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Schnauze voll von Craft Beer?

Craft Beer, Craft Beer wohin man trinkt. Zwar haben 90 Prozent der Bevölkerung noch nie davon gehört, aber dennoch wird es offenbar zur Mode, sich einer konterrevolutionären Anti-Craft-Attitüde zu befleißigen. Beginnt die Craft-Müdigkeit, bevor die Bewegung richtig in Schwung gekommen ist?
Zugegeben, die Äußerungen von Beate Wild in der Süddeutschen Zeitung (Kriegsbeil auf die Geschmacksknospen) und David Chang bei GQ (My Name is David Chang, and I Hate Fancy Beer) beziehen sich auf die US-Bierwelt, in welcher die Prediger der Craft-Botschaft schon zwei, drei Dekaden mehr Zeit hatten, Liebhabern einfacher Gebräue auf die Nerven zu gehen.
Doch, dass sie entweder in Deutschland veröffentlicht werden oder hierzulande eifrige Fürsprache wie auch heftige Gegenreaktionen auslösen, zeigt, dass die Einstellung: „Wir haben doch gutes Bier! Wozu brauchen wir den US-Craft-Kram?“, mehr als nur ein paar Anhänger hat.
Craft nervt
Die Grundaussage beider Artikel ist ähnlich: Ich mag mein süffiges, leicht trinkbares Helles, und das ganze Trara um Craft geht mir auf die Nerven.
Während Chang den intensiven Bieren durchaus ihren Platz zugesteht, rodelt Wild wild rudernd und die Klischeekeule schwingend an der gesamten Idee von Craft Beer und nebenbei auch einigen Braubegrifflichkeiten vorbei. Bierbalsam für eine konservative, von der neuen Craftiness verwirrte Leserschaft?
Woher also kommt diese Antipathie, dieser Unwillen, Bier einen Charakter jenseits von goldig-klarer Süffigkeit zuzugestehen? Bier für die Massen bezeichnet man in den USA als Bier für den „kleinsten, gemeinsamen Geschmacksnenner“. Jeder kann es trinken, keinem schmeckt es so wirklich gut. Keinem? Nun, wenn Wild und Chang stellvertretend sind, so ist diese Fraktion größer, als man hoffen sollte.
Eine oft gestellte Frage ist dabei: Können die Craft-Fanatiker die „normalen“ Biertrinker nicht einfach in Ruhe lassen? Jein.
Denn die Idee von Craft Beer bedeutet auch Aufklärung, transparente Produkte für den Verbraucher, etwas, das Bud Light (Changs Lieblingsbier) höchstens bei der Farbe schafft. Es geht um Nachvollziehbarkeit, um eine Bindung zwischen Hersteller und Konsument.
Es handelt sich also nicht nur um eine Gängelei der Geschmacksknospen, sondern um Werte, die bei Lebensmitteln aus großindustrieller Fertigung einfach verloren gegangen sind und über die aufzuklären man nicht einfach sein lassen kann, nur weil es ein paar Leuten auf die Nerven geht. Und nein, Frau Wild, „nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut“ ist nicht per se eine verlässliche Qualitätsaussage im oben abgesteckten Rahmen.
Craft ist Vielfalt
Außerdem kann man eines nicht oft genug betonen: Craft Beer ist nicht nur das bis zum Bitterkollaps gehopfte IPA, nicht nur das gaumenzerrende Extrem-Geuze. Ein schlankes Lager, mit erfrischender Hopfennote, aus bewusst gewählten Zutaten handwerklich hergestellt – das ist auch Craft. Selbst die irrsten Hopfennarren wissen ein frisches, leichtes Bier an heißen Tagen zu schätzen.
Offenbar ist es der kreativen Bierszene bisher noch nicht gelungen, dies ausreichend in den Vordergrund zu stellen. Wenn der Eindruck entsteht, die Craft-Beer-Szene hätte solche Biere nicht zu bieten, können wir auch gleich einpacken. Schließlich ist es das gesteckte Ziel, alles aus Bier herauszuholen, und dazu gehört das stärkste Imperial Stout ebenso wie das trinkbarste Helle.
Insofern trinkt Wild womöglich gar Craft Beer, ohne es zu wissen. Nein, Chang nicht.
Der Craft-Snob
Letztlich ist es zwischen hipsterhafter Billigcoolness, konservativer Bierauffassung und schlichter Uninformiertheit nicht einfach, den Grund für die Craft-Antipathie zu finden. Schadet womöglich sein volkstümlicher Ruf dem Bier in seiner Entwicklung zu einem gleichwertigen Genussgetränk? Viel trinken ist nicht gleich viel wissen.
In anderen Bereichen, bei Wein oder Spirituosen, sind Aspekte wie Fasslagerung, handwerkliche Herstellung und kontrollierte Herkunft Qualitätsmerkmale.
Nur bei einem adstringierenden, tanninreichen Barrique-Edelrotwein hat – man entschuldige die Ausdrucksweise – der Pöbel wenigstens den Anstand zu sagen, dass er das nicht wertzuschätzen in der Lage ist, sich mit Spülwasserweißwein zu begnügen und das Feld den Feinschmeckern zu überlassen.
Zu arrogant? Ach ja, Craft Beer! Es war noch nie so billig, ein Snob zu sein.

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Foto: Hähne via Shutterstock

Comments (16)

  • Fritz

    Das Problem liegt in der Art und Weise wie Craft Beer von den Brauern, vor allem aber von der Szene, also den Nerds und Hop-Heads, nach außen hin kommuniziert wird. Da wird kaum bis gar nicht auf die Transparenz und Produktionsbedingungen eingegangen, und wenn, dann nur ganz oberflächlich, als hätten sie es gerade eben erst vom Etikett abgelesen. Das geht dann meist auch mit derart viel Überheblichkeit einher, dass man als “normaler” Biertrinker sich nur beledigt fühlen kann. Ich kann mich an eine Episode erinnern, als ein Freund auf dem Braufest Berlin nach einem Pils fragte und von hinten der anmaßende Kommentar kam, dass man doch nicht auf ein Craft Beer Fest geht um Pils zu trinken. Und diese elitäre Attitüde kriegt man leider viel zu oft zu spüren. Das ganze wird dann noch von Craft Beer Missionaren wie Greg Koch befeuert, die nach Berlin kommen und dann zum Zeichen der Völkerverständigung zwischen deutschen und amerikanischen Biertrinkern vor versammelter Craft Beer Community und Presse deutsches, sogenanntes “Fernseh- und Industriebier” mit einem Felsbrocken platt machen. Mal abgesehen davon, dass Stone Brewing auch bereits ein Big Player im Craft Beer Biz ist, aber trotzdem noch voll erfolgreich die Wir-hier-unten-gegen-die-da-oben-Schiene fährt. Das Hauptargument ist so gut wie immer der Geschmack: Craft Beer schmeckt einfach besser. Das Zeug was man im Supermarkt kriegt ist Einheitsplörre und schmeckt dementsprechend einheitlich. Das kommt dann meistens von den Brauern selbst oder Craft Beer nahen Institutionen. Es gibt sehr wohl eine geschmackliche Vielfalt (auch in den Supermärkten). Nur muss man die vehement leugnen, um Craft Beer erfolgreich an den Mann und die Frau bringen zu können. Ich schmecke durchaus einen Unterschied zwischen Becks Pils und Oettinger Pils. Wenn man ein Oettinger Pils aber mit einem IPA vergleicht (wie viele das scheinbar auch tun) kann schon mal der Eindruck entstehen in Deutschland schmecke alles gleich. Und letztendlich ist es ja eh egal, wie was schmeckt, weil das ja auch Geschmackssache ist. Wenn ich sage, Becks schmeckt mir, dann stimmt das auch. Warum sollte ich etwas trinken, was mir nicht schmeckt? Viele Craft Beer Trinker wollen das dann aber nicht akzeptieren und argumentieren weiter über den Geschmack und unterstellen den Normalos damit indirekt, dass sie sich das ja alles nur einbilden und von den Marketingabteilungen gehirngewaschen wurden. Das frustriert auf Dauer und macht Craft Beer nicht unbedingt sympathischer. Ich könnte hier noch viel weiter ausholen, darüber, dass Menschen nicht nur Bier trinken weil es schmeckt, sondern weil es ihnen zum Beispiel eine Identität gibt, weil es sie mit ihrer Heimat verbindet… aber das würde wohl den Rahmen sprengen.

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    • LUDGER

      Fritz darf gerne weiter ausholen und den Rahmen sprengen…
      Bier ist, in Deutschland, zuerst einmal Kommunikation.
      Und zwar nicht Kommunikation über den Inhalt der Flasche oder des Glases, sondern Kommunikation mit den Leuten, die rechts und links an der Theke stehen oder sitzen. Und zwar über Wetter, die Arbeit, Politik, Fußball, Urlaub usw. Die Marke im Glas ist dabei wirklich sekundär.
      Das schnöselige Getue (ich trink doch kein Lager und aus so einem Glas trink ich schon gar nicht) ist in der Tat kaum geeignet, Craftbeer in Dtld. populär zu machen Solange Leute beim einem Craftbeer zusammensitzen und nur über das Bier reden, das sie trinken, und das Bier das sie gestern getrunken haben, und welches sie als nächsten probieren wollen, solange ist noch nicht viel erreicht. Bislang ist es leider kaum möglich, in einer Kneipe ein Craftbeer zu trinken, ohne über Craftbeer zu reden.
      Und Bier ist Heimat, sowieso. Wer zum Beispiel aus Bochum ist, der wird überall erzählen, wie gut das Bochumer Bier ist und freut sich wie ein kleiner Junge, wenn er in Berlin ein Fiege Pils trinken kann. Denn mit Fiege hat er damals schon den Aufstieg der B-Jugend gefeiert. Das wird Herr Koch nie verstehen, denn seine Bierheimat ist Bud light, auch wenn er heute besseres Bier trinkt.

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    • JOEL

      Auf den Punkt gebracht

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  • Whiskydrinker

    In welchem Biernotstandsgebeit wohnt eigentlich der Autor dieser Zeilen, dass er immer und immer wieder über Craft schreiben muss? Kann er nicht mal die Kleinbrauereien in seinem Umland besuchen und darüber eine schöne Reportage schreiben?
    Es mag zwar nach süddeutscher Überheblichkeit klinge, aber ich habe hier ausreichend kleine inhabergeführte Kleinbrauereien in der Umgebung, die alle Biere mit Charakter brauen. Und vielleicht habe ich bis jetzt ja wirklich nur die falsche Craftplörre probert, aber wenn ich mir jetzt gleich einen Ulmer Maibock aus der Familienbrauerei Bauhöfer (Bronze beim diesjährigen World Beer Cup in Colorado) aufmache, dann wird mir schlagartig wieder klar, was deutsche Handwerkskunst und was „Craft“ ist.

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  • Dirk Hoplitschek

    Biernotstandsgebiet Berlin – Will wirklich jemand NOCH einen Bericht über unsere Kreativbrauer lesen? Man könnte natürlich groß ausholen und versuchen, eine Art Kompendium zu erstellen, aber das wäre dann schon mehr als eine kleine, nette Reportage.
    Der Autor dieser Zeilen schreibt über Craft, weil es sich als Schlagwort, als Dachterminus eignet. Alle anderen Begriffe, sei es Kreativbier, handwerklich hergestelltes Bier, Spezialitätenbier, artisanal beer usw. sind je nach Situation nützlich, umfassen aber nicht all das, was Craft Beer zum Ausdruck bringt. Aber ich möchte um Gottes Willen nicht noch eine „Craft“-Diskussion lostreten, hatten wir jetzt schon zweimal.
    Insofern sehe ich keinen Konflikt zwischen handwerklicher, deutscher Braukunst und Craft Beer. Diese Begriffe sind weder deckungsgleich noch widersprechen sie sich. Vielmehr bereichert Ersteres Letzteres.
    Das heißt ja nicht, dass alles Craft Beer gut ist oder jedem gut schmecken muss. Aber irgendwo in der enormen Vielfalt findet sich für jeden etwas. Ob das nun beim Einzelnen ein süffiges Helles, ein Ulmer Maibock oder ein Pliny the Younger ist, ist mir ziemlich egal. Aber ich will erst einmal die Auswahl, die Vielfalt haben, aus der ich je nach Geschmack und Situation wählen kann. Wenn wir Aussagen wie „Mein Bayrisch Hell ist das einzig wahre, der Rest ist Mist!“ Gehör schenken, kommen wir da kaum hin.
    Natürlich ist auch die deutsche Bierkultur bereits vielfältig, eine Vielfalt, die leider zu wenigen Konsumenten bewusst ist. Dennoch ist sie noch immer ausbaufähig, denn sonst hätten wir nicht so viele Kleinbrauer, die jetzt nach US- oder belgischem Vorbild Biere brauen, weil sie diese Art von Bier hier nicht vorfanden.
    Nun noch zum Lokalismus, diesem „Bier braucht Heimat“-Gedanken. Damit tue ich mich schwer, denn nur, weil man als Steppke den Papps zum Verbandsligaspiel der Hacker der Sportfront Hintertupfingen begleitet hat, macht das das Hintertupfinger Heimatbräu nicht unbedingt zu einem guten Bier. Klar, man Verbindet Erinnerungen damit – so wie mit Roter Grütze aus Grieß und grünem Softeis mit künstlichem Maracujaaroma. Als Kind fand ich das toll, jetzt halte ich es für ziemlichen Mist. Geschmack entwickelt sich und kann trainiert werden. Folglich muss es aber auch erlaubt sein, Leuten, die nur einen Biertyp für berechtigt halten (als Aussage auch ziemlich überheblich und ignorant), zu sagen, dass sie falsch liegen, sie zu mehr Aufgeschlossenheit zu animieren. Hier ist der Grat zwischen Arroganz und Aufklärung sehr schmal, wie Fritz richtig erwähnte. Genau deshalb braucht es ja mehr kompetente Leute hinterm Tresen, die dem Gast freundlich und persönlich zu neuen Geschmackseindrücken verhelfen können.

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    • Whiskydrinker

      Berlin erklärt einiges. Und bevor ich mein Bier mit Sirup strecken würde, würde ich wahrscheinlich auch eher Craftbeer trinken.
      Der Witz ist halt, dass alle Eigenschaften, die in den letzten Craftbeerartikeln für Craftbeer genannt werden, auch bei so gut wie jeder Kleinbrauerei Süddeutschlands komplett oder zumindest in vielen Punkten vorhanden sind.

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  • Martin Dambach

    @Whiskydrinker:
    schön und gut, guck ich auf der Website von Ulmer sehe ich ein überschaubares Sortiment, kein Hinweis auf einen Bock und auch nicht, dass man was gewonnen hat,
    ja, die lokalen Experten wissen um das Bier, ich auf der anderen Seite des Schwarzwaldes bekomme das Bier erstmal nicht in die Hände. Einen Eisbock haben die sogar, mann oh mann, in Rio de Janeiro gibts den, auch in Stuttgart?
    Vielleicht will die Familienbrauerei nicht wachsen dafür kann es Gründe geben
    @Ludger: „Und Bier ist Heimat, sowieso.“
    ja schon, wenn ich nun aber ortstreu bin, will ich doch nicht von der Wiege bis zur Bahre die Biere im Umkreis von 50 km trinken. Das wäre doch arg eingeschränkt.
    Kaum ein junger Weintrinker würde doch nur den lokalen Trollinger oder Lemberger aus schwäbischen Weinbergen trinken, er möchte auch Weine aus Spanien, Italien, Frankreich usw. kennenlernen Und genau das möchten immer mehr Biertrinker beim Bier auch. Sie möchten ihren Bierhorizont über das bekannte, die Region, Deutschland hinaus erweitern. Das hat erstmal nicht unbedingt etwas mit craft zu tun.
    Warum sollte der Biertrinker an der Scholle kleben, wo der Weintrinker sich durch die ganze Welt trinkt? Dafür gibt es kein vernünftiges Argument. Wer nur lokal trinken will, soll dies tun. In jeder Craftbierkneipe wird viel über das Bier geredet, das Bier hat es auch meistens verdient. Warum sollte Bier selbst nicht zu einem Thema werden wie Fussball, Autos, Frauen, Politik, Wetter auch? Und natürlich akkumulieren sich in den WENIGEN (!) Craftbierkneipen auch die Verrückten, die Bierernsten, die Biersammler, die Nerds, so isses halt. Wen das stört der gehe halt in die nächste sky bar. die ist nicht weit.
    Der Besucher einer craftbierkneipe kommt dorthin eventuell viele Kilometer gereist, weil er sich mit anderen eben nicht über Fussball sondern über BIER unterhalten will. Solange es so wenige Craftbierkneipen gibt, und es eben für viele Bierliebhaber keine Möglichkeit gibt häufig exotische Biere im Pub zu trinken, solange wird in den Craftbierkneipen vor allem über Bier geredet. In der Brewdog bar war das schon weniger der Fall als in einer deutschen Craftbierkneipe, eben weil es in Deutschland immer noch so neu ist.
    Also Entspannung. Die Biervielfalt wird kommen, viele mäßige Caftbiere bedeuten einen Rückschlag, aber die Vielflalt in den Bierstilen wird in Deutschland wachsen und die Zahl der Biertrinker die überregional, international trinken und GUT trinken wollen, wächst. Ich fand es unglaublich kommunikativ im brewdog pub in edinburgh über das Bier mit Fremden in Kontakt zu kommen. Jemand sein Bier unter die Nase halten und ihn fragen, was er denn davon hält, und ihn sogar aus dem gleichen Glas trinken lassen, igittigit, sehr kommunikativ und anregend. und man hat dann auch über anderes gesprochen.
    Ja es gibt arrogante Craftbiersnobs, wie überall, aber das ist schon GAR KEIN Grund Schnauze voll von Craftbier zu haben. Und übrigens: ich habe noch keine andere Berufsgruppe gefunden, wo es so viele nette, coole, kommunikative, offene, bescheidene, genußfähige Typen gibt, wie bei den Brauern. insbesondere den mutigen, innovativen Brauern. Bei den Winzern ist es vielleicht auch so. Ein Hurra auf die Brauer.

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    • Whiskydrinker

      Ich liebe Leute mit Leseschwäche: http://www.ulmer-bier.de/index.php?navid=6,18
      Klickst du „Sortiment“ und Navigation für Kategorien ist zwischen Landschaftsbild und Flaschenabbildungen.
      Und bei Wein muss ich mich auch nicht durch die Welt trinken, es sei denn, dass ich vor Ort bin. Die Weine, die bei Reisen in Südeuropa oder auch in den USA wirklich als außergewöhnlich hängen geblieben sind, waren alle von Kleinwinzern mit ein paar wenigen ha Fläche, die ihren ganzen Wein ab Hof und in der umliegenden Gastronomie loswerden. Und ja, die mitgenommene Flasche schmeckte auch noch daheim gut. (Man sagt ja immer, dass der Wein. der im Urlaub geschmeckt hat, das häufig daheim dann nicht mehr tut.)
      Ein Bekannter (Pfälzer) bringt immer zu seinem Weinzirkel von 10 Leuten nur Weine von seinen Winzern aus seiner Pfalz mit. Und in mehr als der Hälfte der Fälle ist seine Auswahl der Höhepunkt des Abends. Bald reicht auch sein Kombi nicht mehr für die Einkaufstouren.
      Alles Craftwine sozusagen.
      Ist wie beim Bier, man muss nur wissen, wo man vor seiner Haustür suchen muss.

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  • Edgar

    ich kann @Whiskydrinker nur zustimmen. Als gebürtiger Franke ist es für mich selbstverständlich eine reiche Auswahl an Klein- und Kleinstbrauereien vor der Haustüre zu haben, die die unterschiedlichsten Biere brauen. Ich kann jeden nur empfehlen sich durch die „Fränkische“ zu trinken und gerade jetzt zur Bock-Saison macht das besonders Spaß 😉 Ich bin mir sicher, dass viele überrascht sein werden, wie groß die Biervielfalt in Deutschland bereits ist.

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    • Martin Dambach

      Es steht ja außer Frage, dass es in Franken jede Menge leckerer Biere gibt, aber Fakt ist: Fränkische Biere bekommt man selten außerhalb Frankens, außer einige wenige Sorten. Man soll sich dann halt nicht wundern, wenn der Biertrinker in den Braufactum Kühlschrank greift, der steht nämlich oft näher, als das nächste Bierregel mit fränkischen Bieren.

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  • Ludger

    Gerade passend zum Thema dieser schöne Rant in GQ.
    http://www.gq.com/life/food/201410/david-chang-cheap-beer

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  • Gernot Wildung

    Egal ob im Laden gekauftes Craft-Bier, in einem speziellen Lokal getrukenens, oder auf der Braukunst-Live durchprobiertes, das Resultat lautet so gut wie immer, schmeckt interessant, aber ich würde das kein zweites Mal kaufen. Und am nächsten Tag hat man den Namen und die Brauerei schon wieder vergessen. Von den unverschämten Preisen mal ganz zu schweigen.
    Daher braue ich in der Communebrauerei absolut normale Offstyle-Biere, die dann aber auch wirklich konsumiert werden und nach denen dann immer wieder gefragt wird. Da brauchts keine extra Hefen, keinen extra Hopfen aus Übersee. Es kommt viel mehr auf das Mouth-Feeling an und das hat viel mit der Karbonisierung zu tun, die in diesem Fall regelmäßig sehr dezent ausfällt.

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  • Jonas Stein

    hallo,
    jetzt hab ich mal geschafft mir das hier alles durchzulesen…
    @WHISKYDRINKER
    hier jetzt die heimatkeule auszupacken und versuchen zu erzählen dass die sogenannte „craft“ bewegung unnötig sei, da ja alles schon in deutschen landen in den „unzähligen“ kleinbrauereien ja schon seit menschen gedenken praktiziert werde… und dann auch noch die ulmer/bauhöfer brauerei als beispiel anzuführen… da könnte man fast vom glauben abfallen… das sortiment ist ziemlich fürn arsch und die arbeit der brauerei seit ungefähr 30 jahren festgefahren. wie bei so vielen anderen kleinbrauereien eben auch. bei denen die meisten nach wie vor ums tägliche überleben kämpfen…
    vor etwas über einem jahr hat dann dort einer die glocken leuten gehört und was dabei rauskam war dieses ominöse mauritius eisbock dass sie in ne hübsche 0,7er flasche gefüllt haben und für einen nicht nachvollziebaren preis verkauft haben…
    wenn das die gepriesene heimatliche handwerkskunst ist, werd ich lieber von ausländischen „craft“ bieren überschwemmt.
    wir können nur froh sein dass endlich ein wenig vielfalt, konkurrenz und vorallem bewegung in den deutschen biermarkt kommt…
    und wenns um das „nerd“ thema geht, ist meiner meinung immer noch jeder selbst dafür verantwortlich mit wem er trinkt und was er trinkt…
    nerds gibts auch beim wein, whisk(e)y, und allem anderen auch und ich würde fast behaupten, dort gibt es immer noch die schlimmeren…
    ich für meinen teil hab einfach spass an leckeren getränken. und eben auch an leckerem bier. und wenn es eine neue spannende enticklung gibt, erfreu ich mich daran. wenn mir etwas nicht schmeckt, trink ich es wenn möglich nicht wieder. und wenn mir von irgendjemand das gequatsche nicht passt, dann versuche ich mich mit anderen menschen zu unterhalten…
    so einfach ist das
    ansonsten liebe grüsse und viel liebe

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  • Steve

    Wieviel Jahre haben Bartender gekämpft das der Biertrinker endlich Drinks nimmt? Jetzt sollen Bartender wieder Bier verkaufen? Cocktailian Vol.3 is Bier?….
    Sry, aber das ist für mich mehr als Paradox. Ich glaub einige werden dankbar sein auch weniger über Bier im Magazin zu lesen.

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  • Dirk Hoplitschek

    Moment, heißt das etwa, manche Bars verkaufen absichtlich langweiliges Bier, damit die Leute Cocktails bestellen? Als eine Art auf Abschreckung beruhende Erziehungsmaßnahme am Kunden?
    Es mag einige wenige Bars geben, in denen Bier gar keine Rolle spielt, aber in den meisten wird im Verlaufe eines Abends der ein oder andere Gerstensaft erbeten.
    Sollte man dann ein langweiliges Fernsehbier anbieten, oder aber ein bewusst gewähltes Produkt, das neugierig macht?
    Es geht gar nicht so sehr darum, Unmengen mehr an Bier zu verkaufen. sondern darum, spannenderes Bier anbieten zu können, im Sinne einer durchweg hochwertigen Karte, und dadurch das Profil der Bar zu stärken.
    Für bierbewusste Genussmenschen liest sich ein austauschbares Pils halt ähnlich spannend wie Whisky Cola.

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