Der Wrangelkiez trägt Früchte. Die Schwarze Traube.

Bars 27.7.2012 5 comments

Der Kiez um die Wrangelstraße hat Zuwachs bekommen. Mitte Juli 2012 eröffneten Atalay Aktas und Yalcin Celik die Schwarze Traube. Die beiden Herzblut-Kreuzberger lieben die Gegend rund um den Lausitzer Platz und wollen mit der Schwarzen Traube zur Authentizität der Gegend beitragen. Wir waren bei der Eröffnung.

Besonders groß ist sie nicht, die Traube. Dafür aber umso familiärer. Genau das ist auch das Konzept, das die Inhaber der Schwarzen Traube verfolgen. „Die Gäste sollen sich bei uns nicht verlieren, das Miteinander ist für uns sehr wichtig – eine kleinere Location führt automatisch zu mehr Kommunikation zwischen den Gästen. Hier werden Verbindungen geschaffen“, so Atalay Aktas. Gut für alle, die auf ein bienenstockartiges, warmes Ambiente aus sind, schlecht für solche, die in Ruhe und ohne viel Trubel ihre Drinks genießen möchten. Durch die leicht verwinkelte Anordnung der  Location dürfte man aber auch die eine oder andere ruhige Ecke zum Verweilen finden.

An den Wänden prangen majestätische, mit Königslilien und anderen adligen Mustern verzierte Tapeten im stilechten Prinzessinnen-Look. Sitzen tut man dann allerdings weniger royal auf abgerockten Polstermöbeln – mit der Bequemlichkeit eines Designersofas kann so eine Trödelcouch aber trotzdem mithalten.  Und schließlich ist die Auswahl des Interieurs auch kein Zufall, denn auch das ist bis ins kleinste Detail geplant. Atalay: „So authentisch unser Kiez hier, so echt soll auch unsere Bar sein. Wir versuchen nachbarschaftlich und nachhaltig zu arbeiten. Wir möchten uns in unsere Umwelt integrieren. Das Design der Bar soll das weitestgehend widerspiegeln. Wir paaren beispielsweise alte, aber dennoch gut erhaltene Möbelstücke mit kreativen, selbstkreierten Details um der ganzen Location noch mehr persönliches Leben einzuhauchen.“  Das Stichwort ist Edeltrash. Auch der Name der Bar soll das verkörpern. „Trauben sind edle, königliche Früchte, die Farbe schwarz steht für Mystik und eine gewisse Unklarheit – das alles soll die Neugier der Gäste wecken.“

Neugier weckt auch die recht platzsparend eingerichtete Bar der Location. Neben einem shakenden Bartender findet gerade noch ein antikes Wandschränkchen Platz. Hübsch drapiert ist es, das Arrangement rund um die mit Backsteinen verzierte Bar. Ein Rückbuffet gibt es derzeit leider noch nicht zu bestaunen, „das ist aber in Arbeit“, so Atalay. Immerhin kann man aber bereits seinen liquiden Gelüsten in Form von klassischen Cocktails, Highballs oder anderen Longdrinks frönen. Die Drinks kosten zwischen 6,50 € und 9,00 € und befinden sich somit im mittleren Preissegment.

Freudig überrascht wurden wir, als uns vom Barchef Lennart Haack, ein Ti Punch empfohlen wurde, nachdem wir ihn nach einem eher trockenen, nicht zu öligen aber dennoch starken und frischen Rum-Cocktail befragten. In vielen Bars ist weder der Rhum Agricole noch der Ti Punch weit verbreitet und das aus Z uckerrohrsaft an Stelle von Melasse gewonnene Destillat, hat ein deutlich trockeneres Aromaprofil als seine Melasse-haltigen Konkurrenten.

Ein weiteres, detailverliebtes Highlight: Die Drinks auf der Getränkekarte sind geschrieben wie kleine Liebesgeschichten. Beim „Blind Date“ zum Beispiel, findet Mr. Cointreau seine Liebe im Tanqueray und Holunderblütenlikör. Diese Inszenierung der Drinks mag dem einen oder anderen vielleicht etwas zu blumig sein, kreativ ist sie dennoch. Und das muss man auch sein, wenn man ein Projekt wie die Schwarze Traube erfolgreich aufzuziehen versucht. Die beiden Geschäftsführer Atalay und Yalcin jedenfalls sind hoch motiviert – die süßesten Trauben hängen ja bekanntlich am höchsten. Potenzial dazu haben sie. Und wie sagt man so schön? Blüht der Stock in vollem Licht, große Trauben er verspricht.

Schwarze Traube

Wrangelstraße 24, 10997 Berlin

Görlitzer Park

täglich ab 19 h

Kartenzahlung: Ja

Rauchen: Ja

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