Nah am Wasser – Paola Soleil Labansat

Bars 9.3.2015 2 comments

Wer die Sonne im Namen trägt, der hat beste Voraussetzungen, um den stressigen Beruf als Bartenderin zu meistern. Nach einigen Stationen in Hamburg hat sie bisher stilprägend in der noch jungen, aber bereits mit hoher Reputation versehenen Clockers Bar gewirkt. Wohin nun die Reise gehen wird, verrät sie in einem Gespräch mit MIXOLOGY ONLINE.

„Warum ich an die Bar gegangen bin? Ich liebe die Komplexität des Berufes. Die Tätigkeit des Mixens und vor allem übertrage ich gerne meine Begeisterung für diesen Job auf den Gast.“ Paola Labansat lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich für das Richtige entschieden hat.

Die Stadt und das Meer

Die 25-jährige wollte nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau und Sommelière eigentlich nach Frankreich gehen, wo ein Großteil ihrer Familie lebt, um somit auch der niedersächsischen Provinz zu entfliehen, in der sie aufgewachsen ist. Aber dann kam alles anders. Sie wollte sich gerne mal Hamburg ansehen und hat sich dann sofort in die Stadt verguckt. „Ich liebe Hamburg als Großstadt die aber irgendwie auch muckelich, also gemütlich ist. Dazu der Hafen, das Wasser und die Vielfältigkeit der Menschen“, schwärmt sie.

Wenn Paola Labansat nicht hinter der Bar steht, genießt sie gerne den Tag, liest und zeichnet viel. Sie bildet sich ständig fachlich weiter, durchforstet das Internet nach neuen Bartrends oder studiert Cocktailbücher und Rezeptsammlungen – oft zwei oder drei gleichzeitig. Um auf andere Gedanken zu kommen, verschlingt sie Krimis.

Sie sagt selbst von sich, dass sich viel in ihrem Leben um ihren Beruf dreht, dass sie aber auch eine natürliche Distanz dazu hat, da man sonst auch ganz schnell mal davon „verschluckt“ werden kann. Dann geht sie auch gerne auf Reisen, an die Ostsee oder den Atlantik. „Ich bin dem Wasser verfallen und ich liebe das Meer einfach“, so Labansat.

Barkultur – ein weites Feld

Barkultur ist für Paola Labansat ein weitgefächertes Metier. Der beste Drink nütze nichts, wenn die Atmosphäre nicht stimmt. Das Gastgebertum ist für sie nicht irgendeine Floskel. „Ich schneide meine Drinks gerne auf den Gast zu. Dazu muss ich mit ihm in Kommunikation treten und eine Stimmung aufbauen. Ist er dann zufrieden, macht auch mich das glücklich.“ Besonders beeindruckt ist sie in letzter Zeit in dieser Disziplin von ihrer ehemaligen Barchefin Constanze Lay.
Deren Wissen und Umgang mit Gästen bewundert sie. Aber auch die vielen Geschichten über Spirituosen und Menschen sind für sie Teil dieser Kultur. Auch wenn sie keine absolute Lieblingsspirituose nennen mag, begeitet sie eine besondere Affinität zu Rum, aber auch Whisky.

Paola Labansat schätzt auch die Erfahrungen, die man auf Cocktail-Wettbewerben sammeln kann, auch wenn sie zugibt, dass das nicht jedermanns Sache ist. Aber ihr macht es Spaß, neue Dinge zu entwickeln. „Ich setzte mich dann vor einen Haufen Kräuter oder andere Zutaten, komme auf ein paar Ideen und lege einfach los, bis ich mich der optimalen Rezeptur annähere“, beschreibt sie ihre Methodik. Im Übrigen sieht sie auch darin die Wandlung der Tätigkeit als Bartender. „Es wird viel mehr experimentiert als früher, das gefällt mir.“ Selbstkritisch gibt sie zu, dass Hamburg und die Barkultur durchaus noch ausbaufähig sind.

Der neue Weg

Paola Labansat charakterisiert sich als eher ruhigeren Typ, der aber mit Freude mit seinen Gästen lacht. Genauso gerne wie sie kreativ ist, arbeitet sie auch „Berge“ ab. Dass sie dies auch noch in zehn Jahren machen wird, davon ist sie überzeugt – vielleicht dann mit eigener Bar. Zunächst einmal gilt es aber eine neue Herausforderung zu meistern. Ein international bekannter und hoch angesehener Vertreter der Barkultur ist die Hamburger Institution Le Lion.

Vor wenigen Tagen haben wir über Bettina Kupsa und ihren bevorstehenden Abschied vom Le Lion berichtet. Sie macht sich selbstständig und in Zukunft könne es dann ruhig wieder etwas „wilder“ zugehen. Es spricht für die Bescheidenheit von Paola Labansat, die gerne Hip Hop und Punkrock hört, dass sie fast nur in einem Nebensatz erwähnt, dass sie die Nachfolge von Bettina Kupsa im „Löwen“ übernimmt.
Paola Labansat geht ihren Weg, bisher auf der Sonnenseite.

2 comments

  1. Rene Dreher

    War es nicht Constanze Lay?

    • Redaktion

      Hallo Rene,

      ja, es war Constanze Lay. Ist gestern auch umgehend korrigiert worden und auch mit der Bitte um Entschuldigung auf FB gepostet.

      Grüße MO

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