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Whisky aus der Dampflok?

Whisky ist eine Wertanlage. Darüber sind sich Händler, Sammler und Anleger einig. Der Berliner Whisky-Liebhaber und Händler Markus Rosanowski hat sich erst durch den Verkauf eines Drittels seiner Sammlung die Eröffnung seines Whisky-Kabinetts ermöglicht.

Es ist richtig, „dass man mit gesuchten Malt-Whiskys wahre Traumrenditen erzielen kann“. Vor allem die Produktgeschichte und jene Brände aus geschlossenen Destillerien seien für Sammler und Anleger der liquiden Aktie von Interesse. Beispielsweise geschehen vor elf Jahren, als ein Auktionshaus einen damals 62 Jahre alten Whiskys der renommierten Destillerie Dalmore für 31.500 Euro versteigert hatte. Während für Anleger die finanzielle Brennweite ausschlaggebend ist, steht für Sammler zumeist ein emotionaler Wert im Vordergrund.

Das Kuriositätenkabinett

Mitte Februar wurden unzählige Liter edlen Malt Whiskys, abgefüllt und größtenteils original wachsversiegelt in äußerst fantasievollen Flaschenformen in Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg mit einem Ausgangsgebot von Euro 120.000 Euro versteigert. Der aus Norddeutschland stammende Privatmann Hansi Peymann hat insgesamt 2600 Einzelstücke, darunter an die 1000 Decanter, Kristallkaraffen, Porzellan- und Keramikkrüge,  aus aller Welt in mehr als 30 Jahren zusammengetragen. Selbst getrunken hat der Sammler die Whiskys nie. Seither schlummert der Edelbrand in Uncle Sam-Decanter von Jim Beam, in Porzellan-Konterfeis von John F. Kennedy oder Speedy Conzales, ist in einem Space Shuttle, einer Dampflokomotive oder blauem Daimler getankt.  Ein Whiskyhändler soll für den reinen Inhalt des Peymann‘schen Malt-Whiskys 88.000 Euro geboten haben.

Die Größe zählt nicht

Dem Bericht zufolge ist sich Auktionator Christoph Gärtner sicher, dass es sich hierbei um Europas größte, private Whiskysammlung handle. Leichte Zweifel hegt das Whisky-Museum im rheinland-pfälzischen Kirn, auch Rosanowski zweifelt: „Die Größe der Sammlung ist in keiner Weise spektakulär, allein ich bin mit zwei Sammlern befreundet, deren Sammlung an die 8000 und 4500 Flaschen echten Malt-Whiskys ausmacht.“

Der Inhalt zählt, und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wem die Zeit zum Auktionsbesuch fehlt, der sei mit fantasievollen Decanter-Anboten in farbenprächtigen Formen auf diversen Versteigerungsplattformen im Internet vertröstet. Da Bourbon-Hersteller Jim Beam fortan mit Mila Kunis Geschichte schreiben will, wer weiß, vielleicht darf man auf ein weiteres Porzellan-Püppchen hoffen.

Die ganze Geschichte zu Pemanns Whisky-Sondereditionen lesen Sie hier.

Credits

Foto: Whisky via Shutterstock

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