INVENTUR AM 27. MAI 2018

News 27.5.2018

Frohen Sonntag! Das gilt wohl weniger in Chicago, denn dort schließen heute gleich zwei ambitionierte Bar-Projekte. Außerdem: Gibt es den perfekten Cocktail? Wir schauen, welche Antworten die Frage ergibt und blicken zudem auf den Tag der nachhaltigen Gastronomie.

Sonntage sind für Comfort Food! Und was könnte mehr Comfort versprechen als ein Burger – oder vielleicht doch mal ein Hot Dog? Die versuchen sich nämlich mittlerweile auch in feinerer Schale neu zu erfinden und bekommen in deutschen Metropolen ein qualitatives und preisliches Update, wie Nomy berichtet. Der Blog stellt einige Hot-Dog-Konzepte aus Berlin vor – Mit Vergnügen Dog, The Big Dog und The Dawg etwa – und fragt sich, ob der Hotdog das Potenzial habe, der „neue Hamburger“ zu werden. Dazu müsse noch einige Pionierarbeit geleistet werden, denn fünf bis sechs Euro seien Kunden oft nicht bereit zu zahlen – selbst wenn es sich um einen Dog-Deluxe handle, jenseits von Wurst und Weißbrot. An die höheren Preise habe man sich in den zahlreichen Burger-Restaurants allerdings auch gewöhnt. Wie so oft also: Only a matter of time! Bis dahin sehen wir uns mal an, was diese Woche so alles passiert ist.

Was macht den „perfekten“ Cocktail aus?

Ist wirklich alles Geschmackssache oder gibt es einen Cocktail, den man diskussionslos als „vollkommen“ bezeichnen könnte? Sechs einflussreiche Bartender aus der ganzen Welt haben Punch ihren „perfekten“ Drink beschrieben und anhand dessen ihr persönliches Konzept der Perfektion erklärt. Für Julia Momose aus Chicago ist es eine Variante des Old Fashioned mit Zwetschgenessig und Hibiki, der das Prinzip der Entropie, dem beispielsweise Eis ständig unterworfen sei, zum Konzept macht. Ivy Mix aus dem Leyenda in Brooklyn sieht Perfektion in der „Harmonie zwischen den Geschmäckern“ und rät, einen Star im Glas auszuwählen und ihn mit anderen Zutaten als unterstützende Spieler zu umgeben. Dem „Palo Negro“ mit Palo Cortado Sherry als Hauptakteur gelänge diese Stimmigkeit. „Der perfekte Drink wäre perfekt für jeden und das wird es niemals geben“, findet hingegen Nico de Soto, Besitzer des New Yorker Mace. Zu seinen persönlichen Lieblingszutaten gehört Pandan, das er in Form von Sirup in seinem Drink „L‘Alligator C’est Vert“ verwendet. Darin kämen alle Geschmäcker vor, die er gerne hat.

UN ruft zum „Tag der nachhaltigen Gastronomie“ auf

Im Kampf gegen den Klimawandel spielen unsere Essgewohnheiten eine große Rolle. Deswegen rufen die Vereinten Nationen am 18. Juni zum „Tag der nachhaltigen Gastronomie“ auf. Um Statements, Tipps und Ideen für verantwortungsbewussteres Handeln zu sammeln, hat Greentable, eine Initiative für Nachhaltigkeit in der Gastronomie, die Social-Media-Aktion #grünaufgetischt ins Leben gerufen. Gastgeber und Gäste sollen unter diesem Hashtag ihre persönlichen Anregungen posten. Greentable schreibt, das könne „ein auf einer Serviette niedergeschriebener, fotografierter und bei Instagram veröffentlichter Beitrag, ein Clip mit einem cleveren how-to-Trick aus der Restaurantküche oder ein Statement auf Twitter“ sein.

„Prairie School” und „Regards To Edith” schließen

Bye bye, Chicago! So heißt es, jedenfalls vorläufig, für Jim Meehan, einen der führenden Bartender und Bar-Unternehmer unserer Zeit. Denn die beiden von Meehan mit verantworteten Bars bzw. Gastronomiekonzepte in „Windy City“ – Prairie School und Regards To Edith – haben gestern Nacht ihren jeweils letzten Öffnungstag erlebt. Das gab Meehan Mitte der Woche kurzfristig auf seinem Instagram-Account bekannt.

Beide Lokale sind noch nicht wirklich lange Teil der Chicagoer Gastrolandschaft, eröffnet und betrieben hatte Meehan sie gemeinsam mit der finanzstarken Heisler Group. Offenbar blieb der Umsatz deutlich unter den Erwartungen, denn die Entscheidung zur Schließung beruhe, so Meehan, auf finanziellen Erwägungen. Besonders das Prairie School, das ein avantgardistisches Architekturkonzept mit Anlehnungen an die Arbeit von Frank Lloyd Wright mit einem ambitioniertem Getränkeprogramm verknüpfte, war von der Presse mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet worden und eine ausdrücklich Herzensangelegenheit Meehans. Derweil wartet die Barszene noch immer darauf, dass der Buchautor, Consultant und Mitgründer von Banks Rum nach seinem Umzug nach Portland die erste eigene Bar in der Westküstenstadt eröffnet.

Das Dinner als Performance Kunst?

Kann man gemeinsames Essen und Trinken bzw. eine Dinner-Party als Performance im künstlerischen Sinne begreifen? Wenn es nach dem jamaikanischstämmigen US-amerikanischen Künstler DeVonn Francis geht, dann schon. Der 25jährige befasst sich bereits sein ganzes Leben lang intensiv und leidenschaftlich mit der Küche seines karibischen Heimatlandes. Bis er zu der Auffassung gelangte: Der Tisch beim gemeinsamen Essen gleicht einer Bühne!

Mit seiner Plattform Yardy NYC richtet Francis regelmäßig Food-Events, die er gleichsam als Diskussionsforen für Themen wie Queerness, Sexualität, Rassismus und Immigration begreift. Ein weiterer zentraler Punkt ist für ihn das Essen mit bloßen Händen, das vielen Menschen abhanden gekommen ist und die somit einen zentralen Zugang zu ihrer Nahrung verlören. Die New York Times stellt DeVonn Francis und seine Arbeit in einem ausgiebigen Portrait vor.

Photo credit: Shutterstock

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