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Bartipps für Dresden

Dynamo Tresen: Sieben Bar-Empfehlungen für Dresden

Cocktails trinken in der sächsischen Landesauptstadt: Das geht mittlerweile sehr gut. Wir präsentieren die sechs besten Bars in Dresden – von inspirierenden Neuzugängen bis zu konstanten Dauerbrennern und zu alten Perlen, die in neuem Licht erstrahlen.

Altstadt und Neustadt, alt und neu. Gegensätze, die man in einer Stadt wie Dresden gut spüren kann, in deren Mitte diese alten Klötze mit ihren verwitterten Fassaden hocken, um Touristen anzuziehen; die bekannte Semperoper, der berühmte Zwinger, die omnipräsente Frauenkirche. Letztere ist gesäumt von Gastronomien, aber in dieser Kombination aus historischem Gemäuer, Außenbestuhlung und der unverkennbaren Spiegelung von Aperolrot empfiehlt es sich nicht unbedingt, Platz zu nehmen.

Das tut es jedoch in diesen sechs Bars, die eindrucksvoll demonstrieren: Dresden spielt in der ersten Cocktail-Liga.

Die sechs besten Bars in Dresden

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Herz American Bar

Wallgäßchen 4
01097 Dresden

Die im beschaulichen Wallgäßchen gelegene Herz Bar befindet sich in der nördlicheren Inneren Neustadt, von der Altstadt durch die Elbe getrennt. Man kann den Ort auch getrost auch „Little Schumann's“ bezeichnen, und ihr Betreiber würde das als Hommage auffassen – schließlich hat Stephan Herz knapp 20 Jahre in der Münchener Institution gearbeitet, bevor er sich 2017 in Dresden selbständig gemacht hat. Als Reminiszenz hat er die weißen, mit Namen bestickten Uniformen und die Campari-Flaschen im obersten Regal mitgebracht. Eigentlich ist die Herz Bar nur ein 35m2 großer Raum mit einer zwei Meter breiten Bar, eingebettet in den „Priscohöfen“. Aber im Sommer verteilen sich Pärchen, Gruppen, Stammgäste und Nachtschwärmer:innen im Sommer üppigen Innenhof, in dem bis zu 150 Personen Platz finden. Auf der Karte konzentriert man sich auf handwerklich saubere Klassiker und Klassiker mit Twists wie Daiquiri mit Birnen-Eau de Vie.

Buddha Palace

Königsbrücker Straße 70
01099 Dresden

Do - Sa 18 - 2 Uhr

Vom belebten Albertplatz führen spinnenetzartig die Straßen in die Äußere Neustadt. Eine davon ist die Königsbrücker Straße, und man erkennt bald, warum das Wort „Neustadt“ von vielen mit einer Mischung aus Ehrfurcht, Entsetzen und Erstaunen erwähnt wird. Aus der pittoresken Altstadt wird hier eine Kombination aus angedellten Gehsteigen, abgestelltem Gerümpel, Geklirre von Bierflaschen und Gedrehe von Dönerspießen. Kurzum: die Definition von Szenebezirk. Erst 2021 eröffnet, bietet der Buddha Palace hier eines der feinsten Cocktail-Programme der Stadt, umgesetzt von Barchef Joey Gleitsmann. Stellvertretend dafür steht beispielsweise ein Mexian Nights mit Mezcal, Orangensäure – in diesem Fall frischer Orangensaft, der mit Zitronen, Apfel- und Bernsteinsäure versetzt wird –, hausgemachtes Ingwer-Kardamom-Cordial, Vanillesirup und Methylcellulose als veganen Eiweiß-Ersatz. Sehr stimmig.

Shiki

Postplatz 2
01067 Dresden

So - Do 11 - 15 & 17 - 23 Uhr; Fr - Sa 11 - 24 Uhr

Das in der Pandemie eröffnete Shiki befindet sich in Sichtweite des berühmten Dresdener Zwingers in der Altstadt. Auf zwei Etagen wird hier moderne, asiatische Küche samt Tapanyaki-Grill mit einer zeitgenössischen Bar kombiniert. Für letztere verantwortlich zeichnet Barchef Thang Viet Trinh, der mit seinem dreiköpfigen Team auf klare Aromenspiele setzt. Der Fokus liegt auf asiatisch angehauchten Cocktails, wobei die Basis-Spirituose nicht asiatisch sein muss. „Vielmehr geht es um den Geschmack und das Erlebnis“, so der 29-jährige Barchef, der natürlich das ganze Repertoire von Pandan über Zitronengras bis Shisho und Shezuanpfeffer aus dem Köcher zieht. Zwölf Signature Drinks stehen auf der Karte, wie beispielsweise der „Shenlong“ aus Rum, Pandan, Holunderblüte, Limette und Soda, wofür Pandan bei 55 Grad im Sous vide mit Plantation 3 Stars infusioniert wird. Ein toller Neuzugang für Dresden.

Twist Bar

Salzgasse 4
01067 Dresden

So - Do 21 - 24 Uhr; Fr - Sa 21 - 1 Uhr

In die Twist Bar geht es durch die Hotellobby des Innside by Meliá Hotel in einen Aufzug und in den sechsten Stock. Hier wurde im Januar 2010 jene Bar eröffnet, die in Dresden in Punkto Barkultur extrem viel bewegt hat. Optisch hat sich seither an der Twist Bar wenig geändert: Das atmosphärische Quartett bildet ein schmaler Raum, ein langer Tresen, hohe Fenster und ein Blick auf die Kuppel der Frauenkirche. Nur das Backboard ist über die Jahre noch beeindruckender geworden. Hier steht keine Flasche, die nur da ist, um hinter anderen versteckt zu werden. Gekonnte Klassiker treffen auf Eigenkreationen wie einen Cheesy & Dirty, bestehend aus mit Hartkäse infusioniertem Vodka, weißem Port, Manzanilla Sherry, Kapernwasser und Kapernapfel. Das Publikum ist im Allgemeinen 35+, die Preise der Cocktails liegen bei etwa 15 Euro.

Gin House

Rampische Straße 3
01067 Dresden

So - Do 20 - 1 Uhr; Fr - Sa 19 - 1 Uhr

Das Gin House ist eine rote Barschatulle in der Altstadt und auf knapp 30 Sitzplätze beschränkt. Der Boden der kleinen, an ein Hotel angeschlossenen Raucherbar ist komplett mit rotem Teppich ausgekleidet, an den Wänden hängt ein Klimt (natürlich kein echter). Trotzdem wirkt in dieser 2013 eröffneten, amtosphärisch eleganten, aber leutseligen Bar nichts nach bemühten Golden Twenties. Historisch-britisches Salonflair trifft vielmehr auf einen Hauch von ironischem Kitsch. Die Barkarte ist eine auf Papier gedruckte Gazette, großteils gibt es Twists auf bekannte Klassiker; all diese Drinks basieren auf Gin, was den Namen des Hauses unterstreicht, aber auch gleichzeitig den Wunsch betont, nicht als reine Gin & Tonic-Bar verkannt zu werden. Damit täte man dem Gin House nämlich Unrecht, das so gewiefte Twists präsentiert wie den bekannten Le Gurk mit Schaumkrone.

Sonderbar

Würzburger Straße 40
01187 Dresden

Mo - Do 18 - 1 Uhr, Fr & Sa 18 - 2 Uhr

Über die Sonderbar sagt man: Ihr Vorteil ist, dass sie die einzige Bar im Stadtteil Plauen ist. Über ihren Nachteil sagt man: dass sie die einzige Bar im Stadtteil Plauen ist. Fakt Eins ist: Der Umweg 1.500 Meter südlich der Altstadt lohnt. Fakt zwei ist: Die Sonderbar gibt es seit 1994, und sie zu betreten gibt einem sofort das Gefühl, angekommen zu sein. Die Bar hat einige Metamorphosen hinter sich, aber hier ist ein Raum, dem man anmerkt, dass er seit sehr langer Zeit Getränke, Gespräche und Gefühle verdaut. Das vergisst ein Raum nicht. Holzvertäfelt, verwinkelt, versäult, ein apothekenartiges Kneipenungetüm, von dessen Rachen man gerne verschlungen wird. Jens Lukas betreibt mit seinem Team diese Oase einer Bar, die eine aufwändig, liebevoll und nicht zuletzt umfangreich gestaltete Cocktailkarte auf der Höhe der Zeit präsentiert. Eine absolute Empfehlung.

Credits

Foto: Sonderbar

Comments (2)

  • David

    Also das Buddha Palace gegenüber der Schauburg kann ich (als Biertrinker) mal sowas von empfehlen. Die Cocktails sind alle mit Sinn, Verstand und Leidenschaft kreiert. Man macht geschmacklich völlig neue Erfahrungen ohne sich durch ein Obstsalat Topping kämpfen zu müssen.

    reply
    • Mixology

      Lieber David,
      dem können wir nach unserem Besuch nur beipflichten.
      Beste Grüße,
      Stefan // Mixology

      reply

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