Ein Porträt. MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit Giancarlo Mancino.

Porträts 9.9.2013 1 Kommentar

Giancarlo Mancino ist ein Tausendsassa. Geboren in einem kleinen italienischen Örtchen, ist der 35-jährige nach Stationen hinter den Tresen internationaler Metropolen nun in seiner eigenen Beverages-Consulting Argentur in London und Hong Kong tätig. Zwischen den Terminen fand er Zeit für ein kurzes Gespräch mit MIXOLOGY ONLINE, in dem der BCB-Aussteller auch die Zukunftspläne für seinen eigenen Wermut präsentierte.

Was ist dein beruflicher Werdegang?

Ich interessierte mich früh für Bartending. So begann ich in verschiedenen Bars Italiens mein Handwerk zu lernen, bis ich später, im Jahr 1998 nach Manhattan ging, um in der bekannten King Cole Bar im St. Regis Hotel zu arbeiten. Ein Jahr später verschlug es mich nach Florida  an die Show Tenders School. Dort begab ich mich in die Lehre bei Cory Campbell.

Im Jahr 2000 ging ich nach London, um an der Seite von Salvatore Calabrese in der Library Bar zu arbeiten. Drei Jahre später begann ich meine Tätigkeit als Bar und Beverages Consultant bei den One&Only Resorts. 2005 führte mich meine Arbeit nach Indien. Für die Taj Hotels eröffnete ich mehrere Bars, darunter eine der besten ganz Indiens, das Ice. Projekte in Mumbai, Goa und Malaysia folgten. 2009 übernahm ich die Bar Aer im Four Seasons Mumbai und eröffnete nebenbei mein eigenes italienisches Restaurant mit Bar im Herzen von Bangalore, welches ich wenig später verkaufte.

Im Januar 2009 kehrte ich nach London zurück und eröffnete meine eigene Beverages-Consulting Argentur. Inzwischen mit einer zweiten Niederlassung in Hong Kong, zählen unter anderem Four Seasons, Shangri-La, Ritz Carlton, Banyan tree Hotels, Taj Hotels, Rocco Forte Group und InterContinental-Häuser zu meinen Kunden.

Ein anderes Projekt, in das viel Herzblut fließt, ist mein 2012 ins Leben gerufener Mancino Wermut.

Für was interessierst Du Dich außerhalb der Arbeit hinter der Bar? Hast Du Hobbys?

Im Moment bleibt leider wenig Zeit für Hobbies. Das Reisen ist das einzige.

Was ist Dein Lieblings-Cocktail?

Als Italiener klingt es fast wie ein Klischee. Ich trinke sehr gern Negroni, aber auch Whisky Sour oder einen guten Martini.

Was ist Deine Lieblingsbar?

Eine wirkliche Lieblingsbar habe ich nicht. Ich folge eher Kollegen und befreundeten Bartendern, egal wo sie gerade arbeiten.

Was fasziniert Dich an der Spirituosenbranche?

Im großen und ganzen ist es die Herausforderung, der ich mich mit Mancino Wermut gegenüber sehe. Es ist spannend. Und gar nicht einfach mit einem Craft Produkt in der Spirituosenbranche Fuß zu fassen.

Wie kam es dazu, dass Du Mancino Wermut ins Leben gerufen hast?

Nun, im Grunde ist die Idee schnell erklärt. Als Bartender hat es mich in Schulungen und anderen Programmen irgendwann gestört, stetig mit den gleichen Massenprodukten und den bekannten Aromen arbeiten zu müssen. Es fehlte mir an Alternativen. Und mit tollen Craft Produkten kann man auch eine ganz andere Arbeit an der Bar leisten. Aus diesem Grund versuche ich so oft wie möglich auf kleine individuelle Hersteller auszuweichen.

Wohin geht die Entwicklung mit Deinem Wermut?

Im Moment ist Mancino Wermut in den USA, Hong Kong, China, Singapur, Deutschland, Schweden, Spanien und Italien erhältlich. Dieses Netzwek auszubauen ist nicht leicht, aber in den nächsten fünf Jahren, möchte ich gern zehn weitere Länder im Vertriebsnetz haben. Der Bar Convent Berlin ist dazu eine dienliche Plattform – ein Grund auch in diesem Jahr dort auszustellen.

Hast Du noch weitere Projekte?

In der Tat. Beim Bar Convent Berlin möchte ich meinen Vecchio vorstellen. Den ersten Vintage Wermut seiner Art. Dafür ließ ich Rosso Amaranto für ein Jahr in kleinen Fässern italienischer Eiche reifen und fülle nun 800 Flaschen davon ab. Ich bin gespannt. Ansonsten hält mich das geschäftliche Reisen und mein Mancino Wermut gut auf Trab.

Was sind Deine Zukunftspläne und wo siehst Du Dich und Deine Arbeit in zehn Jahren?

Künftig steht meine Frau an erster Stelle. Dann kommt mein Wermut. Wenn alles gut geht, möchte in zehn Jahren gern wieder in London arbeiten. Am besten hinter dem Tresen meiner eigenen kleinen Bar und natürlich möchte ich weiterhin am Mancino Wermut arbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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