Inventur am 30. September 2018

News 30.9.2018

Wir wünschen einen sonnigen letzten Septembertag und berichten von der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer, was „Gin Sul“ mit Politik zu tun hat.  Außerdem: Wie „Eat like a local“ tatsächlich klappt, woraus unser neuer Morgenkaffee besteht, was den Weinbau in Ostdeutschland besonders macht und wie der Tag eines Oktoberfest-Kellners aussieht.

Rund 120 Hobbybrauer aus Deutschland waren am Samstag bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer in Stralsund. Zum Wettkampf in der Störtebeker-Braumanufaktur mussten die Teilnehmer ein selbst kreiertes Witbier einreichen. Unsere Kollegen von BIER, BARS & BRAUER waren vor Ort und werden demnächst berichten. Wir sind gespannt – vielleicht machen wir uns ja nächstes Jahr auch an’s Brauen. Jetzt gibt es aber erstmal alle News der Woche für Euch:

Vom CDU-Pressesprecher zum Gin-Brenner

Bevor Stephan Garbe norddeutsch-portugiesischen Gin brannte, war der „Gin Sul“-Gründer stellvertretender Pressesprecher der CDU-Fraktion in Hamburg. Irgendwann hatte er aber genug, erzählt er dem Handelsblatt. Der Gin-Sammler suchte ein eigenes Rezept, wollte als Portugal-Liebhaber eigentlich in dem südeuropäischen Land starten, schreibt die Tageszeitung. Doch gegen die dortige Bürokratie sei er nicht angekommen, so habe er seine Pläne in seine Heimatstadt zurückverlegt. Kürzlich konnte Garbe sogar Jägermeister für den Vertrieb gewinnen. Seine Geschichte macht Mut, auch mal etwas hinzuschmeißen.

Eat Like a Local

Ein oft gehörter Ratschlag auf Reisen: „Eat like a local“. Aber wie folgt man eigentlich dem Beispiel der Einheimischen? Die New York Times findet die Vorschläge offenbar eher vage und spricht nun ein paar eigene Tipps aus. Unser liebster, wenn es um Drinks geht: „Barkeeper wissen es am besten, denn sie arbeiten mit und trinken mit anderen Barkeepern, die in anderen Bars arbeiten und trinken.“

Außerdem: Vorher Recherchearbeit leisten, Online-Bewertungen nicht (blind) vertrauen, Street-Food ausprobieren, vor allem, wenn eine Menschenmenge davor steht sowie gezielt informieren und die Einheimischen fragen, wo man eine bestimmte Art von Essen probieren kann – „Wo gibt’s einen guten Israeli?“ reicht nicht.

Spritzy Americano – unser neuer Morgenkaffee

Kaffee und Orangensaft? Was zunächst nach einer gewöhnungsbedürftigen Kombination klingt, ist laut Bon Appétit ein kleiner Geniestreich. Der sogenannte Spritzy Americano sei auf eine Art bitter, wie ein Negroni, eine Tafel dunkler Schokolade oder ein komplexer italienischer Amaro bitter ist. „Die Bitterkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Getränks, der durch die anderen Elemente, in diesem Fall Mineralwasser, Orangensaft und Orangenschale, ausgeglichen wird.“ Move over, Espresso Tonic!

Weinanbau in Ostdeutschland

Wein aus dem Osten hatte lange keinen guten Ruf, berichtet die „Zeit“, und traf einen Winzer, der das ändern will: André Gussek spricht im Interview über die süßen Zungen der DDR-Bürger, die Vorzüge des Klimawandels und den mineralischen Charakter der Weine aus dem Saale-Unstrut-Gebiet, für den die Kalkböden sorgen würden. „Manchmal können Sie einen kleinen Hauch Salz herausschmecken“, sagt er.

Die Lage sei klimatisch auch deshalb eine besondere, weil die Hänge in einem Regenschatten lägen. „Regenwolken kommen immer aus Westen, also vom Atlantik her, und regnen dann westlich von uns, über dem Harz und dem Thüringer Wald, ab. Unsere Region ist deswegen ohnehin ziemlich trocken.“ Nicht ohne Grund lautet der Titel des Artikels: „Wir wurden unterschätzt“.

Aus dem Leben eines Kellners auf dem Oktoberfest

Über 20 Kilometer täglich durchs Bierzelt laufen, 16 Maßkrüge gleichzeitig tragen – die Zahlen, die den Oktoberfestalltag der Kellner beschreibt, sind immer wieder erstaunlich. Der Fotograf Simon Gehr hat den Wiesn-Kellner Julian Heilmann begleitet, der seit vier Jahren im Hacker-Festzelt arbeitet. Auf die Frage des „Spiegel“, was ihm besonders an der Wiesn gefalle, sagt der: „Es ist eine riesige Party, die ganze Welt ist hier zu Gast.“ Spezielle Voraussetzungen brauche man nicht, um auf dem Oktoberfest zu bedienen. Es helfe aber wahnsinnig, fit zu sein. Heilmann selbst macht laut Wochenzeitung regelmäßig bei Triathlon-Wettkämpfen mit.

Photo credit: Shutterstock

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