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Das Liquid Diary ist eine der führenden Bars in Innsbruck

Trinken am Goldenen Dachl: Sieben Bar-Empfehlungen für Innsbruck

In der touristischen Hochburg Innsbruck gibt es traditionell eine hohe Dichte an Gastronomie. Was bedeutet das für die Barkultur? Ganz einfach: In der Tiroler Landeshauptstadt trinkt man mittlerweile auf Weltklasseniveau. Man muss nur wissen, wo. Wir haben sieben Vorschläge.

7 Barempfehlungen für Innsbruck

Koi Bar Lansersee

Am Lansersee 73
6072 Lans Österreich

Die Koi Bar ist eines der interessantesten Projekte der Gegend, befindet sich allerdings nicht direkt in Innsbruck. Man muss die Buslinie J besteigen und zwanzig Minuten gen Igls fahren muss, um am pittoresken Lanser See zu landen. Die dort befindliche Koi Bar ist eine Kombination aus Bar, Farm-to-Table-Restaurant und Ausstellungsort. Auf den eigenen Feldern bestellt das Team alte Tiroler Erhaltungssorten und asiatische Spezialitäten wie Mizuna-Salat oder Shiso, mit dem wiederum der hauseigene Wermut versetzt wird. Diese Gesamtheitlichkeit, in der nicht zwischen Bar und Küche unterschieden wird, definiert das gastronomische Tun in dem 1963 erbauten Gebäude, das ganzjährig geöffnet ist und ikonisch, wie das Headquarter eines James-Bond-Bösewichts, in der Landschaft sitzt. T(ir)oller Geheimtipp.

Blaue Brigitte

Herzog-Friedrich-Straße 31
6020 Innsbruck

Die Blaue Brigitte im Hotel Weisses Kreuz erreicht man durch einen Aufzug aus dem Erdgeschoss, ohne dass man der oft ernüchternden Tristesse eines Hotelfoyers ausgesetzt wird; ganz im Gegenteil, man wird direkt in der Bar im sechsten Stock ausgespuckt und von einem freundlichen Team um Barchef André Piaskowski empfangen; erster Blickfang ist ein überdimensional langer Tisch in Wellenform, der als sozialer Mittelpunkt dient und dabei eine gelungene Interpretation einer modern-barocken Ästhetik ist, die häufig schief geht – hier aber nicht. Die Karte besteht Großteils aus Klassikern, aber gut gewählten, und ein Manhattan um 11,50 Euro in Kirschkernspuckweite zur zentral gelegenen, größten Touristenattraktion, dem „Goldenen Dachl“, ist tatsächlich eine erstaunliche Angelegenheit.

Dunlin Bar

Meraner Straße 6
6020 Innsbruck

Kostas Karvounis, gebürtiger Steirer, ist aufgewachsen in Mykonos als Spross einer Gastrofamilie; er war bei der Gründung der ebenfalls in Innsbruck ansässigen Hotelbar Stage Bar dabei, bis er 2020 das Dunlin, gelegen in einer kleinen, schlauchförmigen Location in der Meraner Straße, eröffnete. Die Idee hinter dem Dunlin, das in seinem proppenvollen Zustand etwa 60 Gästen Platz bietet, ist eine klare Ausrichtung auf spezielle Signature Drinks. Deren Fokus ist auf jeweils ein Produkt gerichtet, das zur Gänze verarbeitet wird, wie beispielsweise Tomate, Marille, Holunder, Bienenprodukte oder Erdbeere; bei letzterer kann das so aussehen, dass sie zu Fruchtwein verarbeitet wird oder von Saft über Trester Eingang in Drinks findet, auch das Grünzeug am Strunk wird eingelegt und destilliert. Unter der Bar befindet sich nämlich ein ebenso großer Keller, der als Labor dient.

Liquid Diary

Adolf-Pichler-Platz 2
6020 Innsbruck

Im Jahr 2018 eröffnete Damir Bušic sein Liquid Diary, mit dem ein neues Kapitel in der Innsbrucker Barkultur aufgeschlagen wurde. Der Name bezieht sich nicht nur theoretisch auf die Trinkkultur, sondern auch haptisch, denn seit Tag Eins führt der Hausherr Tagebücher, in denen Gäste ihre Eindrücke hinterlassen können. Die Sammlung ist mittlerweile auf beachtliche Größe angewachsen, gleichzeitig hat man im Liquid Diary eine immer konsequentere Linie im Arbeiten mit regionalen Zutaten etabliert und bewegt sich stets am Puls der Zeit. Das Liquid Diary schnurrt wie eine gut geölte Maschine, hinter der jahrelange Optimierung steckt. Ein imposanter Kubus von einem Backboard dominiert den hohen Raum, in dem eine Atmosphäre ausbreitet, für die Bar steht, nämlich Raum und Zeit zu vergessen. Ein Pflichttermin in Innsbruck.

Fuchs & Hase

Die im Oktober 2022 eröffnete Fuchs & Hase Bar ist ein Neuzugang in Innsbruck. Die meisten der Cocktails auf der Karte wie Negroni, Paloma oder Cosmopolitan kommen klassisch daher, aber die Liebe in der Bar am Domplatz liegt im Detail und Handwerk. Alle Limonaden und Filler werden selbst produziert, gearbeitet wird fast ausschließlich mit Superjuice. „Wir sehen unseren Auftrag darin, neue, alternative Geschmäcker zu zeigen“, so Mit-Betreiber Stephan Haas, „deshalb gibt es bei uns Bier von kleinen handwerklichen Brauereien, Naturweine und Spirituosen, die nicht jeder kennt. Wir haben keinen Campari, sondern Österreichischen Super Cattivo, oder keinen Aperol, sondern selbstgemachten Orangen-Rhabarber Likör.“ Das sorgt für gute Laune, denn die im Souterrain gelegene Bar präsentiert sich gerne in einer jovialen Geselligkeit und Lautstärke.

Stage Bar

Maria-Theresien-Straße 12
6020 Innsbruck

Eröffnet wurde die Stage Bar sowie das sie beherbergende Hotel Stage12 by Penz im Dezember 2017, Barchefin Claudia Tschallerer führt seit zwei Jahren ein rein weibliches Barteam an. Das Drink-Konzept sieht eine halbjährlich wechselnde Karte vor, für die ein Thema ausgewählt wird, um das herum Signature Cocktails gebaut werden. Diese werden etwa von Weltwundern inspiriert oder von Ereignissen der Menschheitsgeschichte, weswegen man den Caveman aus Rum, Mezcal, grüner Paprika, Mandel und Cointreau aus einem Affenkopf trinkt. Und auch wenn der Innsbrucker Alpenzoo eine Touristenattraktion ist: natürlich keinem echten. Die Stage12 setzt dabei auf das mittlerweile etablierte Konzept einer Hotelbar, die auch – oder gerade – für Einheimische offensteht und sich nicht als klassische Hotelbar positioniert.

Pfiff Bar

Die Pfiff Bar ist – anders als der Name eventuell vermuten lassen mag – eine elegante Hotelbar im Hotel Schwarzer Adler und existiert mittlerweile auch schon viele Jahre, wurde allerdings einem optischen Remake unterzogen. Es ist auch die Bar, die man aufsucht, wenn man die Innsbrucker Innenstadt-Bartender:innen nach Feierabend treffen will, wo sie gerne mal den Feierabend ausklingen lassen. Denn will man nach ein Uhr in Innsbruck die Nacht nicht in einem Club oder auf der Straße vor einem der aus dem Nichts auftauchenden Hot-Dog-Mobilen ausklingen lassen, werden die Möglichkeiten in der Tiroler Landeshauptstadt etwas dünn. Dann erinnert man sich am besten an den Namen Pfiff.

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