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Ein Weihnachtspunsch. Neustart einer Tradition.

Dass man es als Bartender oder als Gastronom nicht immer ganz einfach hat, zum Ende des Jahres in eine besinnliche Stimmung zu kommen liegt nahe bei den vielen Weihnachtsfeiern und der Vorbereitung für die Feiertage. Schafft man es dann doch sich Freizeit einzuplanen gibt es nur wenig Gemütlicheres als mit Familie und Freunden das Jahr Revue passieren zu lassen, und dazu ein gutes Glas zu trinken.

Oder wie es ein englisches Lied aus dem 18. Jahrhundert besingt:

„You may talk of brisk Claret, sing praises of Sherry,

Speak well of old Hock, Mum, Cider and Perry,

But you must drink Punch if you mean to be Merry.“

Diese Zeilen findet man auch in der Einleitung zu David Wondrichs Buch „Punch“, in dem er der Urform des gemixten Getränks auf den Grund geht. Und er hat recht, wenn er sagt, dass es keine passendere Zeit für einen Punsch gibt als die Weihnachtszeit.

Ran an die Töpfe

Zeit also, den Tresen gegen den Herd zu tauschen, und statt in den Mixbecher in einen Topf zu gießen. Erlaubt ist dabei, was gefällt. Die landläufige Definition eines Punsches lautet „heißes Getränk aus Alkohol, Gewürzen, Zitronensaft, Zucker und Tee oder Wasser“, es wird allerdings kaum jemand sagen, dass es kein Punsch mehr ist, sollte man noch die ein oder andere Frucht hinzufügen. Und wer weiss, eventuell ergibt sich ja aus einer gemütlichen Runde eine jährliche Tradition im Winter.

Der Punsch verzeiht

An dieser Stelle eher ein Anreiz zum Testen und Probieren als ein festes Rezept. Der Einfachheit halber orientiert man sich am norddeutschen Rezept für Grog: „Wasser kann, Rum muss!“ Und da es nicht um das eine perfekte Glas geht, sondern um die gesellige Runde, in der man sich aus einem großen Topf bedient, ist eine spätere Zugabe von Zutaten oder eine Geschmacksanpassung kein Problem.

 

Nordischer Weihnachtspunsch

1 Stück Ingwer (2cm Würfel)

1 Vanilleschote

3 Nelken

1/2 Zimtstange

3 Sternanis

3 Kardamomkapseln

3 Pimentkörner

3 Esslöffel Mandelstifte

1 Orange

1 Zitrone

7cl Honig

1l Rotwein (trocken und vollmundig, z.B. Rioja oder Bordeaux)

200ml Rum (oder je nach Geschmack eine andere Spirituose)

Glas: Heißgetränkeglas

Dekoration: keine

Zubereitung: Alle festen Gewürze in einem Mörser aufbrechen. (Nicht zu klein, sodass sie im Sieb hängen bleiben). Topf erhitzen und die trockenen Gewürze hinein geben. Ingwer in Scheiben schneiden und auch in den Topf geben. Sofort den Rotwein hinzugeben und die Hitze reduzieren. Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen. Beides mit in den Topf geben. Orangen und Zitronen schälen. Die Schalen möglichst ohne weiße Zwischenschicht hinzugeben, die Früchte auspressen und auch den Saft hinzugeben. Den Herd ausschalten und das Ganze 30 Minuten lang ziehen lassen. Absieben, Rum und Honig nach Geschmack dazugeben, und noch mal erhitzen bis ca. 50°C.

Je nach verwendeter Spirituose prüfen, wie viel Honig man tatsächlich benötigt.

 

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Foto: aboutpixel.de / gewürze © macroart

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