Was macht eigentlich….Achim Hoss?

Porträts 15.7.2013

Auf bald 20 Jahre Berufserfahrung in der Spirituosenindustrie kann Achim Hoss zurückblicken. Er arbeitete unter anderem für Pernod Ricard und die Semper idem Underberg AG. Seit Kurzem ist er als Headhunter tätig, um Führungspositionen in der Getränkeindustrie besetzen zu helfen, wie MIXOLOGY im Gespräch erfuhr.

Achim, Du hast fast alle Stationen in der Spirituosenbranche durchlaufen. Was fasziniert dich an dieser Branche?

Für mich als gelernter Marketingmann war und ist die Branche faszinierend, weil wie in kaum einer anderen Branche so schöne, emotionale Markenwelten inszeniert werden. Außerdem handelt es sich um „echte“ Produkte, die man riechen, schmecken und fühlen kann. Darüber hinaus ist enorm, wie rasant sich die Branche in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Man denke nur an die Renaissance der Cocktailbars und an die heutige Stellung des Bartenders. Das sind echte Künstler.

Hat sich die Branche seit Deinen Anfängen stark verändert?

In 20 Jahren ist natürlich viel passiert. Man muss sich vorstellen: Als ich anfing, gab es weder E-Mails noch Internet. Die Transparenz, insbesondere bzgl. Preis war damals nicht so wie heute. Es gab auch nur Standard-Qualitäten, keine Premium, Super-Premium oder Ultra-Premium Angebote. Eine Cocktailbar war fast etwas Exotisches. Fast nur Hotelbars. Heute gibt es eine große Vielfalt an Drinks, Produkten mit unterschiedlichen Qualitäten, Cocktailbars und sensationelle Bartender.

Im Bereich der Hersteller und Distributeure hat es starke Konzentrationsprozesse gegeben. Heute gibt es eine Zweiklassengesellschaft: Wenige Große teilen sich das Massengeschäft im Handel und viele kleine Unternehmen versuchen sich mit Markenaufbau in der Gastronomie und margenstärkeren Nischenangeboten. Das ist zwar nicht unmöglich, aber sehr schwer, weil oft die Mittel fehlen. Trotzdem erfüllen diese kleinen Anbieter eine wichtige Funktion, weil sie für Innovationen sorgen.

Brand Support, Deine letzte Unternehmung, wurde letztes Jahr eingestellt. Wie kam es dazu?

Kleinere Unternehmen in der Branche tun sich schwer, insbesondere wenn es um die Akquisition von lukrativen, neuen Getränkemarken geht. Wir haben es immer wieder geschafft, interessante Premium-Spirituosen in den Markt zu bringen. Aber sobald wir dann mit viel Mühe signifikante Absatzmengen aufgebaut hatten, haben wir unsere Umsatzbringer verloren. Wir fühlten uns immer wieder wie ein Fußballverein, der mit wenig Budget und viel Leidenschaft die Talente ausbildet und wenn sie dann gut genug waren, wechselten sie zu größeren, etablierten Vereinen, in diesem Fall Distributeuren. Das hat dann am Ende keinen Spaß mehr gemacht. Mir hat da einfach die Perspektive gefehlt.

In Deiner neuen Position arbeitest Du als Headhunter auf der Suche nach geeignetem Personal für Managment-Positionen der Getränkeindustrie. Was müssen geeignete Personen mitbringen?

Die Märkte sind ständig in Bewegung. Wer erfolgreich sein will muss heute auch selbst beweglich und immer offen für Veränderungen sein. Insbesondere gilt dies für sich schnell wandelnde Funktionsbereiche wie Marketing, Vertrieb und Kommunikation sowie Branchen wie Konsumgüter, FMCG, Werbung und Lifestyle. Zum Lifestyle gehören unbedingt auch die Getränke, speziell die Spirituosenindustrie. Man denke nur an Trenddrinks wie Aperol Sprizz, Hugo oder vor Jahren die Caipirinha. Technische Möglichkeiten die Vervielfachung der Absatz- und Kommunikationskanäle große, verfügbare Datenmengen und nicht zuletzt das veränderte Konsum- und Verbraucherverhalten beeinflussen die Anforderungen an Unternehmen und ihr Personal. Das gilt insbesondere auch in Bezug auf die Besetzung von Führungspositionen. Gefragt ist heute nicht mehr nur fachliche Kompetenz allein, sondern gesucht werden vor allem Persönlichkeiten mit einem hohen Maß an Sozialkompetenz, Authentizität, Empathie, Motivations- und Führungsstärke.

Was sind derzeit Deine Lieblingsbar, Dein Lieblingsdrink?

In meiner Heimatstadt Düsseldorf ist nach wie vor das Mojitos von Kent Steinbach mein Favorit. Da ist die Qualität der Drinks enorm hoch. Seit Jahren. In Berlin gehe ich gerne in die Riva Bar. Mein Lieblingsdrink: Cocktails mit Gin. Aber kein spezieller.

Weitere Informationen: siebenlist.de

 

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