Mixology: Magazin fur Barkultur

Barmesse oder Barconvent? Wo geht es hin?

Veranstaltungen 9.4.2008 1 Kommentar

Der zweite Tag der Venuez geht seinem Ende zu. Viele GSA-Teilnehmer sind wieder in Amsterdam dieses Jahr und per Mail sickert aus verschiedenen Richtungen schon etwas zu uns durch, die wir dieses Jahr pausiert haben.

Ebenso wie bei der letztjährigen Barshow in London sind die Bartender offenbar zunehmend unzufrieden mit den für sie bereitgestellten Inhalten. Die Demonstrations-Bars werden an den Rand gedrückt oder verschwinden. Die Qualität der Aussteller nimmt ab.

Das ist zumindest das Feedback von vielen Seiten gewesen. Durchaus auch von Seiten der Firmen. Seit letztem Jahr fällt außerdem auf, dass es zunehmend schick wird, Veranstaltungen, die in irgendeiner Form Spirituose beinhalten, das Label "Bar" aufzudrücken. Wenn man aber nicht die entsprechenden Inhalte anbietet, wird die Szene schnell die Antwort geben. Und fernbleiben.

Es sind verschiedene Besucher, die eine Veranstaltung rund um die Bar ansprechen will. Es sind Leute, die konkrete Kaufentscheidungen treffen wie Gastronomen oder Barbesitzer. Es sind Entrepreneure aus der Geränkebranche, die nach Distributionskontakten und Importeuren suchen. Aber im Gros einer solchen Veranstaltung sind es Multiplikatoren der Barszene, Bartender, die den "Kitt" bilden. Diese Besuchergruppe zu verlieren, sollte man nicht riskieren.

Dies waren unsere Zahlen vom letzten Jahr:

Besucher des Bar Convent Berlin 2007

Barbesitzer 18%

Bar Manager 29%

Bartender 40%

Industrie 10%

Presse/Medien 3%

Ich bin schon sehr gespannt auf die Tales of the Cocktail in New Orleans, an denen ich zum ersten Mal teilnehme dieses Jahr. Dort gibt es auch ausstellende Firmen, der Fokus liegt aber ganz klar auf Seminaren. In der Vorbereitung des Bar Convent Berlin 2008 war uns auch von Anfang an klar, dass wir die Inhalte im Vergleich zu 2007 noch ausbauen werden. Allerdings stellte sich für uns die Frage, ob wir das machen werden auch nicht. Weshalb? Wir sind Bartender! Das heißt konkret, das uns das Programm auch selbst interessiert und nicht nur eine strategische Entscheidung ist.

Wir interessieren uns selbst für Themen wie z.B. "Japanese Bartending". Das ist der prinzipielle Unterschied zu anderen Events. Dass dies auch Bartender aus Frankreich und Holland, die den Bar Convent Berlin besuchten, inspiriert hat, wissen wir aus persönlichen Gesprächen: "Wenn ihr uns nicht die Plattform für die uns wichtigen Inhalte liefert, kreieren wir einen eigenen Event dafür!" So könnte die unausgesprochene Drohung in anderen Märkten lauten. Wir werden sehen…

 

Bar Convent Berlin

29. & 30. September 2008

www.barconvent.de

 

Text: Helmut Adam

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