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Der Silvesterpunsch. Oder wie man sich am schönsten selbst vorbereitet.

Der Jahreswechsel steht an, und jedes Jahr gibt es schon Wochen im Vorfeld die detailliertesten Pläne wo, wie und mit wem man diesen Tag begehen möchte. Und die meisten Bartender haben diesen Tag als „stressig aber ordentlich Trinkgeld“ im Kalender abgehakt. Unser Autor freut sich wie jedes Jahr auf den freien Abend, der zu Hause verbracht wird, und schildert seinen speziellen abendlichen Ablauf.

Alle Jahre wieder

Für die meisten gehört „Dinner for One“ zu Silvester wie Champagner oder Raketen. Und auch wenn ich ein gewisses Mitgefühl für Miss Sophie und ihren Butler habe und mich auch über jeden Stolperer wieder freuen kann, gibt es für mich ein Fernsehprogramm, das an Silvester noch wichtiger ist. Die Folge „Silvesterpunsch“ aus der Serie „Ein Herz und eine Seele“. Politisch nicht ganz korrekt darf man bei geladenen Mitguckern auf ein Stirnrunzeln hoffen, sofern sie die Serie nicht kennen.

Ekel Alfred verdient sich das einzige Mal im Jahr am Herd, um den klassischen Silvesterpunsch zu kochen und drangsaliert dabei mit politisch zweifelhaften Aussagen seinen Schwiegersohn. Durch fortwährendes Abschmecken seines Punsches entwickelt er einen hervorragenden Rausch und der Drink-Affine Zuschauer wird über die feinen Unterschiede zwischen Punsch und Bowle aufgeklärt.

Zu Weihnachten den Punsch, an Silvester dann die Bowle.

Derart inspiriert wird die Küche zu persönlichem Territorium erklärt und der Zutritt für die kommenden Stunden streng reglementiert. Nachdem es zu Weihnachten aber bereits den Punsch gab, steht zum Jahreswechsel der Sinn eher nach etwas erfrischend belebendem in kühler Form. Statt des Kochtopfes wird also die Bowleschüssel aus dem Regal gezogen, und der Spaß kann beginnen. Inspirationen können jederzeit in verschiedenen Cocktailbüchern, insbesondere Tiki Büchern wie zum Beispiel „Sippin’ Safari“ von Beachbum Berry geholt werden, es gilt wie immer: Erlaubt ist, was schmeckt, und was im Regal steht und offensichtlich keine andere Bestimmung mehr hat, als in einem kalten Punsch zu landen. Wer sich am am bekannten Abzählreim: „One of Sour, Two of Sweet, Three of Strong and Four of Weak“ orientiert kann eigentlich kaum etwas falsch machen.

 

Der Silvesterpunsch (großzügig angelehnt an einen Singapore Sling)

1 Granatapfel

1 Ananas

4 Zitronen

1 Flasche Gin 0,7l

1 Löffel Angostura Bitters

0,1l Cherry Heering

0,2l St. Germain

0,7l Sodawasser

2 Flaschen trockener Champagner oder Sekt

4-5 Stunden Vorbereitungszeit

Glas: Weinglas

Deko: keine

Zubereitung: Öffnen Sie die erste Flasche Champagner, und schenken sie sich ein Glas ein. Es ist Silvester. Nehmen sie nun ein verschließbares Gefäß mit mindestens 2,5l Fassungsvermögen. In dieses Gefäß kommen Saft und Kerne des Granatapfels, die Schalen und der Saft der 4 Zitronen sowie die Hälfte der geschälten Ananas in kleine Würfel geschnitten. Die andere Hälfte entsaften und den Saft dazugeben. (Alternativ ungesüßten Ananassaft). Den Gin sowie Bitters hinzufügen und verrühren. Die Mischung im Kühlschrank 3-4 Stunden ziehen lassen, und jedes Mal schütteln, wenn Sie sich Champagner nachschenken. Nach 3-4 Stunden Cherry Heering und St. Germain hinzugeben und eine weitere Stunde ziehen lassen. Zitronenschalen entfernen, die restliche Mixtur mit Ananaswürfeln und Granatapfelkernen in ein hohes Gefäß mit Eis geben und kaltes Sodawasser unterrühren. Ein Weinglas zur Hälfte mit dem Punschansatz füllen und mit etwas trockenem Champagner auffüllen.

 

 

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