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Petite Prune

Der Petite Prune Cocktail: Darf es auch mal Pflaume sein?

Mit dem Petite Prune Cocktail kombiniert das Provocateur Berlin puristischen Minimalismus mit kreativen Techniken des 21. Jahrhunderts. Das Ergebnis ist ein Drink, der zwischen mediterraner Würze und asiatischer Leichtigkeit angesiedelt ist. Und natürlich verdammt gut schmeckt.

Das Paris der 1920er Jahre war bekannt für seine schlüpfrige Szene voller verruchter Sub-Kultur. Ein Paradies zügelloser Freiheit, in der ein jeder Bonvivant der Nacht seinen Gewohnheiten – so absurd ihre Gestalt auch gewesen sein mochte – exzessiv hat frönen können.

Eine Zeit der politischen Stabilität, eingepfercht zwischen den beiden Kriegen, die Myriaden von Menschen hoffnungslos in kalte Gewehrläufe starren haben lassen. Ja, ein behüteter Kokon lag über dieser Zeit, umhüllte sie mit einem Mantel der Nonkonformität. Jeder konnte so sein, wie er war. Niemand musste einem Ideal entsprechen.

Burlesquer Weckruf vergangener Tage im Provocateur Berlin

Es ist dieser Glanz, ja dieser süße Odeur der Roaring 20ies, der im frisch eröffneten Berliner Boutique-Hotel Provocateur der Gekko-Group innenarchitektonisch stilvoll aufgegriffen wird, sich gleichzeitig aber auch in liquider Form auf der Karte niederschlägt.

Einer dieser Drinks greift nicht nur die strukturelle DNA von Cocktails aus jener Zeit auf, er baut konzeptuell ebenfalls Brücken zwischen dem gewollten Crossover aus asiatischer und französischer Gastronomie: Voilà, der Petite Prune!

Provokation ist das!

Ein solch einschlägiger Name (dt. Übersetzung: kleines Pfläumchen) ist natürlich gewolltes Stilmittel, um einerseits das Motiv der Verruchtheit der Zwanziger Jahre als integrale Idee im Konzept zu etablieren, andererseits im Hinblick auf den Namen des Hotels auch gewollte Provokation.

Eine Komposition, bestehend aus drei Ingredienzien, war zu jener Zeit keine Gelegenheit, sondern eher Element der alten Cocktailschule. Viele noch heute sich großer Beliebtheit erfreuende Klassiker sind ähnlich aufgebaut. Beim Petite Prune ging es jedoch auch darum, etwas erfrischend Neues zu schaffen; würzig-kräftiger, mit schwerer Note aufwartender roter Wermut in Kombination mit einem selbst hergestellten, fruchtig-aromatischen Pflaumen Cordial, ergänzt um ein Sesam-Toffee, klingt zunächst nach einer reichlich seltsamen Idee.

Der Petite Prune aus dem Provocateur Berlin: Peachy as fuck

Schnell jedoch entpuppt sich die Kombination als überaus interessant. Zwischen der nötigen Schwere und einer oftmals sträflich vermissten, lockeren Leichtigkeit pendelnd, wird nicht alleine ein breites Geschmacksspektrum abgedeckt, sondern die gänzlich unterschiedlichen Ingredienzien bedienen allesamt auch noch verschiedene Geschmackssinne.

Der Cordial ist die süß-säuerliche Komponente, der Sesam-Toffee fährt die Umami-Schiene und fügt dem Drink aufgrund seiner Konsistenz eine wunderbar cremige Note bei, die dem Petite Prune die nötige, alles miteinander in Verbindung bringende Textur verschafft.

„Uns ist es wichtig, auch mit eher für Drinks unbekannten Zutaten zu arbeiten. Sesam ist nicht so einfach zu verarbeiten, und auch Toffee kommt nicht häufig in Cocktails zur Verwendung. Beides zusammen steht natürlich eher für die asiatische Seite, wohingegen die Pflaume und der Wermut das mediterrane Frankreich abdecken sollen“, so Tarek Nix, Chef de Bar im Provocateur Berlin.

Entstanden ist ein Cocktail, der sich trotz seiner minimalistischen Rezeptur einer äußerst starken Komplexität nicht entziehen kann, zwischen der Ferne und der Bonne Cuisine des Hexagons auf unbekannten Pfaden wandert, ohne sich dabei zu verlieren. Ein Drink für den Bonhomme vor dem Cancan. Oder danach?!

 

Petite Prune

Zutaten

8cl roter Wermut
1,5cl Sesam-Toffee*
1,5cl Pflaumen Cordial**

Credits

Foto: Foto via Tim Klöcker.

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