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Super Bowl. Super Werbung.

Einmal im Jahr dreht Amerika richtig durch. Die größte Sportveranstaltung ist auch die größte Werbemaschine. Aber anders als gedacht, geht es hier wüst und wild zu. Autos und Bier, Bier in Autos.

Nacht der Nächte in der Werbewirtschaft. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Aber zu diesem Ereignis löst sich der amerikanische Puritanismus auf. Es wird gesoffen und gesündigt. Und das mit der gesamten Familie. Und neben der Werbung gibt es auch Sport.

Werbung ist der Star

Der Super Bowl ist das wohl bedeutendste Sportereignis der Welt. Bereits vor der Veranstaltung geht der Wahnsinn los. 45 Werbespots ringen um die Plätze. Na klar, bei annähernd 120 Millionen Menschen, die sich dieses Event ansehen, kein Wunder. In der Halbzeit gibt es eine Show, die jederzeit Olympiaeröffnungsfeiern schlägt. Heute ist es wieder so weit.

Allein die Zahlen sind gigantisch: Es werden 50 Millionen Becher Bier und 125 Millionen Chicken Wings verkauft. Es ist der Tag nach Thanksgiving, an dem am meisten gesoffen und gefressen wird in Amerika.  Die Fressmacht der Welt rüstet auf und schickt folgendes an den Globus:

Der Super Bowl ist schon längst nicht mehr ein reines Sportevent, es ist inzwischen die wertvollste „Werbezeit“ der Welt, in dessen Licht sich große Marken präsentieren um ihr Markenimage entweder neu zu präsentieren oder weiter auszubauen. Werbeagenturen verbringen ein ganzes Jahr damit, an Werbespots zu feilen und schrecken nicht vor Summen von vier Millionen Dollar zurück, damit ein 30-Sekünder  in Erinnerung bleibt. Es gibt nicht nur darüber Aufschluss, was die Menschen jenseits des Atlantiks denken, sondern auch darüber, wie unterschiedlich die Toleranz zur Werbung ist im Vergleich zu Europa.

Dabei ist es zwar nach vollziehbar aber ebenso paradox, wie Marken, die thematisch weit entfernt sind, von sportlicher Aktivität, in einem der größten Sportereignisse der Welt Einzug finden. Gerade im Sport, wo Spieler hoch datierte Summen für Werbeverträge erhalten, als auch selbst zu Markenikonen aufsteigen, ist die Präsenz von Marken ungebrochen und geben in der Werbung darüber Aufschluss, welche Branchen es sich leisten können stark zu werben. 2013 lag das Gesamtvolumen von TV Werbung beim Super Bowl Finale bei 292 Millionen US-Dollar.
Von den fünf größten Werbetreibenden beim Super Bowl Finale im US-TV in den Jahren von 2009 bis 2013 sind diese Getränkegruppen führend vertreten:

Anheuser-Busch InBev (Platz 1; 145,9 Milliononen US-Dollar),
Pepsico Inc (Platz 2; 97 Millionen US-Dollar)
Coca Cola Company (Platz 5; 62,3 Millionen US-Dollar).

Und es wird noch doller

Arnold Schwarzenegger tanzt für den amerikanischen Bierkonzern Anheuser Busch INBev, Soda Stream sorgt mit Scarlett Johannson für einen Eklat und Pepsi hat mit seinem veröffentlichten Super-Bowl-Teaser bereits die 4 Millionen-Marke auf You Tube geknackt. Der Film „There Since the First Halftime“ handelt über die Erfindung der Halbzeit in der amerikanischen Nationalsportart durch den Getränkekonzern. Der Film lässt die bekannte Frage aufkommen: „Was hat das alles noch mit Sport zu tun?“ Werbung zählt. Und es ist Halbzeit.

Und es wird noch dringender

Die unterhaltsame Spielunterbrechung hat außerdem einen nicht unbedingt naheliegenden Vorteil: Die Fernsehzuschauer glotzen weiter und strapazieren die amerikanischen Abwassersysteme nicht über. Seit Jahren hält sich das Gerücht, die zeitgleichen Toilettengänge von 90 Millionen Menschen in der Halbzeitpause verbrauchen eine Wassermenge, die die Niagarafälle für sieben Minuten versorgen könnte. Zwar können Experten dies nicht bestätigen, jedoch bitten Abwassertechniker auch dieses Jahr wieder darum, die gesamte Übertragungsdauer sinnvoll zu nutzen. Ein frommer Wunsch bei einem Ereignis, bei dem Bibelkunde, Bier, Sex, Sport und Absalom zusammen kommen.

 

Bildquelle: Football via Shutterstock.com

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