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Brew Berlin 2016 beim Bar Convent Berlin – Ein Rückblick

Von einer einfachen Idee und einem Bierblog hat sich Brew Berlin zum Bierfachbereich und einem wichtigen Segment von Europas bedeutendster Bar- und Getränkemesse, dem Bar Convent Berlin, gemausert. Das Ziel bleibt jedoch nach wie vor dasselbe: innovative Bierkultur in Berlin bekannt, begreifbar und berührbar zu machen.

Ein weiteres, erfolgreiches Messejahr liegt hinter Brew Berlin, und wer hätte es gedacht? Vor nur vier Jahren feierte kreatives Bier mit der Craft Beer-Bar einen zaghaften Einstand auf dem Bar Convent. Der Autor dieser Zeilen darf sich als ausgemachter Aficionado glücklich schätzen, sowohl zur Sortimentsauswahl als auch zum betreuten Ausschank, wie wir es damals scherzhaft nannten, aktiv beigetragen zu haben. Aussteller aus dem Craft-Segment? Fehlanzeige! Halt, nein! Ein kleines Dorf in Gallien (genannt: München) gab es: Crew Republic war eine der wenigen Brauereien, die schon früh den Zusammenfluss von Bier und Bar erkannten und sich auf dem Bar Convent präsentierten und dies auch weiterhin tun.

VON GROßBRITANNIEN BIS JAPAN

Inzwischen braucht es gar keine Craft Beer-Bar mehr, denn mit 37 Ausstellern, von denen manche mehrere Brauereien repräsentierten, wird dem bierbegeisterten Besucher mehr als genug Auswahl an delikatem Gerstensaft geboten. Damit hier ein Vergleich möglich ist: Brew Berlin hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und stellt inzwischen mehr als ein Zehntel der Gesamtaussteller des Bar Convents, obwohl auch diese Zahl um weitere 20% auf 317 gewachsen ist. Ein deutliches Indiz für die steigende Bedeutung von Bier im Barbetrieb, weiterhin untermauert von der Lage in Halle 3, direkt hinter dem Eingangsbereich.

Mit dem diesjährigen Partnerland Großbritannien schrieben sich entsprechend viele Aussteller von der Insel in die Liste des Brew Berlin-Bereiches, darunter die British Beer & Pub Association als Dachverband, Leeds Brewery, Thornbridge und BrewDog (beide am Hofmark-Stand) oder Fuller’s aus London. Natürlich dürfen Lokalmatadoren nicht fehlen, und diese waren mit Brlo, Lemke, Berliner Berg, Schoppe Bräu oder Stone Brewing ebenfalls reichlich vertreten, verstärkt durch Biervertriebe wie OnePint oder Bierlinie. Hinzu kamen deutsche und internationale Vertreter von Hamburg bis München, von Norwegen bis Italien, von den Vereinigten Staaten bis Japan.

TALKS UND BIERCOCKTAILS

Auf der Brew Berlin-Bühne, zentral gelegen am Ende des spontan so getauften “Beer Boulevards”, diskutierten illustre Bühnengäste bewegende Themen der schönen, neuen Bierwelt, wie z.B. den Trend hin zu groß angelegter Biergastronomie oder die globale Entwicklung von Craft Beer, sowohl in vergleichsweise jungen Märkten wie Griechenland und Ungarn als auch in scheinbar gesättigten Märkten wie den USA und dem damit verbundenen Expansionsdrang großer wie kleiner Brauereien. Eine Podiumsdiskussion zur Biersituation in Großbritannien durfte natürlich nicht fehlen.

Aufgelockert wurden die Talks durch Showelemente wie etwa die vergleichende Verkostung zwischen britischen Bierstilen und ihren US-Gegenparts, geleitet von Sylvia Kopp (Bierbotschafterin für die Brewers Association of America) und Pete Brown, dem vielleicht renommiertesten Bierautor und -blogger der Insel. Ein weiteres Highlight waren ohne Zweifel die Biercocktail-Shows von Gábor Németh und Dániel Barth aus Budapest. Im Gegensatz zur Vorjahresshow von Jacob Grier steht bei Némeths Kreationen meist das Bier im Vordergrund, der Cocktail wird um dessen Aromatik herum aufgebaut.

BATTLE OF THE BREWS IN FAMILIÄRER ATMOSPHÄRE

Bei all den Kontakten, die ausgetauscht wurden und Geschäften, die gemacht wurden, war es aber besonders schön zu sehen, dass sich die entspannte, familiäre Atmosphäre der Bierwelt auch auf einer großen Fachmesse nach wie vor hält. Da schnappt sich der Marketing Manager von Thornbridge schon mal Flaschen auch anderer Brauereien, um an der Bühne beim Einschenken behilflich zu sein, da lassen sich erfahrene Brauer trotz anderweitiger Verpflichtungen überreden, beim Battle of the Brews (es wurde live auf der Bühne gebraut!) an die halbprofessionelle Hobbybrauerausrüstung zu treten. Das Zusammenspiel von Jung und Alt, Groß und Klein – es funktionierte.

Doch man muss sich nicht allein auf das Wort des Autors verlassen: Erstaussteller Ralf Hugger von Founders Brewing, Michigan, brachte es auf den Punkt, als er am zweiten Messetag fragte: “Ist es schon zu spät, für nächstes Jahr einen Stand zu mieten?”

Credits

Foto: Fotos via Sera Cakal & Gili Shani.

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