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Chocolate Chili Mai Tai

Chili Chocolate Mai Tai: Tiki mit Karacho

Die Kombination aus Chili und Kakao ist alles andere als neu. Vor allem lässt sie sich perfekt in die Aromatik eines klassischen Mai Tai integrieren. Das Beste daran: Mixologisches Hexenwerk sieht anders aus.Über eine simple, aber köstliche Abwandlung des wahrscheinlich populärsten Tiki-Cocktails überhaupt.

Die Paarung aus Chili und Kakao musste sich eigentlich niemand ausdenken, sie war einfach immer da. Ähnlich wie die von der Natur mehr oder weniger suggerierte Kombination von Ananas und Kokos (später auch Rum), demonstrieren auch Schokolade und scharfe Pfefferschoten einen der beliebtesten kulinarischen Leitsätze: Was aus der gleichen Gegend kommt, schmeckt auch zusammen. Das wussten bereits zentral- und südamerikanische Hochkulturen vor der Eroberung durch die Europäer, und so würzten beispielsweise Azteken und Maya heiße Kakaogetränke mit Chili – und auch heute ist die bekannteste mexikanische „Mole“ jene aus Puebla, die Schokolade und Chili zusammenbringt.

Kakao und Chili – das passt doch auch in den Mai Tai

In der MIXOLOGY-Redaktion kam schließlich die Idee, den klassischen Mai Tai (nach Trader Vic) um genau diese vertraute „Doppel-Komponente“ zu ergänzen, also: Der Mischung aus Limette, einer ordentlichen Ladung Rum, Dry Curaçao und Orgeat mit Chili und Kakao einen gewissen „Bäng“ zu verleihen, ohne die Grund-Aromatik des Mai Tai zu gefährden.

Die einfachste und sinnvollste Lösung zur Integration der Chili war daher die schlichte Kalt-Infusion in Rum. Auf diese Weise muss keine weitere wirkliche Zutat vermixt werden und, was noch wichtiger ist: Die Schärfe bleibt stabil kalkulierbar, wenn einmal ein größerer Batch hausgemachter Chili-Rum angesetzt worden ist. Auf diese Weise umschifft man elegant die immer wieder starke Schwankung des Schärfegrads, die sogar bei sortengleichen Schoten einer Ernte auftauchen.

Chocolate Chili Mai Tai

Chili Chocolate Mai Tai

Zutaten

4 cl kräftiger, gereifter Rum mit mindestens 50% Vol. oder hausgemachter Tiki-Blend (im Original aufbauend auf Gosling’s Black Seal)
2 cl hausgemachter Chili-Rum*
3 cl frischer Limettensaft
0,5 cl Dry Curaçao
1 BL Orgeat
1 cl Tempus Fugit Crème de Cacao
1 cl Mozart Dry

Frucht, Würzigkeit, Schokoladenkuchen

Die schokoladige Note im Chili Chocolate Mai Tai erwies sich am einfachsten durch eine Zweier-Kombination: 1 BL Orgeat wird beibehalten, um die nussig-blumige Note nicht zu verlieren. Begegnet man dem dann mit ein wenig Crème da Cacao à la Vanille aus dem Hause Tempus Fugit, unterstützt man genau jene Komponente, während gleichzeitig ordentlich Kakao dazukommt. Ein kleiner Spritzer Mozart Dry vollendet dann genau dieses gewünschte Bild aus dunkler, trockener Schokoladigkeit, die ganz hervorragend mit der Würze des Rum und der Schärfe des Habanero-Rum harmoniert.

Gleichzeitig sollte aber nicht der gesamte Rum-Anteil durch die Chili-Infusion „gestemmt“ werden: 2 Teile kräftiger, gereifter Rum (oder ein hausgemachter Tiki-Blend) auf 1 Teil des Chili-Rum erwies sich als kraftvoll genug für beide Seiten: Rum-Spitzen und eine gesunde, pikante Schärfe.

Für die ganz Mutigen steht natürlich mit dem Chili-Rum auch noch ein kleines Gimmick im Schrank, falls es mal ausgelassene Junggesellenabschiede in der Bar gibt, die nach einem besonderen Shot verlangen. Denen kann man damit dann vielleicht ein kleines bisschen die Grenzen aufzeigen. Ansonsten gehört der Chili-Rum aber vor allem in den Chili Chocolate Mai Tai, der übrigens auch gerade jetzt die stürmischen November-Abende versüßen kann. Aloha!

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Credits

Foto: ©Mixology

Comments (1)

  • pjotr

    Trader Vic dreht sich im Grab um.
    Zu viel des Guten.

    reply

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