: der beste Ruby Port Test

Der beste Ruby Port kommt von Ramos Pinto

News 20.10.2018

Das MIXOLOGY TASTE FORUM findet einen klaren Test-Sieger: Der beste Ruby Port stammt aus dem Hause Ramos Pinto. Die beiden anderen Podiumsplätze kommen dicht dahinter, und auch generell präsentiert sich die Kategorie sehr ansprechend.

Portwein hat es nicht leicht an der Bar. Zwar sind die aufgespriteten Weine aus Portugal aufgrund ihrer Verwendung in einigen klassischen Cocktails im Zuge der Bar-Renaissance der letzten knapp 20 Jahre ein klein wenig mehr ins Bewusstsein der Fachwelt getreten. Dennoch bleibt die große, traditionsreiche Gattung, die seit jeher fest in britischer Hand war, bislang eine Nischendisziplin an den Cocktailbars.

Ruby Port: Die komplexe Einsteigerkategorie

Während unter Kennern für den Purgenuss vor allem Vintage Port oder alte Tawny- und Colheita-Qualitäten gefragt sind, ist Ruby Port die klassische Einsteigerkategorie. Sie ist es außerdem, die am ehesten in Cocktails Verwendung findet. Ebenso macht Ruby Port mengenmäßig den größten Anteil an der Produktion aus. Die jungen, fruchtbetonten und süßlichen Weine sind leicht trinkbar und gut zugänglich, gleichzeitig aber vielseitig und trotz ihres oft jungen Alters überraschend komplex.

Auf die Suche nach dem besten Ruby Port hat sich deshalb auch das MIXOLOGY TASTE FORUM (MTF) begeben. Unter der Leitung von MIXOLOGY-Autor und MTF-Gastgeber Peter Eichhorn wurden insgesamt zehn Rubys getestet – sowie zwei „U-Boote“, also kategorieähnliche Produkte, die aber außerhalb der Wertung teilnahmen.

Ramos Pinto als einziger Ruby Port mit „Excellent“ prämiert

Einen klaren Sieger kürten die Verkoster mit dem Ramos Pinto Ruby. Der Wein aus dem seit 1880 bestehenden Traditionshaus besticht die Runde der Verkoster mit einer nahezu archetypischen Ausprägung der Gattung Ruby Port: In der Nase Noten von Kirschkompott, Fliederbeere und Gewürzen, gefolgt von einem dichten Geschmacksprofil aus reifem Steinobst, Zimt, Kräutern und sehr viel Waldbeere. Das alles ist herrlich frisch und ausgewogen in eine jugendliche, schlanke und weinige Struktur eingebettet und dem MIXOLOGY TASTE FORUM schlussendlich eine Spitzenbewertung von 96 aus 100 möglichen Punkten sowie das Prädikat „Excellent“ wert.

Dahinter folgen sehr dicht die beiden weiteren Podiumsplätze: 94 Punkte gibt es für den Ruby Port von Presidential Porto, der mit viel Sauerkirsche, Vanille, Karamell und einer schönen Balance von Süße und Säure zu den voluminöseren Vertretern der Gattung gehört. Rang drei erhält mit 92 Punkten der Niepoort Ruby. Für beide gibt es das Prädikat „Very Good“.

Der beste Ruby Port muss nicht viel kosten

Insgesamt lobten die Tester das qualitative Niveau der verkosteten Proben, von denen selbst die schwächste Qualität noch immer stolze 80 Punkte und die Note „Solid“ erhält – ein Level, das im MTF wahrlich nicht den Normalfall darstellt. Dieser Umstand, gepaart mit der Tatsache, dass es sich bei Ruby Port um eine Kategorie handelt, die bei hoher aromatischer Ausbeute preislich extrem attraktiv ist (der teuerste getestete Ruby Port liegt beim Endverbraucherpreis nur über 14 Euro), lässt hoffen, dass das Segment in naher Zukunft noch mehr Beachtung an den Bars erhält.

Die kompletten Ergebnisse des MIXOLOGY TASTE FORUM Ruby Port finden Sie in der aktuellen Ausgabe 5/2018 von MIXOLOGY, dem Magazin für Barkultur. Informationen zu einem Abonnement gibt es hier.

Photo credit: Tim Klöcker

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