinks nacheinander schüttelt? Und versucht eigentlich noch jemand, den sagenumwobenen „Japanese Hard Shake“ zu erlernen, der vor ein paar Jahren mal die Zielmarke war?

Viel ist zum Shaking-Style gesagt und geschrieben worden. Was die Optik angeht, wissen wir heute, dass es sich oft – wie überall sonst auch – um Moden handelt, die kommen und gehen. Dennoch bleiben zwei Fragen, die wirklich von Belang sind: Schlagen sich unterschiedliche Schütteltechniken ernsthaft im Endresultat, also dem Drink, nieder? Und, was endlich im neuen Beitrag von PunchDrink stärker beachtet wird: Welcher Stil ist aus ergonomischer Sicht der beste, sprich derjenige, der die Gelenke und Muskeln nicht zu sehr strapaziert? Der Beitrag der Kollegen versammelt verschiedene Ansichten zu den beiden Fragestellungen und lässt drei einflussreiche New Yorker Bartender ihren ganz persönlichen Shaking-Style nicht nur erklären, sondern auch begründen und sogar hinterfragen. Ausprobieren?

Italicus Rosolio mit eigener Cocktail-Competition

Der von Ex-Martini-Markenbotschafter Giuseppe Gallo ins Leben gerufene Bergamotte-Likör Italicus kann seit seinem Launch vor rund eineinhalb Jahren auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken. In vielen guten Bars steht die säulenhafte, grünblaue Flasche bereits, mit zwei Preisen bei den Spirited Awards und den MIXOLOGY BAR AWARDS wurden dem Produkt überdies höchste Weihen verliehen.

Der nächste Schritt scheint da nur folgerichtig: Italicus veranstaltet ab diesem Sommer bereits seine erste eigene Cocktail-Competition. Wie der deutsche Vertrieb Perola mitteilte, findet der deutsche Vorentscheid der „Art of Italicus Aperitivo Challenge“ am 30. Juli 2018 statt. Dazu bewerben können sich Bartender aus Deutschland noch bis zum 15. Juli unter italicuschallenge@perola.eu, die besten acht Einsendungen werden zum Finale eingeladen. Der Sieger darf dann im November in die wahrscheinlich weltweite Aperitifhauptstadt Mailand zum internationalen Finale reisen. Der Preis dort: Eine Reise nach London und ein exklusiver Workshop mit Savoy-Bar-Manager Declan McGurk und dessen früherem American-Bar-Headbartender Erik Lorincz, der aktuell in London sein erstes eigenes Barprojekt an den Start bringt. Alle Details gibt es auf der Website.

Kiss me, I’m irish!

Auf den Tresen hiesiger Bars ist Irish Whiskey nicht gerade der präsenteste Stammgast. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Brände von der grünen Insel, die gemeinhin als die mildeste und zugänglichste Whisk(e)y-Spielart gelten, aus globaler Sicht eine große Fangemeinde haben. Doch nicht nur groß, sie wächst offenbar auch ordentlich.

Wie die Irish Whiskey Association (IWA) offiziell bekanntgibt, hat der Verkauf von irischem Whiskey im Jahren 2017 mit 9,7 Millionen Neun-Liter-Cases eine neuen Spitzenwert erreicht und damit mal eben jenen Wert von 2016 um mehr als 10% übertroffen. Besonders stark entwickelt sich die Kategorie übrigens im angeblich stets nur vodkatrinkenden Russland, der andere zentrale Markt bleiben die USA, in denen Irish seit Ewigkeiten schon als beliebter Sipping-Whiskey verbreitet ist. Seitens der IWA zeigt man sich daher optimistisch, dass das selbstbewusst gesetzte Ziel von 12 Millionen Cases im Jahr 2020 nicht nur erreicht, sondern wohl gar übertroffen werden kann. Wir lernen: Islay und Kentucky mögen als cool gelten – aber die Iren wissen auch, wie das Business läuft.

Photo credit: Shutterstock

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