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OSLO – EINE NORDISCHE METROPOLE IM WANDEL

In der Hauptstadt Norwegens findet eine rasante Entwicklung der Barszene statt. Das spiegelt sich auch in der zweiten Ausgabe der Oslo Bar Show wider. Pünktlich zur großen Messe vom 26. – 27. Juni in der skandinavischen Metropole beleuchtet MIXOLOGY ONLINE deren Hintergründe und Visionen und wirft einen Blick auf das zu erwartende Programm.

Lange schien es, als würde der voranschreitende Tornado der Entwicklung der Barszene eine Schneise um das norwegisch-nordische Territorium ziehen. Epizentren der Kreativität waren zumeist andere Städte als Oslo, mitunter sogar direkte Nachbarn wie Stockholm oder Kopenhagen. Der Wirbelsturm der Begeisterung für liquide Prozesse behandelte die Hauptstadt Norwegens stiefmütterlich.

Doch immer öfter hat eine frische Brise der Veränderung in den letzten Jahren auch dieses zuvor außer Acht gelassene Territorium non grata erfasst. Die Gründe dafür waren so vielseitig wie verständlich. Wenn schon teuer trinken – hohe Preise sind in der teuersten Stadt Europas an der Tagesordnung – dann doch bitte mit Qualität, so das Credo der Jugendbewegung, die schnell Shots gegen Old Fashioneds austauschte. „Die Bartender sind nur so gut wie das Publikum“, lautet ein simplifizierendes Leitbild, das die Entwicklung der Barlandschaft Oslos durchaus passend beschreibt.

Oslo goes big

Das allgemeine Verständnis und Bewusstsein für gute Drinks und qualitativen Alkoholgenuss brachte eine Renaissance der Trinkstätten der Stadt, 2015 war es schließlich an der Zeit, den positiven Aufschwung mit der erstmaligen Ausgabe der Oslo Bar Show in das Rampenlicht der Cocktail-Welt zu bugsieren. Nach fulminantem Start geht nun also die zweite Ausgabe vom 26. – 27. Juni über die Bühne. Was können wir erwarten?

Neben einer Vielzahl an Ausstellern mit unterschiedlichsten Produktpaletten gibt sich Ende Juni in Oslo das Who is Who der weltweiten Cocktailszene ein Stelldichein. So werden auf der Oslo Bar Show Größen wie Alex Kratena, Simone Caporale, Monica Berg, Zdenek Kastanek, Remy Savage und auch Jörg Meyer Vorträge und Workshops zu Themen wie u.a. „Die erste Bar“, „Innovation im Cocktail-Menü“, „Food Pairing“ und „Marketing-Aspekte“ halten. Erstmals wird es dieses Jahr auch eine persönliche „Blending Session“ geben.

Fokus Stadt

„Das Programm ist sehr vielseitig “, so Chris Grøtvedt, Mit-Organisator des Events und Barmanager im The Thief in Oslo. Dem Organisatoren-Team war es besonders wichtig, die Begeisterungs-Welle und Euphorie für das Event auch auf die Stadt zu übertragen. Gemäß dieser kühnen Idee wird es in der Stadt während der zwei Tage zahlreiche Pop-Up-Bars geben. Boot-Trips und Abschlussparty werden um das Rahmenprogramm ebenfalls zusätzlich organisiert.

Zur besseren Interaktion der norwegischen Barszene mit ausländischen Größen hat man sich etwas ganz Besonderes überlegt. Unter dem Namen „Rematch Beeyatch“ bringt man die besten nordischen Bartender mit internationalen Superstars der Branche in einem Show-Wettkampf zusammen. „Es handelt sich dabei jedoch lediglich um eine kleine Speed-Competiton“, so Grøtvedt grinsend.

Norwegian Attitude

Als einen der Höhepunkte der diesjährigen Messe sieht er die abschließenden Oslo Bar Awards, die den Besten der Besten der norwegischen Bar-Szene das Forum bietet, das diese auch verdient haben. Hierbei werden nicht nur Bartender, sondern auch Konzepte und Neueröffnungen mit dem begehrten Preis prämiert. „Uns war es vor allem wichtig, Spaß und Bildung zu vereinen. Infotainment quasi. Für jeden etwas“, ist der Bartender überzeugt von seiner Vision.

Man kann also gespannt sein. Das Qualitätsbewusstsein der Norweger ist hinlänglich bekannt, das Programm verweist auf abwechslungsreiche Tage voller Workshops und Vorträge bekannter Cocktail-Meister, und mangelt trotz aller „Bildungsinitiativen“ mitnichten an der Lockerheit und dem Spaß, das ein solches Get-together häufig sträflich missen lässt. Die Oslo Bar Show 2016 – edukativ, unterhaltsam und inspirierend! Lesen Sie noch oder buchen Sie schon?

Credits

Foto: Foto via. Jørn Eriksson, Postproduktion: Tim Klöcker.

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