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Der Serendipity ist ein Cocktail, von dem man nicht wusste, dass man ihn gesucht hat

Der Begriff Serendipität – oder im englischen: Serendipity – beschreibt den Umstand einer glücklichen Fügung, deren Ergebnis so schön ist, dass man es kaum besser hätte planen können. In diesem Fall ist es ein Champagner-Cocktail, der an einem Silvesterabend im Pariser Ritz erfunden wurde.

Colin Peter Field ist einer der wenigen Barmänner, die auch in fortgeschrittenem Alter noch regelmäßig hinter dem Tresen stehen. Der gebürtige Engländer ist Gastgeber in der geschichtsträchtigen Bar Hemingway des Hotel Ritz in Paris, in der schon Marlene Dietrich, Coco Chanel und Charlie Chaplin ihre Cocktails genossen. Dies allerdings, lange bevor Field seine Zelte in Paris aufschlug.

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Der Serendipity Cocktail: Frankreich im Glas

Serendipity

Zutaten

1 Zweig Minze
1 cl Calvados
2 cl Apfelsaft (nach Möglichkeit klar)
7 cl Champagner

Serendipity oder: Die glückliche Fügung

Selten ist die Geschichte eines Cocktails exakter und schöner beschrieben als die des Serendipity Cocktails. Benannt ist der Champagner-Cocktail zu Ehren von Jean-Louis Constanza, seines Zeichens Sportler, erfolgreicher Geschäftsmann, Genießer und langjähriger Stammgast von Colin Field an der Bar des Ritz Carlton. Eines Abends, genauer gesagt am 31. Dezember 1994, als Field und sein Team an einem neuen Cocktail arbeiteten, war eben auch Constanza zu Gast. Man servierte ihm den Drink, um seine Meinung zu hören. Seine Reaktion auf die Kostprobe war der Ausruf „Serendipity“. Der Begriff, so seine Erklärung, bedeute, etwas gefunden zu haben, nach dem man überhaupt nicht gesucht hat.

Wenn man eine solch einfache Erklärung für die Namensgebung eines Cocktails und dazu noch einen solch wohlklingenden Namen gefunden hat, nimmt man dies dankend an. Vor allem wenn man für gewöhnlich, wie Colin Peter Field freimütig berichtet, oftmals bis zu drei Wochen an dem perfekten Namen für eine neue Kreation grübelt.

Die perfekte Begleitung

Colin Peter Field sieht in diesem Drink seine Liebe zu Frankreich erklärt, vor allem an die Normandie, aus der sowohl der Calvados als auch der von ihm verwendete Apfelsaft stammen. Die Normandie ist berühmt für ihre Äpfel und die daraus gewonnenen Produkte, neben Saft und Calvados vor allem Cidre, die etwas aromatischere Schwester des englischen Cider.

„Wer an dem Drink riecht, erkennt die Äpfel, aber auch die erdigen Töne des Calvados. Es ist Frankreich im Glas mit den besten Produkten, die Frankreich zu bieten hat“, erklärt Field das Profil seines Cocktails. „Ein wenig spritzig und leicht erfrischend, der perfekte Cocktail, um den Frühling in Paris zu genießen.“

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Serendipity: Entstanden an einem Silvesterabend

Und er muss es wissen, schließlich nennt er die Stadt der Liebe bereits seit über 35 Jahren seine Heimat. Seine Art, Cocktails zu kreieren, beschreibt Field dabei beinahe als puristisch.Während andere Bartender gern Klassiker mit einem persönlichen Twist servieren, orientiert er sich lieber an den originalen Rezepten und versucht stattdessen, eigene Kreationen zu erschaffen. Dabei folgt er dem Prinzip, mit möglichst wenigen Zutaten auszukommen, diese sollten aber die bestmögliche Qualität haben.

Prinzipien, die sich auch im Serendipity Cocktail erkennen lassen und ihn zu einem tollen Drink für den Abend machen. Möglicherweise ein Drink, bei dem man nicht wusste, dass man ihn gesucht hat, bis man ihn probiert. Eben Serendipität.

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im März 2014. Er wurde mit einem aktuellen Bild versehen und minimal adaptiert.

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