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Neue Communal-Vertretung gewählt: Christian Puszies gewinnt Clairin Competition

Haiti-Rum steht hoch im Kurs: 318 Teilnehmer wollten in die Heimat des Clairin. Am Ende gewann Christian Puszies die Clairin Competition. Der Bartender aus der Monkey Bar in Köln setzte sich mit seinem „Lazy Sunset“ gegen neun Kollegen durch. MIXOLOGY-Autor Roland Graf, gleichzeitig Juror des Wettbewerbs, mit einem Blick zurück auf ein spannendes Finale.

»Der Drink, den wir suchen, sollte einfach, leicht zu reproduzieren und im Idealfall nicht zu teuer sein…«

„Der Drink, den wir suchen, sollte einfach, leicht zu reproduzieren und im Idealfall nicht zu teuer sein“, gab Daniele Biondi von La Maison & Velier die Linie in der Kölner Spirits-Bar vor. Alles andere passe einfach nicht zu dem natürlichen Zuckerrohr-Destillat von der Insel Hispaniola. Zumal mit dem „Communal“, dem Rum-Blend aus vier Gemeinden, der – auch von der Alkoholstärke her – zugänglichste Clairin im Fokus stand.

Produktwissen galt es aber schon im Vorfeld bei der Überraschungschallenge zu beweisen, die sich Sales Manager Christoph Henkel ausgedacht hatte. Und der ehemalige Deutschland-Gewinner der „Bacardi Legacy“ weiß natürlich, wie so was spannungssteigernd geht: Zwei zufällig gezogene Rum-Cocktails mussten von den zehn Teilnehmern gemixt werden. Nur: Welcher haitianische Rum ergibt einen knackigen Martini? Wie kräftig soll der Ti Punch ausfallen? Die ersten Entscheidungen mussten angesichts der fünf möglichen Produkte (aus Zuckerrohr-Saft oder Zuckerrohr-Sirup) nei der Clairin Competition schnell getroffen werden.

Der Gewinnerdrink "Lazy Sunset“, der mit Tropenfrucht-Cordial und Kokosnuss-Fatwash die Jury überzeugte
Der Gewinnerdrink "Lazy Sunset“, der mit Tropenfrucht-Cordial und Kokosnuss-Fatwash die Jury überzeugte

Im Shaker: Yams-Cordial und Papaya-Saft

Der Italiener Biondi saß mit Vorjahres-Gewinner Dominik Scheu in der Jury; Sven Goller aus dem Das Schwarze Schaf in Bamberg und MIXOLOGY-Autor Roland Graf ergänzten das Quartett, das die 30 Drinks begutachtete. 

Doch im Zentrum standen dann beim Finale in Köln die zehn siegreichen Video-Einreichungen aus dem deutschlandweiten Bewerberfeld. Der karibische Spirit waberte nicht nur dank des Rums und der tropischen Hemden, die Importeur Kirsch Spirituosen bereit gestellt hatte, durch die Kölner Innenstadt. Yams-Cordial (von Joshua Besemer aus dem The Kinly, Frankfurt, eingesetzt) gab es im Wettbewerbsverlauf ebenso zu kosten wie Papaya-Samen (bei der Bremerin Victoria May aus dem Perlen & Primaten) oder Pimento Dram. Letzteres verlieh Thang Viet Trinhs „Dinner Party in Haiti“ zusammen mit Basilikum die nötige Würze. Dieser Drink aus der Twist Bar in Dresden holte schlussendlich Platz 3 in den Osten der Republik.

Die Bar-Stadt Berlin wiederum konnte den zweiten Rang für sich verbuchen, hier sorgte Maracuja-Essig für eine exotische Säure, die mit der Fruchtigkeit des Rums herrlich harmonierte. Dass Benedikt Scholz es mit seinem Rezept nach 2018 erneut ins Finale geschafft hatte, zeigte die Liebe des Hildegard-Bartenders zur karibischen Kultur. Sein karbonisierter „Communal de la passion“ mit dem liebevoll gestalteten Etikett auf der Bierflasche passte auch bestens in die Inselwelt der Antillen –  er stellt einen ausnehmend sommerlichen Drink mit frischem Exotik-Kick dar.

Clairin World Championship 2019
Haiti-Rum steht hoch im Kurs: 318 Teilnehmer wollten in die Heimat des Clairin.

Kölner Weisheit: Der Onkel mag Agricole!

Und die Lokalmatadore? Die Bartender der Dom-Stadt waren mit drei Vertretern – Jana Kellner (Lotte Haifisch), Gregory Grumann (Ona Mor) und Christian Puszies (Monkey Bar) – gut aufgestellt im Kampf um die deutsch-haitianische Rum-Krone.

Grumann gab neben einem kolonialgeschichtlichen Abriss auch eine kleine Botanikstunde, die in seinem geworfenen Bitterorangen-Mandel-Milk-Punch „Le Kagari“ gipfelte. Jana Kellner war es hingegen vorbehalten, zu ihrem „Get together“ nicht nur die Juroren als Aushilfen am Shaker zu gewinnen; sie lieferte auch die schönste Communal-Definition des Nachmittags: „Den kannst du auch der Schwiegermutter geben, aber er macht auch den verrückten Onkel glücklich.“

Hieronymus Petroschinski wiederum stellte sich im Provocateur-Stil gleich einmal mit ein paar Shots bei der Jury ein. „Hieros“ Hero hieß dann „Haiti Red Sun“ und verortete den Tequila Sunrise neu am Himmel über Port-au-Prince. Der Berliner brachte einen Cocktail mit Sumach-Salz-Rim und Grapefruit mit, „der auch gut zum Essen passt“.

»Zwei zufällig gezogene Rum- Cocktails mussten von den zehn Teilnehmern gemixt werden. Nur: Welcher haitianische Rum ergibt einen knackigen Martini? Wie kräftig soll der Ti Punch ausfallen? Die ersten Entscheidungen mussten angesichts der fünf möglichen Produkte (aus Zuckerrohr-Saft oder Zuckerrohr-Sirup) schnell getroffen werden.«

Christian Puszies braucht jetzt Sonnencreme

Ebenfalls der sonnigen Seite des Rums widmete sich Christian Puszies. Bei ihm war es aber der „Lazy Sunset“, der mit einem Tropenfrucht-Cordial und Kokosnuss-Fatwash beschworen wurde, als wäre es Baron Samedi, der alte Voodoo-Gott, persönlich. Seine zeitliche Punktlandung und der mit Apfel- und Zitronensäure ausbalancierte Karibik-Trip im Glas lösten für den Mann aus der Monkey Bar (im Kölner „25 hours“-Hotel) auch das Ticket nach Hispaniola.

Ein positiver Nebeneffekt: In der Bar des deutschen Clairin-Champions 2019 konnte gleich der Ausklang des Wettbewerbs gefeiert werden. Little Link, Toddy Tapper und Suderman gingen der Sause in der Monkey Bar als Stationen einer karibischen Köln-Nacht voraus. Der nächste Stopp für Christian Puszies aber lautet im Juni: Port-au-Prince. Dort steigt das Welt-Finale, für das es von Daniele Biondi gleich einen praktischen Tipp gab: „Sonnencreme mitnehmen!“

Christian Puszies braucht jetzt Sonnencreme | Credit: Kirsch Spirituosen e.K
Christian Puszies braucht jetzt Sonnencreme | Credit: Kirsch Spirituosen e.K
Credits

Foto: Kirsch Spirituosen e.K

Link: https://www.thespiritofhaiti.com/en/clairin-world-championship-2019/

Comments (2)

  • Dominik Scheu

    Kleine Info, der Name des Vorjahresgewinners ist falsch…
    Name ist Dominik Scheu 😉

    Liebe Grüße
    Dominik Scheu

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    • Mixology

      Lieber Dominik,

      verzeih, das wird natürlich sofort geändert.

      Liebe Grüße!

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