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PRESTIGE SELECTION TOUR #4: ABSOLUT ELYX

Der letzte Tourstop: Eine Reise nach Åhus, in die Heimat von Absolut Vodka. Gemeinsam mit dem Berliner Bartender Andreas Künster und Masterdistiller Krister Asplund blicken wir hinter die Kulissen vom eleganten Kupfer-Vodka Absolut Elyx und gehen dahin, wo der Weizen wächst. Begleiten Sie uns nach Südschweden!

„Hallo, ich bin Krister“, begrüßt uns ein groß gewachsener Schwede mit stahlblauen Augen, dessen Deutsch einen wunderbaren nordischen Zungenschlag hat. Es regnet leicht, aber beständig, während wir gemeinsam an der Kaimauer am kleinen Hafen von Åhus stehen. Der Wind ist kühl und weht mit konstanter Brise vom aufgewühlten Wasser der Steinwurf-entfernten Ostsee, sodass der Mantelkragen noch schneller hochgestellt ist, als dass uns Krister ins Warme bittet.

KUPFER IM HERZEN

„Ins Warme“ bedeutet in diesem Fall zunächst durch zwei kleine schmale und verwinkelte Gässchen, zwischen rot-orangenen Backsteinbauten entlang und über drei Stufen ins Heiligste von Krister Asplund: Ein Gebäude, dass hier weithin nun als „Spirit Church“ bekannt ist. Im Inneren angekommen herrschen gut 30 Grad Celsius, vielleicht noch ein bisschen mehr, vor allem aber bedächtiges Staunen. Über drei Stockwerke hoch reckt sich eine holzverkleidete Kupfer-Kolonnendestille, an dessen Fuß Krister als Masterdistiller von Absolut Elyx stolz Stellung bezieht.

„Im Moment“, holt Krister Luft, „brennen wir keinen Elyx.“ Die diesjährige Weizenernte aus dem August und September sei schließlich bereits komplett destilliert und ruhe gerade, ehe dann die ersten Chargen im Januar und Februar 2016 abgefüllt würden. „Ohnehin“, fährt er fort „läuft die Destille für Elyx nur für drei bis vier Wochen im Jahr.“ Dann aber rund um die Uhr.

Gut zehn Leute braucht es, um diesen heißkochenden Betrieb während dieser Zeit fehlerfrei aufrecht zu halten. Denn, und das verwundert doch sehr, Computer und ausgetüftelte Messtechnik, wie in anderen Brennereien gang und gäbe, sucht man in der Geburtsstätte von Absolut Elyx, dem Vodka aus Pernod Ricards Prestige Selection, vergebens. Stattdessen schmunzelt Brennmeister Krister, als er ganz einfach formuliert: „It’s all about Fingerspitzengefühl.“ Und natürlich einer Menge Erfahrung im Umgang mit dem kupfernen Ungetüm, das 1921 im sächsischen Grimma gefertigt wurde.

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

Lässt man den Blick dann etwas wandern, fallen noch einige weitere Gerätschaften und Messapparate aus deutschen Landen auf. Wie das kommt? „Früher waren die Deutschen einfach die besten Brenner“, erklärt es uns Krister, während er fast väterlich den Spirit Safe aus Bochum tätschelt. Unzählige Bücher aus der Bundesrepublik habe er in seiner mehr als 30-jährigen Karriere an der Brennblase bei Absolut gelesen. Man käme als Destillateur einfach nicht ohne diese Wurzeln der Brennkunst aus. Das bezieht sich aber eben nicht nur auf die Geräte, sondern auch auf das theoretische und praktische Handwerk selbst. „Es ist ziemlich einfach einen klaren, puren Alkohol zu destillieren. Die Kunst besteht letztlich darin, jene geschmacklichen Fehlnoten wegzunehmen, die man nicht möchte, und dafür genau die feinen Aromen zu behalten, die man sich wünscht.“, beschreibt uns Krister seine Mühe hinter Absolut Elyx, für dessen Herstellung der stetige Kontakt mit Kupfer charakterprägend ist. Auf jegliches „Parfümieren“ mit minimalen Mengen von Aroma-Essenzen, wie bei anderen Produzenten üblich, wird dafür verzichtet, versichert er uns. „Wir wollen hier nur die reine, subtile Natur des Vodkas. Für alles andere haben wir ja unsere Flavours.“

STÄNDIGES RAUSCHEN

Diese werden, wie auch der ganz klassische Absolut Vodka, gleich nebenan abgefüllt. Rund um die Uhr, 125 Millionen Flaschen im Jahr. Ein irrsinniges Tempo, das einen ganzen Lastzug leerer Flaschen alle zwei Stunden als Nachschub fordert. Denn der Durst der Welt wird ausschließlich von hier gestillt: jede einzelne der ikonischen Vodka-Flaschen stammt aus Åhus. Eine „One-Source-Policy“, auf die auch Krister gerne Bezug nimmt, wenn er von seinem Produkt spricht.

Ob das denn aber überhaupt noch zeitgemäß sei, interessiert uns sehr. Gerade, da viele andere Hersteller an zig Standorten auf der Welt produzieren und abfüllen lassen, um ein logistisches Optimum im globalisierten Markt anzustreben.

„Nun“, holt Krister erneut aus, „ich kann das in einem gewissen Punkt durchaus verstehen. Aber unserer Anspruch ist ein anderer. Von einem umweltbewussten Standpunkt aus betrachtet, ist unsere One-Source-Policy schlichtweg nachhaltiger. Und das ist heutzutage wichtig.“ Bis zum Jahr 2020, so der Plan, sollen die gesamte Produktion und Logistik zu 80 Prozent klimaneutral erfolgen und nachhaltige Projekte wie das großflächige Pflanzen von Bäumen und Elefantengras bereits umgesetzt sein. Eine Herzensangelegenheit von Krister, wie man merkt. So untermauert er: „Ja, ich persönlich kann die Entscheidung zur One-Source-Policy und den Anspruch an regionale Produktion vor allem heutzutage nur verteidigen.“

SCHWEDISCHE LANDPARTIE

Damit wir besser sehen, wovon Krister genau spricht, fahren wir zusammen gut eine halbe Stunde über südschwedische Landstraßen, ehe wir in eine Schotterstraße mitten im Nirgendwo abbiegen. Auf einer leichten Anhöhe vor uns liegt Råbelöf Castle. Ein jahrhundertealter Gutshof, dutzende Hektar Land, aufgeteilt in Felder, Wälder, Wiesen und einen See. Krister stellt uns Erik Baeksted vor, den Farmer. Die beiden wirken eher wie beste Freude als Geschäftspartner, obwohl sie, der eine Schwede, der andere gebürtiger Däne, eigentlich einen geschichtlichen Groll gegeneinander hegen müssten.

Aber Spaß beiseite: Denn auch Erik besitzt großartigen Charme und ein keineswegs kühles, nordisches Naturell. Er führt uns einige Schritte weit aufs ein Feld mit kleinen grünen Pflänzchen, deren Halme etwa sechs Zentimeter aus dem regennassen, matschigen Boden wachsen. Erik trägt Gummistiefel, wir leider nicht.

EINE FRAGE DES TERROIRS

Wir stehen zwischen der Ernte von 2016, erklärt er uns. Und während der Weizen für Absolut Vodka aus ganz Südschweden stammt, kommt der Winterweizen für den Elyx, welcher seinen Namen erhält, weil er im Herbst ausgesät wird und den winterlichen Frost abbekommt, ausschließlich von diesem Feld. „Ungefähr ein Kilogramm Weizen pro Quadratmeter ernten wir dank unseres Klimas“, sagt Erik, während er mit seinen Armen irgendwie versucht eine entsprechend große Grundfläche nachzuziehen. Daraus wird dann wiederum ziemlich genau ein Liter Vodka.

„Der Weizen in Deutschland erhält mehr Wärme und eignet sich daher besser für Brot, Weizen aus England ergibt ein gutes Futter für Nutztiere“, zieht er den Vergleich. „Unser Weizen liegt in Qualität und Ertrag dazwischen. Perfekt für die Alkoholproduktion.“ Die Konstanz im Klima, genügend Niederschlage (um nicht künstlich bewässern zu müssen) sowie mineralhaltige Böden sind jedoch nicht alles. Man verzichte im Anbau zudem auf so viele Pestizide möglich, optimiere stets den Einsatz von Düngemitteln und füge nur hinzu, was unbedingt nötig ist. Denn der Anspruch für Absolut Elyx ist hoch und zieht sich vom Geschmack über das Packaging, den Vorgang des Brennens bis ins einzelne Weizenkorn. „Bei allem“, so Krister Asplund, „das in einer Flasche Elyx steckt, weiß ich, wie es gemacht wird und woher es stammt – aus einem 25-Kilometer-Radius rund um die Distille.“

DIE FRÜCHTE DES ERFOLGS

Doch lohnt sich dieser Aufwand? Der Weg zum jetzigen Produkt war schließlich auch ein langwieriger Prozess und sollte alles andere als eine Neuauflage des inzwischen eingestellten Premium-Produkts Absolut Level werden. Die Abstimmung und Herangehensweise für Elyx ist schlichtweg feiner. Das sieht man beispielsweise auch an der Anpassung der Alkoholgrädigkeit auf jetzt 42,3% Vol. „Wir waren mit den anfangs 40 Volumenprozent einfach noch nicht zufrieden und tasteten uns nach oben, bis wir es waren“, kommentiert Krister den Schritt trocken.

Für ihn zahlt sich die Liebe zum Detail in Absolut Elyx aus. Denn auch ganz persönlich war der Familienvater und begeisterte Abfahrtsskifahrer schließlich nie Freund vom klassischen Vodka-Martini, bis er der Drink mit Elyx probiert hat. Jetzt freut er sich sehr, wenn es anderen Menschen auch so geht und gesteht: „Es macht mich als Destillateur einfach glücklich, wenn Leute mein Produkt probieren und nach dem ersten Schluck ein Lächeln auf den Lippen tragen.“

 

Offenlegung: Medienpartnerschaft

Credits

Foto: Alle Fotos via C. Föttinger für Prestige Selection by Pernod Ricard.

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