Inventur am 4. November 2018

News 4.11.2018

Wirklich, muss es Hanf-Gin sein? Wird in London tatsächlich ein 51-jähriger Scotch verschenkt? Diese und weitere Themen sind unsere News der Woche.Hereinspaziert zur aktuellen Inventur.

Einen fluffigen Sonntag, allerseits! Den einen oder anderen von Ihnen erreichen wir heute sicherlich im bestenfalls noch angenehm sommerlichen Athen. Schließlich geht dort Anfang der kommenden Woche die Athens Bar Show über die Bühne, die sich in den letzten Jahren einen vortrefflichen Ruf unter den Fach-Shows der europäischen Szene erarbeiten konnte. Wir wünschen für diesen Fall eine gute Zeit und fantastische Drinks in den Athener Bars. Für alle Daheimgebliebenen empfehlen wir einen sonntagnachmittäglichen Hot Buttered Rum und eine Blick auf die Nachrichten der Woche. Prost!

Jigger oder Free-Pour? Die Alte Frage bleibt aktuell

Einen Beitrag von Anfang 2016 holten die geschätzten Kollegen von PunchDrink diese Woche aus ihrem Archiv. Darin geht es um die alte, bewegende und noch immer brennende Gretchenfrage: Soll ein Bartender lieber „jiggern“ oder „free-pouren“?

Die Frage, ob ein guter Bartender sich bei der Arbeit mit dem kleinen metallenen Messbecher behelfen soll, ist so alt wie jenes Phänomen, das heute gern als Cocktail-Revolution bezeichnet wird. Einerseits symbolisiert der Jigger eine neue, akkurate Herangehensweise an eine Rezeptur, eine sich auf klassische Vorbilder besinnende Ernsthaftigkeit in Abgrenzung zu den bunten Zuckerdrinks, die jedwede Ungenauigkeit verzeihen. Gegner des Jiggers hingegen meinen, seine Verwendung wirke knausrig, geizig und engstirnig – oder, im schlimmsten Fall, geradezu linkisch. Denn da ist durchaus etwas dran: Wer nicht sauber und elegant mit dem Jigger umgehen kann, der wirkt schnell stümperhaft. Der Beitrag von PunchDrink, der nichts von seiner Aktualität verloren hat, lässt Vertreter beider Auffassungen mit ihren Argumenten und Standpunkten zu Worte kommen.

Aus dem Nähkästchen des Bartenders

Klar, als Bartender erlebt man während der Arbeit die eine oder andere Story, die einem als Buchhalter oder Ingenieur verwehrt bleibt. Meist ist das sogar sehr amüsant. Jeder Bartender wird schon erlebt haben, dass seine gesammelten Arbeitserlebnisse in geselliger Runde für viel Heiterkeit sorgen.

Doch dabei vergisst man oft, dass einige Begebenheiten, die in der Rückschau lustig, lächerlich oder schlicht skurril daherkommen, im Moment ihres Geschehens vielleicht auch verstörend, erschreckend oder entnervend für den Bartender sind. Einen schönen Überblick über, naja, persönliche „Erlebnis-Highlights“ einiger Barleute hat das Magazin SevenFifty.Daily in einem launigen Panoptikum zusammengetragen. Und ja, von lustig bis verstörend ist alles dabei. Oder haben sie schon einmal einen Text gelesen, in dem es innerhalb weniger Sätze sowohl um Schädelbrüche als auch zerschlagene Methusalem-Flaschen sowie um einen als Pissoir missbrauchten Weihnachtsbaum ging? Nicht? Na, dann los!

Angeblich Erster Cannabis-Gin in den Startlöchern

Das Schöne am globalen Gin-Hype: Man weiß, dass jede Idee irgendwann umgesetzt wird. Das Blöde am globalen Gin-Hype: Man weiß, dass jede Idee irgendwann umgesetzt wird. Bei der ersten Spirituose des australischen Start-Ups „The Cannabis Group“ weiß man noch nicht so genau, welche der beiden obigen Behauptungen eher zutrifft. Denn unter dem Markennamen „The Myrcene Hemp Gin“ bringt die junge Firma nun den angeblich ersten Cannabis-Gin der Welt auf den Markt. Wobei in Gin-Gefilden mit der Formulierung vom „ersten XY-Gin der Welt“ ja inzwischen durchaus vorsichtig sein muss.

Das auf einer Column Still gebrannte, also folglich recht schlanke und milde Destillat geht angeblich auf Gebräuche und Traditionen aus der Anfangszeit der modernen Destillationskultur zurück. Schmecken soll es u.a. nach Pinie, Lavendel, Salbei, Veilchen, Nelke, Harz und – ja, das denken wir uns nicht aus – „bubblegum aromas“. Zunächst kommen davon 300 Flaschen zu umgerechnet ca. 62 Euro auf den Markt (natürlich vorerst nicht in Europa). Nun ja. The Spirits Business kennt ein paar weitere Details.

Craigellachie „verschenkt“ seinen Ältesten

Einen wahrhaft nicht alltäglichen Schritt geht derzeit die zum Bacardi-Konzern gehörende Craigellachie-Destillerie aus der schottischen Speyside: Denn anstatt ihren bislang ältesten Malt in teure Kristalldekanter zu stecken und für fünfstellige Beträge zu verkaufen, wird der nun abgefüllte Single Cask 51 Years – verschenkt! Das bedeutet natürlich nicht, dass sich jeder Whiskyfreund irgendwo umsonst eine Flasche abholen kann. Dennoch ist die Idee bemerkenswert, landen doch die allermeisten Scotch-Raritäten entweder in dunklen Sammler-Schränken oder aber in den Portfolios von Spekulanten.

Konkret lautet das Motto für die kostenlose Herausgabe „Share the rare“. Damit ist gemeint, dass Craigellachie Ende November für wenige Tage eine Pop-Up-Bar im traditionsreichen Londoner Whiskygeschäft Milroy’s betreiben wird, wo der 51-jährige Tropfen exklusiv und tatsächlich kostenlos verkostet und genossen werden kann. Um sich einen Dram davon zu sichern, ist seit Montag eine Online-Lotterie offen. Weitere Details sowie den Weg zur Verlosung gibt es beim Imbibe Magazine

Photo credit: Shutterstock

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