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Die Geschichte des Föhrer Manhattan

Die grandiose Geschichte des Föhrer Manhattan

Der Föhrer Manhattan hat in Deutschland eine absolute Ausnahmestellung. Auf der kleinen Frieseninsel gehört der Cocktail bereits seit dem 19. Jahrhundert zur kulturellen Identität. Das Weinhaus am Meer by Waalem hat diese Tradition in Flaschen gepackt.

Die Geschichte des Manhattan auf Föhr ist in Deutschland völlig einzigartig. Sie verbindet die Gründungszeit der US-Cocktailkultur des 19. Jahrhunderts mit einem Land, in dem es im Grunde keine Cocktailkultur gab, und hat eine historische Ausnahmestellung, über die bis heute viel zu wenig bekannt ist.

Der Walfang und der Whisky

Diese Geschichte beginnt beim Walfang auf Föhr. Die fünftgrößte deutsche Insel gehört zu den nordfriesischen Inseln und war bis ins 18. Jahrhundert ein Zentrum des Walfangs. Als dieser aber ab Ende des 18. Jahrhunderts seinen Zenit überschritten hatte, brachen auch für die Inselbewohner:innen schwere wirtschaftliche Zeiten an, denn an Tourismus – der heutigen Haupteinnahmequelle – war damals nicht zu denken.

Und hier beginnt die erstaunliche Geschichte des Föhrer Manhattan. Denn viele der Seefahrer und Einheimischen auf Föhr, die mit dem Niedergang des Walfangs die wirtschaftliche Lage zur Auswanderung zwang, gingen in die USA und dort vor allen nach New York, dem Melting Pot für Menschen und Kulturen schlechthin.

Auswanderer bringen den Manhattan zurück

New York war damals bereits die führende Metropole der entstehenden Cocktail-Kultur, in glänzenden Hotelbars wurde geschüttelt und gerührt, Leute wie Jerry Thomas und Harry Johnson hatten dort ihre Bars und publizierten ihre bahnbrechenden Barbücher. Ob sie Bekanntschaft mit Föhrer Auswanderern machten, ist nicht bekannt, eine lustige Anekdote wäre es allemal und ist bei dem in Deutschland geborenen Johnson auch durchaus vorstellbar.

Fakt ist jedoch, dass die Auswanderer – oder ihre Nachkommen – die eines Tages wieder nach Föhr zurückkamen, auch den Manhattan Cocktail als kulturelle Eigenart mitbrachten. Und so etablierte sich ab dem 19. Jahrhundert auf der kleinen friesischen Insel die Tradition, fertig gemixte Manhattans bei sich zu Hause stehen zu haben, die man auf allen feierlichen Anlässen kredenzte. Und sich gerne auch mal ohne Anlass genehmigte.

Föhrer Manhattan als Bottled Pionier

Die Föhrer Rezeptur entspricht dabei ganz nicht einem klassischen Manhattan, sondern sieht vor, Whisky und roten wie weißen Wermut zu gleichen Teilen in einer Flasche zu vermixen, ist also wesentlich Wermut-lastiger. Angostura Bitters werden außen vor gelassen, für den hatten die Aussiedler auf ihrem Weg zurück vielleicht ja nicht genügend Platz im Gepäck.

Da die Föhrer aber ihre Manhattan mit der Zeit vorgefertigt in ihre Kühlschränken stellten, kann man den Föhrer Manhattan nicht nur als eine in Deutschland historische Ausnahmeerscheinung bezeichnen, sondern im Grunde auch als einen Pionier der Bottled Cocktails betrachten.

Tradition in Flaschen gepackt

Von allem dem weiß nur kaum jemand, selbst Wikipedia schweigt zu diesem Thema. Föhrer Unternehmen wie das Weinhaus am Meer sorgen jedoch dafür, dass diese Tradition auch über die Inselgrenzen hinausgeht. In seinem Föhrer Manhattan verblendet das lokale Weinhaus zu gleichen Teilen Canadian Club Whisky mit Martini Rosso und Martini Bianco. „Der finale Touch ist etwas Rosé Wermut – das genaue Finish bleibt aber unser Geheimnis“, grinst Nadja Roeloffs vom Weinhaus am Meer.

Regionales Reisen ist im Trend. Warum also nicht nach Föhr? Ein guter Grund ist nun hinzugekommen.

Föhrer Manhattan
Weinhaus am Meer
0,5 l // € 21,95

Credits

Foto: Weinhaus am Meer

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