TOP
Chivas Masters

Die deutschen Chivas Masters

Übliche Verdächtige und Newcomer der Rhein-Main-Barszene trafen sich am 24. März im Kölner Spirits. Max Warner, globaler Markenbotschafter und Head Mixologist des Scotch Blends Chivas Regal hatte im Namen von Pernod Ricard und seiner Marke zu den Chivas Masters eingeladen.
Die Chivas Masters sind Teil eines umfassenden On-Trade-Programms des schottischen Whiskys für die nächsten fünf Jahre. Die Marke will verstärkt auf die Bedürfnisse und Wünsche weltweiter Bartender eingehen und sich als starker Partner der Barbranche positionieren und etablieren. „Ich bin nicht hier um euch zu brainwashen“, sagte Max Warner zu Beginn der Veranstaltung. „Ich will euch einfach nur zeigen, dass ihr für uns die wichtigen Leute seid.“
Der Wettbewerb
An dem internationalen Cocktailwettbewerb Chivas Masters nehmen 13 Länder bzw. Märkte* teil, ein Großteil davon ermittelt den jeweiligen Finalisten mit einem lokalen Wettbewerb. Für ein paar wenige Länder, darunter auch Deutschland, werden die Teilnehmer von Chivas direkt ausgewählt. Hintergrund für diese Entscheidung ist die Sponsorenpartnerschaft, die Chivas für den MIXOLOGY BAR AWARDS 2014 für die Beste Bar Deutschlands übernommen hatte. Als Gewinner dieses Awards ist das Spirits nicht nur Austragungsort der deutschen Veranstaltung, sondern stellt aus seinem Team den deutschen Finalisten. „Der Gewinn des Awards ist ja schon ein gewonnener Wettbewerb“, erklärt Martin zum Felde, Trade Marketing Manager von Pernod Ricard, „außerdem ist dieses Privileg auch ein zusätzlicher Anreiz für den Gewinner des Awards.“ Auch im nächsten Jahr wird Chivas den Preis präsentieren.
Die Geschichte von Chivas
Das Team des Spirits hat sich intern für Marian Krause als Teilnehmer entschieden. Er fliegt zum Finale am 14., 15. und 16. Juli nach New York. Anschließend an den Wettbewerb geht es für alle Finalisten gemeinsam mit Chivas noch zu den Tales of the Cocktail nach New Orleans. Die Barwelt von New York kennenlernen, sich mit internationalen Kollegen messen und danach noch das größte Cocktailfestival besuchten – das sind sicherlich für viele Bartender der Teilnehmerländer außergewöhnliche Möglichkeiten und zusätzlicher Anreiz zur Bewerbung gegenüber anderen Wettbewerben.
Da am Montagnachmittag in Köln kein Sieger gefunden werden musste, blieb mehr Zeit um sich mit den historischen Cocktail Ären und der darin verwobenen Geschichte der Marke Chivas Regal zu beschäftigen. Max Warner begann mit einer detailreichen Einführung zur Entwicklung des Scotch Blends. Die Runde erfuhr, dass der Veranstaltungsort für das Masters Finale ist nicht zufällig gewählt wurde: Vor über einem Jahrhundert, genauer gesagt im Jahr 1909, hatte Chivas Regal im Big Apple seine Markteinführung. 1801 hatten die Brüder John und James Chivas in Aberdeen einen Gemischtwarenladen eröffnet. Whisky verkauften sie damals noch nicht, nur Cognac und Likör.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts kauften die Brüder Whisky-Fässer von verschiedenen Destillerien an, aber weniger aus Überzeugung als aus der Not heraus: Die Reblausplage hatte Großteile der Weinreben in Nordamerika und Europa zerstört, so dass es zu einem dramatischen Markteinbruch bei Wein und Cognac gekommen war.
Die Chivas Brüder lagerten das bei den Kunden wenig beliebte Destillat in ihrem Keller. Über die Jahre entwickelten sich die Whiskys und wurden weicher, in den 1870ern begannen die Brüder mit dem Blending zu experimentieren. 1909 schließlich wurde der Chivas Regal 25yo auf dem amerikanischen Markt eingeführt. Die Brüder hatten sich bewusst für das Luxus-Segment entschieden, und in Schottland hatten die Leute einfach nicht genug Geld für derartige Produkte. „Ganz schön abgeklärt, den eigenen Namen für das Produkt zu benutzen. Die Brüder hatten ja schließlich keine eigene Destillerie“, erzählt Max Warner. „Und mit einem 25-jährigen Produkt auf dem Markt zu gehen – in der Automobilbranche wäre das, als würde man mit einem Oldtimer anfangen!“
Erfolg nach der Prohibition
Die riskante Strategie sollte sich für Chivas auszahlen. Knappe dreißig Jahren später kam der 12yo auf den Markt, um der nach der Prohibition explodierende Nachfrage mit einem jüngeren Blend begegnen zu können. Heute, so das Ergebnis eigener Erkundigungen von Pernod Ricard unter Bartendern, sind die Whiskys von Chivas Regal als zuverlässige Produkte eines Traditionsunternehmen bekannt.
Im Anschluss an den Vortrag wurden in vier Teams mehrere Drinks zu einer Cocktail Ära entwickelt, die Warner vorgegeben hatte. Für das „Classic Age“, den „Postwar Boom“, die „Disco Years“ und die „Modern Days“ wählte er dann jeweils einen Drink aus, der für die Abschlussparty am Abend auf die Karte des Spirits aufgenommen wurde.
So basiert der Raisin High als Vertreter für die Golden Era auf Chivas 12 Jahre, Rosinensirup, Weißweinessig (Shruap), Williams Birne und Absinth flamed. Für die Ära des Post War Boom gab es den No Scorpion, unter Anderem basierend auf Chivas 18 Jahre, Brandy, Mandelsirup und Orange Bitters. Die Disco Years wurden mit dem Salty Dolphin gefeiert. Chivas 12, Melonensaft und Curacao kamen hier in den Cocktail. Gute Zeiten jetzt in den Modern Days mit dem Good Times, der unter Anderem mit Chivas 18 Jahre, Sherry und Minze gemischt wurde.
Weit nach null Uhr ging eine für beide Seiten lehrreiche Veranstaltung zu Ende. Auf den Gewinner der Chivas Masters und seinen Drink darf man schon jetzt gespannt sein.
 
Eindrücke von der Veranstaltung gibt es hier in Bewegtbildern und  näheres zu den Chivas Masters Kirstin Mueller
 
*Australien, Chile, China, Deutschland, Dubai, Griechenland, Großbritannien, Hong Kong,  Israel, Japan, Portugal, USA, Österreich
 
Offenlegung: Medienpartnerschaft
 

Kommentieren

Ich akzeptiere