Mocktails. Ein Nachahmung erreicht Originalität & Anerkennung.

Säfte 4.9.2013

Lange Zeit verspottet, von edlen Bars und Restaurants nicht beachtet und von Amateur-Bartendern mit schlechten, klebrig-süßen Zutaten gemischt, gewinnt das alkoholfreie Pendant zum Cocktail seit einigen Jahren an Beliebtheit und Anerkennung. Wir wagen einen aktuellen Lagebericht zum Mocktail aufzunehmen.

Die Sonne versinkt langsam hinter dem Horizont und die erste Runde an farbintensiven Getränken erreicht unseren Tisch. Die großen Cocktailgläser reflektieren die untergehende Sonne in einer Sinfonie aus Blau, Rot, Mintgrün und Orange. Um die Kreationen des Bartenders zu würdigen und der eigenen Neugier nachzugehen, wird getauscht und alles probiert. Nach dem zweiten Schluck, lässt sich ein entsetztes „Da ist ja nichts drin!“ vernehmen. Es ist einfach Mocktails zu verspotten – wenn man Alkohol weglässt, was bleibt dann schließlich noch übrig im Glas?

Mehr als nur das Weglassen von Alkohol

Die Wortschöpfung Mocktail leitet sich vom englischen „mock“, was so viel bedeutet wie Nachahmung, Täuschung und dem Wort Cocktail ab, seinem alkoholhaltigem Vorbild. Lange Zeit verspottet als Getränk für Kinder, Schwangere und all jene, die an dem Abend noch zum Autofahren verurteilt sind und gebrandmarkt mit wenig attraktiv klingenden Namen wie „Virgin Colada“, „Lucky Driver“ und „Saver Sex on the Beach“, erlangt der Mocktail seit einigen Jahren zusehends auch bei anderen Genießern Popularität.

Besonders in den USA erfreute sich der Mocktail in den letzten Jahren großer Beliebtheit und experimentierfreudige Restaurantchefs und Bartender edler Etablissements kreieren saisonale Signature Drinks – ganz ohne Alkohol.  Auch hierzulande haben elegante Bars, wie die 22nd Lounge in Frankfurt oder Harry’s New York Bar, dem alkoholfreien Pendant Einlass in ihre Barkarten gewährt und bieten eine reichhaltige Auswahl an alkoholfreien Cocktails an, die jedoch nichts an Geschmack, Aussehen oder Kreativität einbüßen müssen.

Trotz des Weglassens von Alkohol und damit dessen Eigenschaft als Aromaträger, beispielsweise bei verschiedenen Kräutern, die dem Mocktail beigemischt werden, schaffen es gute Bartender eine sinnliche Komposition zu kreieren. Denn ein Mocktail ist mehr als das bloße Weglassen von Alkohol in einem Cocktail – es verlangt nach einer neuen Balance und dem Wissen, wie man diese erreicht, auch wenn eine geringere Anzahl an Zutaten dafür zur Verfügung steht.

Geschmackliche Raffinesse trotz Alkoholverzicht

Da der Genuss eines Drinks, gerade wenn man sich in einer edlen Bar aufhält, häufig mit Ritualen verknüpft ist, ist es wichtig, dass ein Mocktail dieselbe besondere Atmosphäre von Eleganz und Genuss schafft wie ein alkoholhaltiges Getränk. Der Aufwand, das Wissen und die optische Gestaltung darf einem Cocktail dabei in nichts nach stehen. Restaurants die das erkannt haben, stimmen die selbst kreierten Mocktails auf ihre Speisen ab und stellen die alkoholfreien Signature Drinks damit ebenbürtig mit ihren Cocktails.

Von gefroren, cremig, fruchtig über süß und würzig bis hin zu sauer oder bitter – Mocktails können ebenso wie Cocktails alle Geschmacksnerven befriedigen.

Restaurants und Bars lassen sich immer ausgefallenere Kreationen einfallen um dem gesundheitsbewussten Genießer und Geschmacksentdecker etwas zu bieten. Frische Früchte, Kräuter, Gewürze und ausgefallene Sirupkreationen ersetzen Fruchtsaftkonzentrate und Zucker.

Da bittere Geschmacksstoffe durch das Weglassen des Alkohols wegfallen, bedienen sich Bartender anderer Mitteln um dieselbe geschmackliche Raffinesse zu erzeugen. Im Trend liegen zur Zeit frische Zitrussäfte und Schalen, Gurkensaft, Tonic Water, bittere Kräuter und Wurzeln wie etwa Ingwer sowie Wacholdersirup. Insbesondere Tonic Water, das aus Pflanzenextrakten und Chinin gewonnen wird, vermag es einfachen Fruchtsäften eine besondere Note zu geben.

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Ähnliche Artikel