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Im The Gin Room in Berlin ist Name auch Programm. Aber nicht nur.

Dariusz Rucki hat zuvor als Barmann im Berliner Fernsehturm gearbeitet, dessen Gastronomie sich auf über 200 Metern Höhe befindet. In seinem The Gin Room begibt er sich von luftigen Wolken auf den Boden der Tatsachen. Mit im Gepäck hat er – nomen est omen im The Gin Room – eine Auswahl von über 250 Sorten Gin. Aber auch sonst einiges zu bieten.

“Oha!”, werden Sie jetzt denken – endlich eine Gin-Bar. Wie überraschend. Und dann sogar in der Hauptstadt. Aber über den The Gin Room muss niemand den Kopf schütteln. Im Gegenteil. Die City West in Berlin darf sich tatsächlich über eine neue, hübsche und liebevoll betriebene Bar freuen.

The Gin Room
Im The Gin Room gibt es eine Auswahl von rund 250 Sorten Gin

The Gin Room gibt es ohne Rauch

Nicht unerheblich für den ersten Eindruck ist zu Beginn gleich mal, dass der The Gin Room eine Nichtraucher-Bar ist. Denn nach wie vor gilt für Berlin, anders als in anderen Bundesländern, eine optionale Regelung, wenn es um Rauchgenuss geht. Unter einer gewissen Größe einer Bar – und wenn das Servieren frischer Speisen unterbleibt – , ist es jedem Betreiber freigestellt, das Rauchen zu gestatten, oder eben nicht.

Insbesondere der Westen der Stadt qualmt noch heftig. Zuweilen meiden Gäste bestimmte Bars zu bestimmten Zeiten, wenn dort ein tabakschwangerer Dunst zu erwarten ist, weil sie lieber die Qualität des Drinks schmecken möchten, als den Qualm benachbarter Rauchwaren zu inhalieren und am nächsten Tag noch die Nachwehen in der Kleidung zu wittern. In Berlin fallen dann so schon mal locker 50 Prozent der Bars weg.

Tapete trifft Schürze

So viel zum Rauch: The Gin Room hat aber viel mehr zu bieten, als nur Gin und Frischluft. Wer die Bar in dem Viertel um den Ludwig-Kirch-Platz betritt, erfährt eine charmante Begrüßung des Teams und findet sich unter langsam kreisenden Ventilatoren und opulenten Kronleuchtern wieder.

Die Wand ziert ein floral-animalisches Tapetendesign mit Affen, Vögeln und Pflanzen, das gleiche Motiv findet sich auf den Schürzen der Bartender wieder. Hell leuchtet das Rückbuffet mit knapp 250 Gin-Varianten – und natürlich auch allen anderen relevanten Spirituosen. Die Gäste greifen gerne auf die Vielfalt an Gin & Tonic zu. Beide Produkte werden dabei getrennt ausgewählt. Neben den Gins stehen knapp 40 Tonics zur Verfügung.

Die Gins bedienen aromatisch und preislich eine fulminante Bandbreite. Er beginnt bei 4,50 für 4 cl Mampe Gin und enthält schöne Upselling-Destillate, wie etwa den famosen Juniper Jack aus Sachsen zu 12 Euro.

Dariusz Rucki (links) und Bartender Diego Aspra
Dariusz Rucki (links) und Diego Aspra stehen hinter der Bar im The Gin Room

The Gin Room

Pariser Straße 38
10707 Berlin

Di - Do 17 - 1 Uhr, Fr - Sa 17 - 3 Uhr, So - Mo geschlossen

Liebevoll und laid back

Dariusz Rucki leitet den Barbetrieb und entwickelt die Karte und die Spirituosen-Auswahl beständig weiter. Lange mixte er Drinks in einer der ungewöhnlichsten Bar-Locations Berlins, nämlich im Fernsehturm auf 203 Metern Höhe. Nun zog es ihn auf den Boden der Tatsachen zurück – und in eine echte und klassische Cocktailbar mit anspruchsvollem Getränkeprogramm. Im Hintergrund agiert zudem – als Teilhaber und Investor – Jens Hartmann, der sich liebevoll der Barkultur widmet und einen Ort kreieren möchte, der Wilmersdorf und Cocktailgenuss auf entspannte Art miteinander vermählen soll.

Früher befand sich an dieser Stelle eine Tapas-Bar. Nach deren Schließung eignete sich der Raum ideal als Cocktailbar, wie die Initiatoren feststellten. Zunächst positioniert sich das Konzept so, dass die Nachbarschaft und auch bislang nicht baraffine Gäste angesprochen werden. Erfahrene Trinker schmunzeln womöglich, wenn sie in der Karte auf Old School Drinks stoßen wie Sex on the Beach und ähnliche Cocktails, die in den 1990ern angesagt waren. Womöglich eine Hommage an Erinnerungen des Besitzers.

Der Anspruch wächst im Gin Room mit den Gästen

Auf den zweiten Blick bemerkt man jedoch den Ideenreichtum und das Potenzial des Teams. Es gibt originelle, saisonale Specials, launige Eigenkreationen und eine sorgfältige Auswahl der Zutaten sowie Präsentationen der Drinks. Sehr hübsch kommt der „London Style Berlini“ ins Glas, bestehend aus Dry Gin, Sekt, Zitrone und Erdbeerpüree.

Zudem gilt eine Vorliebe der Bartender den Sours. Klassiker, wie Pisco Sour oder New York Sour, prägen das Sortiment, genau wie aktuelle Kreationen wie der „Green Berlin Sour“ mit Brandstifter Vodka, Zitronensaft und Waldmeister. Auch einen Martini Cocktail bereitet Rucki gerne zu. Seine Variante mit Wild Child Gin mundet hervorragend und wird auch gerne noch ein zweites Mal kaltgerührt, wenn der Gast zu bedächtig trinkt.

Die Preise der Drinks liegen günstig um die 10 Euro. Das Angebot wird ergänzt durch Bier von Estrella und Berliner Berg und sorgfältig selektierten Weinen. Champagnerfreunde werden sich über den Perrier-Jouët Brut zunächst sicher freuen. Über den Preis dann weniger, da das Glas mit 17 Euro schon ziemlich üppig zu Buche schlägt. Das Konzept der Bar soll jedenfalls stetig weiterentwickelt werden. So wird es bald neue Drinks und auch Tastings geben, wie Rucki verrät.

Cocktail und Kunst

Ein weiteres Merkmal der sympathischen Bar sind die frühen Öffnungszeiten ab 17 Uhr, die zum After-Work und Pre-Dinner Drinking verführen. Und auch die Ausgestaltung ist anspruchsvoll und wandelbar. So gibt es ein Hinterzimmer, „Private Room“ genannt, der sich für Stehempfänge und insbesondere Vernissagen hervorragend eignet. Die Wände vom Barraum bis zur Toilettentür sind künstlerisch inszeniert, regelmäßig werden hier ausstellende Künstler gezeigt. Aktuell prägen die Werke von Tina Reichel die Räumlichkeiten. Die faszinierenden Neon-Effekte, die teilweise unter UV-Licht intensiv leuchten, erweitern den Raum um eine eindrucksvolle Komponente.

The Gin Room bereichert den Bezirk Wilmersdorf

Für Abwechslung in Raum und Glas ist demnach gesorgt. Ein sympathisches Team ist vor Ort und lebt den selbstgewählten Wahlspruch: „Wir wollen Gäste nicht nur bedienen, sondern glücklich machen.“ Ab sofort in Wilmersdorf.

Credits

Foto: Sarah Swantje Fischer

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