Shots #57 +++ Diageo und Cuervo +++ Tanqueray Malacca +++ Alkoholmissbrauch +++ Facebook

Shots 15.12.2012

Es geht in den Endspurt des Jahres. Neben Weihnachtsmärkten, Glühwein und Weihnachtsfeiern ist aber auch im sonstigen Getränkemarkt kein Innehalten. Und so gibt es neben Tequila und Gin auch den mahnenden Zeigefinger. In Deutschland sei der Alkohol zu teuer. Dass es nach den Zigaretten nun langsam dem Alkohol an den Kragen gehen wird, darf abgewartet werden. Ohne Flüssiges, aber trotzdem Bestandteil des Alltags der meisten Leser: Facebook. Ein Österreicher sagt dem Social-Media-Giganten nun den Kampf an.

Cuervo nicht mehr bei Diageo

Cuervo Tequila. In den meisten Bars findet man diesen Tequila. Nicht zuletzt aufgrund der guten Marketingaktionen von Diageo, die diese Spirituose weltweit vertreiben. Bis jetzt jedenfalls, denn nachdem die Gespräche über eine Übernahme der Marke Jose Cuervo durch Diageo im letzten Jahr nicht vorankamen, kündigt man nun die Zusammenarbeit nach über 25 Jahren auf. Ob ein anderer Distributor einspringt und sich um die zukünftige Vermarktung der Marke kümmert, ist noch nicht geklärt.

Malacca Relaunch

Der 12.12.2012 hatte für den ein oder anderen eine spezielle Bedeutung. Sei es Aberglaube oder die Liebe zu Zahlenspielen. Für Ginfreunde bekommt der Tag einen anderen Wert der Erinnerung. Denn an diesem Tag wurde die Wiederauflage des Malacca Gin durch Tanqueray verkündet. Eine Spirituose, die ihren eigentlichen Ruhm der Einstellung der Produktion zu verdanken hat. Vertrieben von 1997 bis 2001 schien sie der Zeit des Gin-Hypes voraus.

Man darf gespannt sein, ob der Relaunch ein wirklicher Erfolg wird, oder ob nicht ein großer Teil des Glanzes von Malacca dadurch entstand, dass man ihn kaum bekommen konnte. Vom Stil her wird ihm die etwas leichtere Variante des klassischen London Dry zugesprochen. David Wondrich verglich ihn einst mit klassischem Old Tom Gin: „The loss of Old Tom Gin is irreparable, although if you can get your hands on a bottle of the discontinued Tanqueray Malacca, you’ll come pretty close.“

Alkoholmissbrauch mit neuem Ansatz

Dass die Politik nicht müde wird, immer neue Studien zu Alkoholmissbrauch und dessen Folgen in Auftrag zu geben und zu veröffentlichen, ist nichts Neues, und dass diese Gefahr thematisiert werden muss, ist auch richtig. Das nun aber nach über 20 Jahren einmal mehr der Ost-West-Vergleich und verschiedene Trinkkulturen ausgepackt werden, um am Ende als einzige Lösung eine radikale Preisanhebung zu fordern, ist dann doch etwas platt. Es wird von unterschiedlichen Sozialisierungen und sozialen Problemen als Grund des Trinkens gesprochen. Man darf gespannt sein auf die Lösung sozialer Probleme durch teuren Alkohol.

Facebook und der streitbare Österreicher

Der Name Max Schrems wird vielen kein Begriff sein. Noch nicht. Der Jurastudent aus Wien will das soziale Netzwerk Facebook verklagen. Bereits vor anderthalb Jahren hatte der Österreicher Facebook dazu gezwungen, alle über ihn gesammelten Daten an ihn auszuhändigen. In diesem Datensammelsurium, das über 1200 Seiten beinhaltet, fanden sich einige Verstöße gegen bestehende Datenschutzgesetze.

Diese wurden auch durch Nachbesserungen nicht abgestellt, und so plant Schrems nun die Klage gegen den Medienriesen. Finanzieren möchte er das Ganze über Crowdfunding, um auch eine reelle Chance in einem wahrscheinlich langwierigen und kostspieligen Prozess zu haben. Sollte die Klage erfolgreich sein, darf man auf massive Umstellung im Umgang mit privaten Daten bei Facebook und anderen sozialen Netzen hoffen.

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